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Statistik Kleiner Waffenschein: Nachfrage in Bayern geht zurück

Bayern erlebte 2016 einen beispiellosen Boom des kleinen Waffenscheins: Viele Menschen deckten sich mit Schreckschusswaffen und Pfefferspray ein. Vergangenes Jahr ist die Nachfrage wieder gesunken – auch wenn weiterhin neue Anträge bei den Behörden eingehen.

Von: Tobias Brunner

Stand: 13.01.2018

Evi Hallhuber steht in ihrem Waffengeschäft in Mühldorf am Inn. Gemeinsam mit ihrem Mann verkauft sie hier Pistolen und Gewehre aller Art, zu ihren Stammkunden gehören viele Jäger und Sportschützen aus der Region. Auf dem Tisch vor Hallhuber liegen Schreckschusswaffen in schwarz, weiß, silber. Auch die gehören zum Sortiment – und erlebten in der Vergangenheit einen beispiellosen Boom.

Großer Ausverkauf nach Terroranschlag

2016, im Jahr nach den Silvester-Übergriffen und den Anschlägen von Paris, konnten sich die Hallhubers vor Kunden kaum mehr retten. Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen, dazu Pfefferspray – alles war innerhalb kürzester Zeit ausverkauft. "Das Telefon hat damals 150 Mal am Tag geläutet. Das war wirklich unvorstellbar – so etwas hatten wir noch erlebt", erzählt sie.

Vergangenes Jahr ist die Nachfrage laut Hallhuber wieder deutlich zurückgegangen. "Der Hype von 2016 ist wieder abgeklungen, es ist wieder ruhiger. Insgesamt ist es zwar ein bisschen mehr als früher, aber bei weitem nicht mehr so extrem."

Das Waffengeschäft in Mühldorf steht stellvertretend für einen bayernweiten Trend: Der Run auf den kleinen Waffenschein hat nachgelassen. Zwar ist die Zahl der Scheine im vergangenen Jahr um rund 12.000 gestiegen – etwa 94.000 Menschen in Bayern besaßen damit einen solchen Schein. Doch dieser Zuwachs fällt deutlich kleiner aus als im Rekordjahr 2016. Damals war die Zahl der Scheine um rund 33.000 in die Höhe geschossen. Über die Gründe will Bayerns Innenminister Joachim Herrmann nicht spekulieren:

"Es ist auch nicht Aufgabe der bayerischen Polizei, da Marktforschung zu betreiben. Es ist wichtig, dass die überwältigende Mehrheit der Menschen in Bayern keinen Anlass für so etwas sieht."

Joachim Herrmann

Anträge sind in allen Städten und Landkreisen zurückgegangen

Ob der Markt aber inzwischen vielleicht gesättigt ist, ob sich also einfach die meisten Interessenten mit einem kleinen Waffenschein oder einer Schreckschusswaffe eingedeckt haben – dazu will das Innenministerium nichts sagen.

Fest steht: Die Neu-Anträge sind in allen Städten und Landkreisen zurückgegangen, die der BR stichprobenartig befragt hat. In München zum Beispiel waren es 2016 rund 2.300 Neu-Anträge, vergangenes Jahr nur noch etwa 1.000. Auch in Mühldorf haben sich die Anträge wie in anderen Städten mehr als halbiert

Doch viele Waffenhändler warnen: Wer einen kleinen Waffenschein beantragt, um etwa eine Schreckschusspistole zu führen, sollte sich nicht täuschen lassen. Zwar mag die Pistole ein Gefühl von Sicherheit vermitteln – doch zur Selbstverteidigung sei sie nicht geeignet. Und auf öffentlichen Veranstaltungen, auf Festen oder Märkten sind die Waffen laut Gesetz ohnehin verboten.


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NoAfD, Sonntag, 14.Januar, 13:22 Uhr

6. Wenn die rechtskonservative AfD im Bundeskanzleramt ist, dann braucht niemand

braucht niemand mehr Angst vor Migranten haben. In die Hose mache ich mir dann vor Braunhemden - vor Lachen :-)

YesAfD, Samstag, 13.Januar, 23:37 Uhr

5. Wenn die rechtskonservative AfD im Bundeskanzleramt ist, dann braucht niemand

Wenn die rechtskonservative AfD im Bundeskanzleramt ist, dann braucht niemand mehr aus Angst vor Überfällen Waffen kaufen.

Gamer, Samstag, 13.Januar, 22:05 Uhr

4. Spielzeug für erwachsene Ängstliche

mit Lacheffekt bei ernsthaften Angreifern.

Tragisch, wenn die kriminellen Angreifer mit illegalen scharfen Waffen gegenüberstehen. Völliger Unsinn, das ein falsches Sicherheitsgefühl vermittelt und zugkeich eine erhebliche Mißbrauchsgefahr darstellt.

