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Neue Gewalt in Köln Unbekannte greifen Ausländer an

In der Kölner Innenstadt haben mehrere Gruppen offenbar Ausländer angegriffen und verletzt. Laut Polizei mussten zwei Pakistaner nach den Attacken ins Krankenhaus gebracht werden. Ein Syrer wurde demnach leicht verletzt. Die Polizei ermittelt.

Stand: 11.01.2016

Köln Polizei | Bild: dpa-Bildfunk

Wie der "Kölner Express" berichtet, hatte sich eine Gruppe aus Rockern, Hooligans und Türstehern über Facebook verabredet, "um in der Kölner Innenstadt auf Menschenjagd zu gehen". Nach den Übergriffen in der Silvesternacht wolle man "ordentlich aufräumen", zitierte das Blatt aus einer nicht-öffentlichen Facebook-Gruppe.

Ob zwischen dem Aufruf und den Angriffen ein Zusammenhang besteht, und ob die Angriffe direkt mit den Geschehnissen der Silvesternacht in Köln zusammenhängen, wird laut einem Polizeisprecher noch geprüft.

Zwei Angriffe auf sechs Pakistaner und einen Syrer

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Auch ob die zwei Vorfälle zusammengehören, ist bisher unklar. Der erste Vorfall ereignete sich laut Polizei gegen 18.40 Uhr. Eine Gruppe von etwa 20 Menschen attackierte in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofes sechs Pakistaner, wobei zwei aufgrund ihrer Verletzungen in eine Klinik gebracht werden mussten.

Rund zwanzig Minuten später kam es nicht weit entfernt zu einer zweiten Attacke: Fünf Täter griffen einen Mann aus Frechen mit syrischer Staatsangehörigkeit an. Der 39-Jährige wurde verletzt, musste aber nicht ärztlich behandelt werden. Ob es zwischen den Taten eine Verbindung gibt, war zunächst offen.

Hinweise und starke Polizeipräsenz

Die Polizei rückte nach eigenen Angaben mit starken Kräften an, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Bereits am Nachmittag habe es Hinweise "auf Personengruppen gegeben, die gezielt Provokationen suchen würden", hieß es in der Mitteilung. Insgesamt seien rund hundert Personen überprüft worden, vier seien vorübergehend in Gewahrsam genommen worden, weil sie ausgesprochene Platzverweise nicht befolgten.

Ob diese Personen zu den Angreifern gehörten, konnte ein Polizeisprecher nicht sagen. Es wurden zwei Strafanzeigen gestellt.


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