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Bundesweite Kriminalstatistik 2016 Bayern bleibt sicherstes Bundesland

Bayern hat seinen Spitzenplatz als sicherstes Bundesland weiter ausgebaut. Das ist das Fazit von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zu den Ergebnissen der bundesweiten Kriminalstatistik für 2016, die Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) veröffentlicht hat.

Von: Miguel Helm

Stand: 24.04.2017

Die Zahl der Straftaten ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr weitgehend gleich geblieben - trotz Zunahme der Bevölkerung. Insgesamt wurden fast 6,4 Millionen Fälle registriert. Das geht aus der Kriminalstatistik für das vergangene Jahr hervor, die Bundesinnenminister de Maizière heute vorstellte. Besonders stark legte die Gewaltkriminalität zu, die um 6,7 Prozent anstieg, in Bayern um 9,8 Prozent. De Maizière beklagte in diesem Zusammenhang eine Verrohung der Gesellschaft.

Häufigkeitszahlen nach Zensus

Anstieg politisch motivierter Straftaten

Im vergangenen Jahr ist die Zahl politisch motivierter Straftaten um 6,6 Prozent im Vergleich zu 2015 gestiegen. Es ist der vierte Höchststand in Folge, der Bundesinnenminister zeigt sich besorgt: Gemeint sind Straftaten, die auf ideologischer Gesinnung fußen, zum Beispiel rechtsextreme Kriminalität. Besonders auffallend ist der Anstieg an politisch motivierten Straftaten, die laut Polizei von "aus dem Ausland importierten Ideologien" herrühren. Dazu zählt der islamistische Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz mit 12 Toten. Die sogenannte "Ausländerkriminalität" stieg um 66,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.  

"Nichts zu beschönigen"

Bundesinnneniminister Thomas de Maizière

Auch angestiegen ist die Straffälligkeit von Asylbewerbern, Bürgerkriegsflüchtlingen und Geduldeten: Während 2015 114.000 von ihnen mit dem Gesetz in Konflikt kamen, waren es im vergangenen Jahr 174.000. Als Grund nannte der Minister unter anderem die enge Unterbringung in Asylunterkünften und den hohen Anteil junger Männer.

Nichtdeutsche Tatverdächtige

"Da gibt es nichts zu beschönigen", sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière in der Bundespressekonferenz. Jedes fünfte Gewaltverbrechen in Bayern wurde im vergangenen Jahr einem Zuwanderer angelastet. De Maizière betonte, dass es sich bei den Tätern häufig um junge Männer handle – auch bei Deutschen sei in dieser Gruppe eine erhöhte Kriminalitätsrate zu verzeichnen.

"Der Anstieg an Gewaltverbrechen ist ein Weckruf an uns alle", sagte der de Maizière. Mehr als die Hälfte der Gewaltdelikte in Bayern fanden in Flüchtlingsheimen statt. Der Minister verwies in diesem Zusammenhang auf Missstände in Sammelunterkünften für Flüchtlinge. 

Weniger Wohnungseinbrüche

Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist in diesem Jahr die Zahl von Wohnungseinbrüchen zurückgegangen - um 9,5 Prozent auf 151.126 Fälle. Nur in Sachsen und Sachsen-Anhalt zeigte der Trend nicht nach unten. Hier gab es mehr Wohnungseinbrüche.

Aufklärungsquote

Spitzenreiter ist Bayern, was die Aufklärung von Straftaten angeht. Im Freistaat werden 64,9 Prozent aller Delikte aufgeklärt. Im Bundesdurchschnitt sind es nur 54 Prozent.

Bayern erneut sicherstes Bundesland

"In Bayern hatten wir 2016 die mit Abstand niedrigste Kriminalitätsbelastung und die bundesweit höchste Aufklärungsquote"

. Bayerns Innenminister Herrmann (CSU)

Die erfolgreiche Sicherheitspolitik zeigt sich nach Herrmanns Worten beispielsweise auch bei der Entwicklung der Einbruchskriminalität. Auch hier habe Bayern bundesweit die besten Eckwerte vorzuweisen. "Das Einbruchsrisiko war in Bayern 2016 mit 58,2 Einbrüchen pro 100.000 Einwohner wie in den Vorjahren deutschlandweit gesehen am niedrigsten", so der Minister. Bundesweit sei das Einbruchsrisiko mehr als dreimal so hoch, in Nordrhein-Westfalen sogar mehr als fünfmal höher.

München ist sicherste Großstadt

Auch in Bayerns Großstädten war laut Herrmann die Kriminalitätslage – ohne ausländerrechtliche Verstöße – "ausgezeichnet". Unter den 39 deutschen Großstädten mit mehr als 200.000 Einwohnern ist München mit 6.696 Straftaten pro 100.000 Einwohner erneut die sicherste Großstadt Deutschlands.


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