Macht Kampfsport. Das ist gesünder und effizienter.

Dieter, Samstag, 13.Januar, 12:38 Uhr

3. Waffenschein

An Silvester richtet die Polizei “Schutzzonen für Frauen” ein. Mit anderen Worten: Es gibt Zonen, in denen Frauen geschützt sind und solche, in denen das nicht der Fall ist. Das ist Deutschland 2017/18! Ein Land, in dem “Schutzzonen für Frauen” erforderlich werden. Wer immer noch nicht weiß, was die Stunde geschlagen, sollte mal darüber nachdenken! Welch ein Verfall der Inneren Sicherheit seit 2015! Wohin führt das wenn die Islambedürftigen in unserem Land ein anderes Bild zeichnen wollen?.
M.f.G.

  • Antwort von Wolf, Samstag, 13.Januar, 13:05 Uhr

    Schutzzonen für Frauen kannst auf der Wiesen auch einführen,die Anzahl der Belästigungen und Vergewaltigungen rechtfertigen das sofort,aber da sind ja nur besoffene Biodeutsche Strolche,die dürfen das.....und richtig grusig wird mir wenn sich Rechtsnationale für Frauenrechte einsetzen......vom Regen in die Traufe sag ich nur.......

  • Antwort von Leonia, Samstag, 13.Januar, 15:32 Uhr

    Die immer wieder fälschlich als angebliche "Schutzzonen für Frauen" angeführten Maßnahmen waren gerade nichts anderes als die von der Wiesn her bekannten Security Points. Wer hier den Eindruck erweckt, es handele sich um eingezäunte Bereiche, in denen sich alle Frauen aufhalten sollten, wenn sie nicht angegrabscht werden wollen, erzeugt bewusst ein völlig falsches Bild und versucht Hysterie und Desinformation zu verbreiten.
    Zu dem Security Point (im Regelfall ein ausgebauter Container) kann eine Frau gehen, wenn sie Probleme mit ihren besoffenen Begleitern hat, oder wenn sie ihre Gruppe verloren hat oder ihr Handy. Das sind im Übrigen auch die häufigsten Probleme, wegen denen Frauen diese Stellen ansteuern.
    Was Sie, Dieter, hier mal wieder verbreiten, grenzt knapp an Volksverhetzung, und Ihre Islamphobie ist schon sehr bedenklich.
    Wolf, der Einsatz der Rechten für Frauenrechte ist rein vorgeschoben, denn die scheuen sich nicht, auch alte Frauen tätlich anzugreifen (Pegida München).

  • Antwort von Kats, Samstag, 13.Januar, 15:58 Uhr

    @ Leonia und Wolf
    Zustimmung !
    Mein Kommentar wurde nicht freigegeben.

  • Antwort von Leo Bronstein, Samstag, 13.Januar, 16:18 Uhr

    @ Leonia
    >Zu dem Security Point<...>kann eine Frau gehen, wenn sie Probleme m. ihren besoffenen Begleitern hat, oder wenn sie ihre Gruppe verloren hat oder ihr Handy.<
    So wird es sein.
    Es gibt also doch Menschen die Ihr Handy verlieren.
    Und seit wann müssen die armen Frauen, die ihre Gruppen verloren haben, beim Security Point wie kleine Kinder abgeholt werden?
    Durchsage der Polizei: >Die kleine 25-30 jährige ... angezogen mit einem hellblauen Strampler ist gerade zu uns gekommen. Wir bitten die Gruppe, die sie verloren hat sich umgehend bei uns zu melden, sie wird schon sehr vermisst.<
    .
    >grenzt knapp an Volksverhetzung, und Ihre Islamphobie ist schon sehr bedenklich.<
    Waren vor Silvester 2015/16 solche Einrichtungen u. tausende Polizisten notwendig?
    Nein. Sonst hätten die Gleichstellungsbeauftragenten, etc. längst vorher Alarm geschlagen.
    Und es waren eben auch keine Hindus, Buddhisten, Juden, Christen, Agnostiker,... die an den Silvester Ereignissen beteiligt waren.

  • Antwort von Johanna , Samstag, 13.Januar, 16:28 Uhr

    @ Leonia & Wolf:
    Ebenfalls Zustimmung !!
    @ Kats:
    Was nicht veröffentliche Kommentare betrifft: geht mir auch manchmal so (habe nicht die Ruhe und Geduld von Leonia).

