Heutiger Kongresssaalbau auf der Museumsinsel
Debatte um Münchner Konzertsaal Studie empfiehlt Neubau auf Museumsinsel
Für Klassikliebhaber steht fest: München braucht einen neuen Konzertsaal. Wo er stehen soll, ist offen. Eine Machbarkeitsstudie zeigt, dass das Gelände des Deutschen Museums durchaus als Standort in Frage kommt.
Bei einem Treffen in der Staatskanzlei hat Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP) allen Beteiligten die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie präsentiert. Sie besagt, dass es möglich ist, das vom Deutschen Museum angestrebte "Forum der Zukunft" und auch einen Konzertsaal auf der Münchner Museumsinsel unterzubringen.
Was wird aus der Kongresshalle?
Favorisiert wird ein Neubau. Dafür müsste die denkmalgeschützte alte Kongresshalle abgerissen werden. Möglich sei aber auch ein Umbau der Halle zu einem Konzertsaal. Sie würde in diesem Fall ihr äußeres Erscheinungsbild behalten. Grundsätzlich sei ein Konzertsaal auf der Isar-Insel realisierbar, ohne das Museum einzuschränken.
"Insbesondere die Neubaulösung weist eine Reihe wesentlicher Vorteile auf, die einen erheblichen Mehrwert für das Deutsche Museum und die Möglichkeit einer städtebaulich attraktiven, offenen Gestaltung der Museumsinsel mit sich bringen."
Aus der Machbarkeitsstudie zum Münchner Konzertsaal.
In den kommenden Monaten soll nun noch eine Reihe von Punkten geprüft und diskutiert werden. Dabei geht es um alternative Standorten für den Konzertsaal, die Anforderungen an ein Betreiberkonzept sowie technische und finanzielle Aspekte.
Attraktivität des Technikmuseums stärken
Heubisch und Rainer Salfeld, Vorsitzender des Kuratoriums Deutsches Museum, müssen sich in nächster Zeit mit den Entscheidungsgremien darüber abstimmen, ob es möglich sein wird, beide Ziele in einer Symbiose zu verbinden. Bei dem internen Gespräch bestand nach Angaben des Wissenschaftsministeriums Einigkeit über die Weltgeltung des Deutschen Museums als führendem Technikmuseum. Diese Attraktivität soll im Zuge der anstehenden Renovierungsmaßnahmen weiter gestärkt werden. Ebenso sei sich die überwiegende Anzahl der Teilnehmer einig gewesen, dass eine Stadt wie München einen neuen Konzertsaal benötige, um internationalen Spitzenanforderungen zu genügen.
Ein Saal für Bayern
Über einen neuen Konzertsaal wird bereits seit Jahren diskutiert. Ihm wird nicht nur Bedeutung für München, sondern für den ganzen Freistaat zugemessen.
Machbarkeitsstudie und zwei Varianten
Machbarkeitsstudie
Das Architekturbüro HPP Hentrich-Petschnigg & Partner in Düsseldorf hat eine Machbarkeitsstudie über den neuen Konzertsaal in München erstellt. Darin wurden zwei Möglichkeiten geprüft, um den Konzertsaal zu realisieren. Im Dezember war durchgesickert, dass beide Optionen umzusetzen wären.
Variante 1
Der Konzertsaal wird in den bestehenden Kongressbau des Deutschen Museums hineingebaut.
Variante 2
Das Gebäude wird abgerissen. Ein Neubau wird errichtet.
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br.de/nachrichten, Sonntag, 03.Februar, 11:34 Uhr
18. @Klassikliebhaber
Uns von br.de/nachrichten liegen Informationen von Fachleuten vor, die in jahrzehntelanger Arbeit als Tonmeister die Erfahrung gemacht haben, dass es zwingend notwendig ist, Proben und Konzerte im gleichen Raum aufzuzeichnen. In unterschiedlichen Räumen unterscheidet sich auch die Akustik - und es verändern sich die Klangfarben. Professionelle Klassikaufnahmen in wechselnden Räumen sind nicht möglich. Das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks wird von international renommierten Kritikern zu den besten Orchestern der Welt gezählt. Für Orchester ist der Raum darüber hinaus ein Musikinstrument. Es wächst und entwickelt sich mit dem Raum. Ein neuer Konzertsaal wäre aber kein Saal für ein einzelnes Orchester, sondern würde auch anderen Ensembles offen stehen. Hier könnte darüber hinaus die Jugendarbeit ausgebaut werden. Wie wir von br.de/nachrichten immer wieder erfahren, reichen in München die Kapazitäten für Klassikkonzerte derzeit nicht aus. Davon berichten auch private Veranstalter. In den nächsten Jahren wird die Stadt wachsen; noch mehr Menschen werden kulturelle Veranstaltungen besuchen wollen. Ein neuer, erstklassiger Konzertsaal, davon sind Fachleute aus dem Klassikbetrieb überzeugt, wäre ein Gewinn nicht nur für München, sondern würde auf ganz Bayern ausstrahlen. Momentan fehlt in der Musikstadt München ein erstklassiger Konzertsaal, was dazu führt, dass Künstler wie Simon Rattle lieber woanders auftreten. Wie Klassikexperten betonen, würde ein erstklassiger Saal die Attraktivität Bayerns weiter erhöhen und zu einer Steigerung des Angebots führen. Fachleute gehen davon aus, dass ein neuer Konzertsaal auf diese Weise ein großer Gewinn für das Publikum wäre. Wenn es darum geht, zu zeigen, wie sehr eine Stadt von einem erstklassigen Konzertsaal profitiert, führen Experten immer wieder das Beispiel Luzern an. Luzern profitiert auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Dort ist der Saal ein Gewinn auch für Menschen, die selbst gar nicht ins Konzert gehen.
