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Tod durch Lawine im Ostallgäu Lawinenwarndienst sucht nach der Unglücksursache

Nach dem Lawinenabgang am Breitenberg bei Pfronten, bei dem ein 63-Jähriger starb, sind heute Experten vom Lawinenwarndienst Bayern und der Polizei vor Ort. Sie werden die Schneesituation am Hang und die Anrissstelle der Lawine begutachten.

Stand: 02.03.2016

Rettungshubschrauber am Einsatzort bei einem Lawinenabgang am Breitenberg im Ostallgäu bei dem ein Skifahrer starb | Bild: BR/Katharina Kraus

Anhand eines Schneeprofils wollen die Experten die Schneeschichten analysieren und so herausfinden, wie es zu dem Unfall kommen konnte. Eigentlich hatte der Lawinenwarndienst Bayern für Dienstag eine mäßige Lawinengefahr oberhalb des Waldgürtels und eine günstige Situation für die niedrigeren Lagen vorhergesagt. Trotzdem wurde vor Lawinen zum Beispiel in Rillen und Mulden gewarnt.

Zeuge hat den Schneerutsch beobachtet

Laut Polizei Füssen ging die Lawine gegen 18.15 Uhr ab. Kurz zuvor war der 63-Jährige von der Ostlerhütte über eine bekannte Tourenabfahrt auf der Nordseite des Breitenbergs ins Tal aufgebrochen. Dabei löste er abseits der Piste ein Schneebrett aus und wurde verschüttet.

Ein Zeuge hatte den Schneerutsch zufällig vom Tal aus mit dem Fernglas beobachtet und einen Notruf abgesetzt. Bergwacht und alpine Einsatzgruppe der Polizei starteten eine groß angelegte Suchaktion. Auch Hubschrauber der Polizei- und der Bundeswehr waren im Einsatz.

Wiederbelebungsversuche gescheitert

Nach Angaben der Polizei hatten sowohl das Lawinenverschüttetensuchgerät, das der erfahrene Skitourengeher bei sich trug, als auch ein Suchhund der Bergwacht angezeigt, wo im Lawinenkegel sich der Allgäuer befand. Der Verschüttete konnte freigegraben werden. Ein Notarzt versuchte eine dreiviertel Stunde lang vergeblich, den Mann zu reanimieren.

Kurz vor dem Verunglückten war eine Gruppe von Tourengehern mit ihren Ski über dieselbe Route ins Tal gefahren. Bei ihnen hatte sich kein Schneebrett gelöst. Für die Allgäuer Alpen herrschte laut der Lawinenwarnzentrale im Bayerischen Landesamt für Umwelt geringe bis mäßige Lawinenwarnstufe. Der Breitenberg ist Teil des Skigebiets Hochalpe im Ostallgäu.

Zwei Hubschrauber im Einsatz

Im Einsatz waren rund 50 Bergwachtkräfte mit neun Lawinensuchhunden, ein Polizei- und Bundeswehrhubschrauber und 16 Polizisten und Beamte der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei. Wegen des anhaltenden Schneefalls wurde die Lawinengefahr heute in den Bayerischen Alpen auf die Gefahrenstufe 3 - erhebliche Lawinengefahr - angehoben.


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