  • Antwort von Truderinger, Samstag, 13.Januar, 17:34 Uhr

    @Johanna: Ich habe sowieso langsam das Gefühl, dass der BR hier manche Schreiberlinge eindeutig bevorzugt. Von Dieter wird jeder Kommentar freigeschaltet, während unsere permanent zensiert werden:-)))

  • Antwort von Leonia, Samstag, 13.Januar, 18:10 Uhr

    Sicherlich gibt es von uns allen, die wir häufiger schreiben, immer mal wieder Kommentare, die nicht freigeschaltet werden. Das geht mir auch so, und ich bin mir sicher, dass es auch bei Dieter und anderen so sein wird. Natürlich hängt es auch von der Person ab, die gerade den Social Media Manager-Platz eingenommen hat. Da wird die Grenze, ab welcher man etwas als gegen die Netiquette verstoßend betrachtet, schon mal geringfügig in die eine oder andere Richtung variieren.
    Aber wir alle sollten das nicht persönlich nehmen. Ich möchte mit deren Aufgabe nämlich nicht tauschen und die je nach Menge der kommentierbaren Artikel möglicherweise im Sekundenabstand hereinrauschenden Kommentare alle überfliegen und beurteilen müssen. Haben wir also eine Portion Mitleid übrig für diejenigen, die diese wichtige Aufgabe wahrnehmen. Wer weiß, was sie uns alles ersparen . . .

  • Antwort von Kats, Samstag, 13.Januar, 19:05 Uhr

    Johanna, mir geht es wie Ihnen :-).
    Leonia, ich nehme es niemand übel, wenn ein Kommentar von mir nicht freigeschaltet wird.
    Meist gibt es freigeschaltete Kommentare, bei denen ich mich dann gerne " anhänge ".
    Das uns durch die Online-Redaktion viel erspart bleibt, da bin ich mir sehr sicher.

  • Antwort von Endlosschleife , Samstag, 13.Januar, 19:16 Uhr

    @Truderinger, wie sind Sie bewaffnet? Haben Sie den kleinen oder den großen Waffenschein?

  • Antwort von highwayfloh, Samstag, 13.Januar, 19:26 Uhr

    @Dieter:

    Ich bin 1972 geboren. Als meine Diskozeit anfing, gab es ebenso schon immer den Hinweis: Passt auf Euch auf und auf die Mädels. Also 1980er Jahre und später und in der Zeit gab es ebenso entsprechende Verbrechen (Vergewaltigungen / Morde / Missbrauch) und zwar durch Personen deutscher Herkunft und Staatsbürgerschaft!

    Wenn Sie also ein Bild in den Köpfen implizieren wollen, dass "deutsche" KEINE Strafttaten / Verbrechen begehen, dann :

    a) Lügen Sie ganz bewusst (weshalb?)
    b) verkennen Sie die Realität
    c) Sind offenbar daran interessiert mittels Streuung von gefälschten Informationen, das allgemeine Befinden mit Hilfe der modernen Medien in einem Sinne zu beinflussen, von dem nur Sie wissen, welchen Interessen dies dient.

  • Antwort von Leo Bronstein, Samstag, 13.Januar, 23:22 Uhr

    @ highwayfloh
    >Als meine Diskozeit anfing, gab es ebenso schon immer d. Hinweis: Passt auf Euch auf u. auf d. Mädels. Also 1980er Jahre und später und in der Zeit gab es ebenso entsprechende Verbrechen (Vergewaltigungen / Morde / Missbrauch) und zwar durch Personen deutscher Herkunft und Staatsbürgerschaft!<

    .
    In meiner Kindheit, zu Zeiten eines Jürgen Bartsch, haben mich meine Eltern ebenfalls gewarnt, allerdings nicht explizit und rassistisch ausschließlich vor dem bösen deutschen Mann, sondern generell vor fremden Leuten, die eigenartig freundlich waren.

    Und wie sich jetzt rausstellt, an Hand der PKS 1884 (Stand Juli 1986) PDF Datei Seite 73 und der PKS 1990 (Stand Juli 1991) PDF Datei Seite 96, hatten sie mit ihrer nicht eingeschränkten Warnung auch recht.
    Wer sich ein exaktes Bild von der Verteilung der Tatverdächtigen machen will braucht nur noch die jeweiligen PKS runterladen und auf den angegeben Seiten nachsehen.

Hallo, Samstag, 13.Januar, 12:00 Uhr

2. Der kleine Waffenschein ist überflüssig geworden

Zitat: "dazu will das Innenministerium nichts sagen."

Die Wahrheit ist: Einen kleinen Waffenschein braucht heutzutage kein Mensch!
Pfefferspray auf dem "nur zur Hundeabwehr" steht darf jeder bei sich führen. Gibt es im Baumarkt oder in der Drogerie.
Das ist das gleiche wie zur "Menschenabwehr" aber oft mit deutlich mehr Wirkstoff.
Im Ernstfall darf man das Hundeabwehrspray natürlich auch gegen Menschen einsetzen.
Auch bei anderen "Waffen" gibt es Ausnahmen.

Inzwischen weiß halt jeder, dass die Polizei wirklich nichts sagt, wenn man diese "Legalen Waffen" bei sich trägt.