Kinowelt trauert Steffen Kuchenreuther ist tot
Steffen Kuchenreuther, der langjährige Präsident der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft, ist tot. Der Kinobetreiber starb am Sonntagnachmittag in einem Münchner Krankenhaus. Kuchenreuther litt an Krebs.
Der 65-Jährige habe eigentlich noch am Samstag zum Deutschen Filmball in München gehen wollen, sagte eine Familienangehörige. Doch dann sei er ins Krankenhaus gebracht worden. Am Sonntag sei er dort um 15.40 Uhr an den Folgen seiner Lungenkrebserkrankung gestorben.
Kuchenreuther war Ehrenmitglied des Präsidiums der Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO). In seiner Funktion als Präsident war der gebürtige Erlanger von 1997 bis 2012 auch Gastgeber des Filmballs, der jeweils am Tag nach der Verleihung des Bayerischen Filmpreises in München stattfindet.
Ehrung vom Bundespräsidenten
Kuchenreuther war er erst im November mit dem Bundesverdienstkreuz erster Klasse geehrt worden. Der Bundespräsident zeichnet mit dieser höchsten Würdigung außergewöhnliche Verdienste und Lebensleistungen im Namen der Bundesrepublik Deutschland aus.
Für seine Verdienste um den deutschen Film war der Kinomann ebenfalls 2012 mit dem Herbert-Strate-Preis ausgezeichnet worden. Kuchenreuther sei eine Größe der deutschen Kinowirtschaft und habe mit seinem Engagement an der Schnittstelle zwischen Produzenten, Verleihern und Filmtheatern einen "unschätzbaren Beitrag" für die positive Entwicklung der Branche geleistet, hieß es in der Jury-Begründung.
Kino-Imperium in München
2011 verlieh im die Stadt München die Medaille "München leuchtet". In München hatte sich Kuchenreuther seit seinem 18. Lebensjahr zusammen mit seinem Bruder Thomas ein kleines Kinoimperium aufgebaut. Als Produzenten finanzierten beide 1991 die Ingeborg-Bachmann-Verfilmung "Malina" mit Isabelle Huppert in der Hauptrolle. Der Film gewann den Produzentenpreis beim Bayerischen Filmpreis und drei Deutsche Filmpreise.
Steffen Kuchenreuther war einer der Großen des deutschen Kinos und besonders in der bayerischen Filmbranche eine Größe. Erst im vergangenen Jahr hatte er sich dafür eingesetzt, dass der Deutsche Filmball weiterhin in München bleibt und nicht nach Berlin umzieht. Seine Begründung: "Der alljährliche Andrang auf die begehrten Tickets belegt, dass der Deutsche Filmball und die Filmstadt München perfekt zusammen passen."

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