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Tauwetter und Sturmböen Erhebliche Lawinengefahr in bayerischen Alpen

Der bayerische Lawinenwarndienst mahnt Skifahrer derzeit zur Vorsicht. Oberhalb von 2.300 Metern besteht "erhebliche Gefahr". Am Wochenende gab es in Garmisch einen Lawinenabgang, in Österreich starb ein Ski-Guide.

Von: Elmar Voltz und Veronica Zapp

Stand: 22.02.2016

Drei Skifahrer haben gestern auf der Zugspitze - abseits der gesicherten Pisten - ein Schneebrett ausgelöst. Ein 39 Jahre alter Skilehrer sowie zwei Kursteilnehmer im Alter von 20 und 22 Jahren wurden etwa 20 bis 80 Zentimeter tief verschüttet. Dabei wurden sie selber verschüttet. Sie gehörten zu einer siebenköpfige Gruppe eines Tiefschneekurses aus dem Raum Neumarkt in der Oberpfalz. Dem schnellen Eingreifen der Bergwacht, darunter auch einem Helfer der Bergwacht Grainau mit Lawinensuchhund, verdanken die drei Skifahrer ihr Leben.

80 Meter breite Lawine ausgelöst

Die drei Skifahrer hatten die ca. 80 Meter breite Lawine im Bereich Wetterwandeck ausgelöst und waren gleich darauf von dem Schneebrett verschüttet worden. Zum Zeitpunkt der Lawine herrschte die Warnstufe drei, "erhebliche Lawinengefahr", warme Temperaturen und orkanartige Böen samt Schneeverwehungen machten die Lawinenlage zusätzlich unberechenbar.

Die übrigen Kursteilnehmer, vier Männer im Alter zwischen 18 und 21 Jahren, konnten die Verschütteten innerhalb von kurzer Zeit mithilfe von Suchgeräten orten und sie gemeinsam mit Rettungskräften ausgraben, einer der Verschütteten litt bereits unter Atemnot. Die geborgenen Männer wurden mit Rettungshubschraubern in ein Krankenhaus geflogen, die übrigen Kursteilnehmer betreute die Bergwacht.

Bayerischer Lawinenwarndienst: Derzeit "erhebliche" Gefahr

Derzeit besteht im bayerischen Alpenraum oberhalb von 2.300 Metern eine erhebliche Lawinengefahr. Am Morgen ist die Gefahr noch mäßig, steigt dann im Tagesverlauf bei Sonneneinstrahlung auf erheblich an. Gefahrenstellen, an denen Lawinen ausgelöst werden können, liegen oberhalb 2.300 Metern im kammnahen Steilgelände der Hangrichtungen Nord über Ost bis Südost sowie in frisch eingewehten Rinnen und Mulden, aber auch hinter Geländekanten. In diesen Bereichen ist bereits bei geringer Zusatzbelastung eine Auslösung von Schneebrettlawinen möglich.

Sonne und frühlingshafte Temperaturen führen in mittleren Lagen im Tagesverlauf verstärkt zur Selbstauslöung von oberflächlichen Nassschneelawinen, die auch mittlere Größe erreichen können. In Geländepartien, die in dem Winter schon ausgeapert waren, geht die meist geringmächtige Schneedecke auch am Boden ab.

Schneebrettlawine

Deutscher Skiführer in den Tod gerissen

In Österreich wurde der Führer einer deutschen Gruppe von Skiwanderern von einer Lawine in den Tod gerissen. Der Mann wurde nach Angaben der Polizei am Sonntag von einem Schneebrett erfasst und stürzte über eine Bergwand 300 Meter in die Tiefe. Der 39-Jährige, der zuletzt in Wien lebte, führte eine achtköpfige Gruppe des Deutschen Alpenvereins aus seinem Heimatort Schwäbisch Gmünd an.

Die Baden-Württemberger machten eine Tour auf dem Ankogel in Kärnten, als der Mann in 2.700 Meter Seehöhe eine Lawine auslöste. Er wurde von den Schneemassen begraben.

Ein Mitglied seiner Gruppe konnte das Unfallopfer mithilfe eines Lawinen-Suchgerätes orten und ausgraben. Der Skiführer war jedoch bereits an seinen schweren Verletzungen gestorben. Ein weiteres Gruppenmitglied löste bei der Rettungsaktion ein zweites Schneebrett aus und wurde teilweise verschüttet. Der Wanderer blieb jedoch unverletzt. Auf dem Ankogel herrschte laut Polizei am Sonntag "erhebliche Lawinengefahr". Bei dieser Warnstufe kann die Schneedecke schon bei kleinen Belastungen abgehen.


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Ebert, Montag, 22.Februar, 10:52 Uhr

1. Randbemerkungen

Es ist doch, liebe Leser, zum Mäusemelken. Sind wir denn bereits so degeneriert, dass uns in allen Lebenslagen Warnungen ausgesprochen werden müssen?

Jedermann kennt das Wetter und weiß doch automatisch, das derzeit die Lawinengefahr sehr hoch ist. Jedermann hört den Wetterdienst und ist dann bass erstaunt, dass keine Unwetterwarnung ausgesprochen wurde und er bei seinem Spaziergang nass wurde.Jeder weiß was in manchen Urlaubsländern los ist und macht dann unsere Ministerien verantwortlich, wenn ihm da so gelegentlich Kugeln um die Ohren fliegen.

Was sind wir denn für eine lächerliche, verweichtlichte Gesellschaft, wo der Staat oder wer auch immer einem sagen muss, wann man den Hintern putzen soll.

Immer sind Andere schuldig, wenn man selbst zu blöde ist ganz einfache Verhaltensregeln zu beherzigen.

Ebert

  • Antwort von kleinlaut, Montag, 22.Februar, 13:10 Uhr

    ... wie man sieht, nutzen ja noch nicht einmal Warnungen etwas ....
    Aber ich bin völlig Ihrer Meinung, gelegentlich das Hirn einschalten, würde vielen helfen.