13

Machtkampf um die Spitze EU-Politiker Ferber mahnt CSU zur Geschlossenheit

Nach der Mahnung der CSU-Vize Ilse Aigner hat sich nun auch der Vorsitzende der CSU-Europagruppe Markus Ferber besorgt zu der Personaldebatte über Parteichef Seehofer geäußert. "Viele wenden sich angewidert von der CSU ab", sagt er in einem Interview mit dem Deutschlandfunk.

Von: Alexia Späth

Stand: 13.11.2017

CSU-Europaabgeordneter Markus Ferber | Bild: picture-alliance/dpa

Er teile die Mahnung der Chefin des größten CSU-Bezirks Oberbayern Ilse Aigner, so Ferber weiter, dass sich jetzt alle erst einmal etwas zurücknehmen sollten.

"Ich glaube schon, dass momentan viele, gerade in Bayern, sich nicht mehr amüsieren, sondern angewidert von der CSU abwenden und dieses Spektakel nicht mehr sehen wollen."

Markus Ferber

Abmachung nicht eingehalten

Er sei enttäuscht, dass die Verabredung in seiner Partei nicht eingehalten werde, bis zum nächsten Wochenende in Hinblick auf die Personaldebatte "Ruhe zu geben und nach innen beruhigend zu wirken".

Die parteiinternen Probleme sollten allerdings nicht verdrängt, sondern lediglich bis zum Abschluss der Sondierungen verschoben werden, so Ferber. Es sei aber offenbar schwierig, alle Gruppierungen in der Partei zu motivieren, sich an die Abmachung zu halten. Ferber kritisierte anonyme Aussagen von Parteimitgliedern über die internen Uneinigkeiten gegenüber den Medien. In der Öffentlichkeit würden sie sich das nicht trauen, sagte er. "Ich gebe wenig darauf".

Lob für Horst Seehofer

Markus Ferber und Horst Seehofer auf dem CSU-Europaparteitag in Nürnberg

Die CSU solle ich mit den Sondierung in Berlin beschäftigen und nicht mit internen Machtkämpfen. Sonst werde es seiner Partei nicht gelingen, erfolgreich in den nächsten Landtagswahlen in Bayern zu sein, "wenn wir in Berlin nicht einen ordentlichen Job machen".

Und hier mache Seehofer derzeit einen "ordentlichen Job". Es könne nicht darum gehen, Seehofer jetzt diese Arbeit machen zu lassen und sich danach von ihm zu verabschieden. Die CSU müsse vielmehr die bestmögliche Aufstellung finden.

Bayerns Finanzminister Markus Söder, der als großer Rivale von Seehofer gilt, nannte Ferber einen derjenigen, der dabei jetzt gefordert sei.

"Das Bild, das wir abliefern, ist katastrophal"

Am Wochenende hatte Ilse Aigner, die stellvertretende Ministerpräsidentin und bayerische Wirtschaftsministerin im Kabinett von Horst Seehofer, heftige Kritik an den Machtkämpfen in der CSU geübt.

Aigner warnte auch einige Parteifreunde davor, als Folge der Wahlschlappe bei der Bundestagswahl die CSU nun auf einen Rechtskurs einzuschwören.

"Ich bin davon überzeugt, dass von der derzeitigen Diskussion niemand profitiert – und das Bild, das wir abliefern, ist katastrophal: Die Menschen bekommen das Gefühl, uns interessierten nur unsere Politikerkarrieren."

Ilse Aigner

Erwin Huber unterstützt eine Trennung der Ämter

Der ehemalige CSU-Vorsitzende Erwin Huber hält eine Personalentscheidung an der Spitze der CSU für unvermeidlich. In einem BR-Interview erklärte er, dass "Seehofer nicht alle Personalentscheidungen vorgeben" sollte.

Ein "Weiter so" werde es nicht geben, sondern das Wahlergebnis werde zu Konsequenzen führen. Er halte die Trennung der Ämter von CSU-Parteichef und Ministerpräsident für sinnvoll.

