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Anschlag in Pakistan Mehr als 60 Tote in Lahore

In einem Park der pakistanischen Stadt sind bei einer Bombenexplosion mehr als 50 Menschen getötet worden. Die Polizei geht von einem Selbstmordanschlag aus. Er galt offenbar Christen, die dort Ostern feierten.

Stand: 27.03.2016

Zum Tatzeitpunkt seien viele Familien bereits auf dem Heimweg gewesen, als es auf dem Parkplatz zu einer Detonation gekommen sei, berichtete ein Polizeioffizier. Behördenvertreter bezifferten die Zahl der Toten bislang auf 63. Mindestens 300 Menschen sollen verletzt worden sein. Viele von ihnen befänden sich in einem ernsten Zustand, sagte ein Krankenhaussprecher. Er rechne damit, dass die Zahl der Toten noch steige. Die meisten Opfer seien Frauen und Kinder, teilten die Behörden am Sonntag mit. Der Attentäter habe die Bombe in der Nähe von Kinderschaukeln gezündet.

"Wir sind in einer kriegsähnlichen Situation. Es gibt immer eine allgemeine Bedrohung, aber für diesen Ort hatten wir keine besondere Warnung"

, Haider Ashraf, Polizeioffizier in Lahore

Behörden vermuten Taliban hinter dem Anschlag

Nach Medienberichten steckt eine Splittergruppe der Taliban, die Organisation Jamaat ul-Ahrar, hinter dem schwersten Anschlag in Pakistan seit Monaten. Journalisten meldeten, sie seien vom Sprecher der Gruppe, Ehsanullah Ehsan, angerufen worden. Der Radiosender Voice of America Deewa twitterte, der Islamist habe gesagt, man reagiere auf Militäroperationen der Regierung. Einem Reporter der "Express Tribune" sagte der Taliban, die Aktion sei gegen Christen gerichtet.

USA verurteilen "feigen Anschlag"

Die US-Regierung hat den Selbstmordanschlag in einer ersten Reaktion als "feige" und "entsetzliche" Tat verurteilt. Die USA stünden an der Seite des pakistanischen Volkes und der Regierung, erklärte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates, Ned Price. Sein Land werde weiterhin mit den Partnern in Pakistan und der Region "in dem unerschütterlichen Bemühen zusammenarbeiten, die Geißel des Terrorismus auszurotten".


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