Klassikliebhaber, Mittwoch, 30.Januar, 19:00 Uhr
17. Grundsatzdebatten von Null an
Sehr geehrter Herr Wöhr,
Sie wundern sich, dass die Debatten immer wieder von vorn losgehen und sagen, die Notwendigkeit eines neuen Saals sei "an höchster Stelle hinlänglich debattiert und sachlich als für dringend notwendig erachtet" worden. Was meinen Sie damit? Die Machbarkeitsstudie, die nicht viel weiter gebracht hat, außer dass wir jetzt einen klobigen Kasten als Modell sehen? Oder die Studie zur Doppelbespielung des Gasteig? Letztere aber MUSS immer wieder in Frage gestellt werden, weil sie von der falschen Prämisse der sogenannten "vollen" Doppelbelegung ausgeht. Die wenigsten Diskutanten pro Konzertsaal nehmen das zur Kenntnis: Diese volle Doppelbelegung beinhaltet, dass das Symphonieorchester des BR alle Proben im späteren Konzertsaal durchführt. Auch wenn BR-Verantwortliche das natürlich abstreiten: Es ist nicht erforderlich. Das BR-Symphonieorchster sollte, wie die anderen deutschen Rundfunkorchester auch, in einem vom BR selbst errichteten und finanzierten eigenen Probe- und Aufnahmestudio proben. Dort kann man auch alle Proben aufnehmen und nach Belieben mit dem Konzertmitschnitt mischen, auch wenn das ein künstlerisch fragwürdiges Unterfangen ist. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen des Funkhauses müsste so ein Saal leicht integrierbar sein. Das Geld, was so eingespart wird, könnte man zur Luxusrenovierung des Herkulessaals - was wird sonst aus dem? - hernehmen; vielleicht bleibt auch noch was für die Gsteigrenovierung übrig.
Wenn jemand in München Grund zum Klagen hat, was die Räumlichkeiten anbelangt, dann ist es das Münchener Kammerorchester, das in der vorigen Spielzeit händeringend nach einem Proberaum suchte.
Haben Sie im Übrigen keine Angst: So wichtig ist das BR-Orchester nun auch wieder nicht, dass die abendliche Musikkultur leidet, nur weil seine Maximalforderungen nicht erfüllt werden. Ich persönlich fand jedenfalls die Zeiten in München, in denen Celibidache noch aktiv war, musikalisch gesehen wesentlich spannender als die Gegenwart.
Dr, Werner Fees-Buchecker, Mittwoch, 30.Januar, 18:39 Uhr
16. München braucht keinen neuen Konzertsaal
Sie schreiben: für Klassikfreunde steht fest: München braucht einen neuen Konzertsaal. Ich zähle mich seit Schülertagen zu den Klassikfreunden und ich meine, dass München keinen neuen Konzertsaal braucht. Der Gasteig, alle anderen Konzertsäale in München und auch die vielen tollen Kirchen reichen weitaus! Auch der Herkulessaal ist weit besser als sein Ruf und sollte auch vom BR-Sinfonie Orchester öfters bespielt werden. Ein Abbriss des denkmalgeschützten Kongressaales kommt auf keinen Fall In Frage! Das Landesamt für Denkmalpflrege hat doch einen Abriss schon abgelehnt. Ich bin für eine Verbesserung der Akustik in der Philharmonie und für eine gleichmäßige Benutzung dieser durch Philharmoniker und BR-Sinfonie-Orchester! Die jahrelange Diskussion zeigt: es gibbt keinen geeigneten Platz für einen neuen Konzertsaal und die Notwendigkeit ist auch nicht gegeben.
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