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Evangelische Kirche im Visier Neue Ermittlungen zum Kirchenasyl

Nach Angaben der evangelischen Landeskirche ermittelt die Staatsanwaltschaft Schweinfurt gegen den früheren Kirchenasyl-Koordinator, Stephan Theo Reichel. Reichel habe eine Gemeinde in Nordbayern, die Afghanen vor der Abschiebung schützen will, beraten.

Stand: 02.09.2017

Stephan Theo Reiche, ehemaliger Berater und Koordinator Kirchenasyl Bayern im Auftrag der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche. | Bild: picture-alliance/dpa

Die Landeskirche bestätigte damit einen Bericht von "sueddeutsche.de". In dem Bericht gibt Reichel an, ein Polizist habe ihn telefonisch über das gegen ihn laufende Verfahren informiert und ihn befragt. Im Zuge der Ermittlungen werde erstmals gegen einen Vertreter der Landeskirche juristisch vorgegangen. Federführend ist die Staatsanwaltschaft Schweinfurt. Ihr zufolge wird Reichel als Beschuldigter geführt, weil sein Name in einem Brief der nordbayerischen Kirchengemeinde auftauchte.

Seehofer wollte bremsen

Bereits seit einigen Monaten werden immer wieder Fälle in Bayern publik, in denen gegen Pfarrer oder Kirchenvorstände ermittelt wird, weil sie Flüchtlingen Kirchenasyl gewähren. Vor diesem Hintergrund hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) Mitte August den "Wunsch formuliert, dass Bayern nicht vorprescht". Denn in anderen Bundesländern sind solche Ermittlungsverfahren nicht üblich. Die Zahl der Kirchenasyle sei nicht so hoch, dass radikale Schritte wie die Ermittlungen gegen Pfarrer gerechtfertigt wären, sagte damals eine Staatskanzlei-Sprecherin dem Evangelischen Pressedienst.

Reichel hatte seine aktive Tätigkeit als Koordinator und Ansprechpartner zum Thema Kirchenasyl für die Landeskirche zum 1. Juli beendet. Der 64-jährige war ab Oktober 2014 zunächst als freier Berater und seit Anfang Januar dieses Jahres als Angestellter tätig.


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Andrea, Sonntag, 03.September, 14:17 Uhr

10. Kirchenasyl-Koordinator bestrafen und exkommunizieren.

Diese Kirche hat etwas gemeinsames mit den Reichsbürgern, beide ignorieren den Staat und seine Gesetze, beide berufen sich dabei auf ferne Vergangenheit, beide halten ihr Grundstück für ein nicht betretbares Teritorium, beide bezahlen keine Steuern und Abgaben.

  • Antwort von Horst , Sonntag, 03.September, 14:24 Uhr

    Ein sehr guter Vergleich, Hundertprozentige Zustimmung. Danke.

Maria , Sonntag, 03.September, 14:01 Uhr

9. Kirchenasyl muß bestraft werden! Gleich wie die Reichsbürger.

Wenn so ein Gutmensch einen abgelehnten Flüchtling unbedingt in Deutschland behalten will, dann soll er sich beim Amt zum Unterhalt bis zur vollständigen Integration verbindlich verpflichten. Gutmenschen, die nur mit dem Geld von anderen Mitmenschen helfen wollen, mag ich nicht.

Doris , Sonntag, 03.September, 13:48 Uhr

8. Kirche ein rechtsfreier Raum so wie bei den Reichsbürgern?

Den Glauben und die Kirchen zur Privatangelegenheit machen. Keine Kirchensteuer für die Kirchen eintreiben, keine Steuergelder für die Kirchen, keine Restitution mehr für napoleonische Enteignungen bezahlen, keine Befreiungen von Steuern, Abgaben und Gebühren. Warum müssen Kirchen von allen Steuern, Abgaben und Gebühren befreit sein? Informieren Sie sich bitte, wie viel Steuergeld, also auch von Atheisten, die Kirche vom Staat bekommt. Fragen Sie bitte nach, warum die Kirche bis heute vom Staat Restitution für Säkularisation, also Entschädigung für napoleonische Enteignungen, bekommt. Es ist schon längst überkompensiert. Informieren Sie sich bitte über die Höhe der Gehälter der Würdenträger. Bekommen jetzt die Arbeitslosen die fiktive Kirchensteuer für Arbeitslose zurück?

  • Antwort von Reinhard , Sonntag, 03.September, 14:27 Uhr

    Sehr gut geschrieben, es zwingt zum Nachdenken. Weitere Kommentare schreiben! Vielen Dank.

  • Antwort von Johannes , Sonntag, 03.September, 16:08 Uhr

    Diese naiven Gutmenschen wollen alle retten auch die Wirtschaftsflüchtlinge vor der Armut, leider nur mit dem Geld von den anderen Mitmenschen. Alle retten und die Kosten auf die anderen abwälzen. Solche Schlawiner hasse ich.

Doris , Sonntag, 03.September, 13:45 Uhr

7. Staat finanziert Kirchen. Diese Kirche sabotiert den Staat.

Für die Säkularisation 1803 kassieren die Kirchen vom Staat bis heute eine Restitution. Diese uralte napoleonische Enteignung ist längst entschädigt, sie ist schon längst überkompensiert, aber keiner wagt es zu sagen. Einen Karriereknick kann kein Politiker gebrauchen. Schreiben darf man es vermutlich auch nicht.

Rosl, Sonntag, 03.September, 12:11 Uhr

6. Die neue Autokratie

Ein Ministerpräsident läßt per Ordre du Mufti geltendes Recht brechen. Wir leben in einer Bananenrepublik.
Man stelle ich vor, Putin oder Trump würden das machen, das Geschrei, das durch Deutschland fegt, wäre kaum auszuhalten!