"Ich persönlich halte es in der jetztigen Situation für das Sinnvollste. Es hat in der Vergangenheit lange, Jahrzehnte gut funktioniert."

Erwin Huber


13

Kommentare

Inhalt kommentieren

Bitte geben Sie höchstens 1000 Zeichen ein.

Spamschutz * Bitte geben Sie das Ergebnis der folgenden Aufgabe als Zahl ein:

Kritikwürdig , Montag, 13.November, 16:46 Uhr

14. Wahlalternative CDU für Bayer

Frau Merkel hätte das geeignete Mittel um den CSU Granden und den vorlauten Nachwuchsgruppen selbiger Partei den Angstschweiß ins Gesicht zu treiben, sie muss nur die CDU in Bayern antreten lassen.

EU-Fan, Montag, 13.November, 16:02 Uhr

13. Fazit

Manfred Weber überzeugt mich persönlich am meisten. Ruhe, Besonnenheit, Kompetenz, Argumente, Europa-Erfahrung und Glaubwürdigkeit sind die notwendigen Eigenschaften für den künftigen MP.
Merkel braucht in einer Jamaika Koalition nicht auch noch die hausgemachten "Knüppel in den Weg leger".

Fragender, Montag, 13.November, 14:57 Uhr

12. CSU

Was werden diese vielen CSU Politiker im nächsten Jahr machen?

  • Antwort von latte e mielle, Montag, 13.November, 15:27 Uhr

    @Fragender

    na was schon,wechseln in lukrative "auffanggesellschaften" - in die freie wirtschaft!

kleinlaut, Montag, 13.November, 14:41 Uhr

11. Altherren-Club

Abgesehen von den Personaldebatten wirkt die CSU seit den Jamaika-Koalitionen immer arroganter und unsympathischer. Mal auf dem Teppich bleiben und Demut zeigen: Bei gerade mal 6 % kann man sich nicht aufführen wie in einer CSU-Hochburg im Bayerischen Wald. Das ist an Peinlichkeit nicht mehr zu überbieten. Ist es dass, was die CSU dem Nachwuchs vermitteln will? Keine Kompromisse und nur die eigene Meinung zählt? Na hoffentlich wird dieser Altherren-Club nächstes Jahr auch in Bayern abgewatscht ...

  • Antwort von Uwe, Montag, 13.November, 16:27 Uhr

    Da haben Sie recht. Wenn ich so an die Äusserung von Scheuer denke (mit überheblichen Grinsen): "Es kann nicht angehen, dass eine Partei mit 8% (Grüne) viel in der Regierung mitspricht..." Die CSU hat gerade mal 6%, ist damit die kleinste der 4, vertritt nur 1 von 16 Bundesländern, reisst aber die Klappe am weitesten auf. Mit diesem Verhalten erweist er Bayern einen Bärendienst.

Zwiesel, Montag, 13.November, 14:36 Uhr

10. Szenario

Seehofer tritt in diesem Jahr zurück. Söder wird Ministerpräsident ohne Wahl. Auf dem Parteitag wird ein neuer Vorsitzender gewählt. Weber wird nicht unter Söder Parteivorsitzender werden wollen. Dobrindt, vielleicht auch Scheuer, sehen hier in ihrer Selbstüberschätzung eine, wenn auch nur vermeintliche, Chance Macht ausüben zu können. Söder wird keinen seiner Leute auf diesem Posten verheizen. Als Ministerpräsident wird er nur noch gegen Berlin hetzen in der Annahme das "Mia san Mia-Gefühl" zu neuem Glanz zu bringen. Den CSU-Vorsitzenden wird er in seiner Funktion aufreiben und die Berliner Fraktion wird er für Alles verantwortlich machen. Bei der Landtagswahl hofft er, dass der bayerische Wähler sein Spielchen nicht durchschaut und ihm auf den Leim geht. Dann würde er auch den Parteivorsitz übernehmen. Ach ja, es gäbe noch die Möglichkeit, Aigner wird Vorsitzende. Da könnten beide dann auf die Partnerschaft aus "Quer" zurückgreifen. Und Süß könnte die Puppen weiter tanzen lassen.