Mahnende Silvesterpredigt Marx warnt vor egoistischer Gesellschaft
Wirtschaft, Politik, Medien und auch die Kirche müssen ihr Leitbild überdenken. Das forderte Kardinal Reinhard Marx, Erzbischof von München und Freising, in seiner Silvesterpredigt. Sonst werde die Gesellschaft immer egoistischer.
Die Finanz- und Schuldenkrise sei ein Zeichen dafür, dass falsche Anreize gesetzt würden, sagte Marx im Münchner Liebfrauendom. Dieses Leitbild habe propagiert, dass jeder Mensch an seinen eigenen Vorteil denken solle - und das auch vollkommen legitim sei.
"Da wir alle Sünder sind und verführbar, kann das auch eine Weile funktionieren, nicht nur bei Banken, auch bei deren Kunden. Nicht nur in Wirtschaft und Politik, sondern sogar in der Kirche."
Der Erzbischof von München und Freising, Kardinal Reinhard Marx
Langfristig führe diese Vorgehensweise zu einer Kultur des Misstrauens und damit auch zu gesellschaftlich negativen Entwicklungen. Dabei sei Vertrauen die wichtigste Voraussetzung für ein zukunftsfähiges Gemeinwesen. Man müsse sicher sein können, "dass der Bankangestellte nicht nur seine Boni, sondern meine gute Zukunft im Blick hat".
Ohne Blick auf Wahltermin oder Quote
Porträt
Bei Politikern müsse davon ausgegangen werden können, dass sie nicht nur taktisch auf den nächsten Wahltermin schauen, sondern stets das Gemeinwohl vor Augen haben. Für Medien dürften nicht Einschaltquoten oder Auflagenzahlen im Vordergrund stehen, sondern die objektive Berichterstattung.
Auch die Kirche schloss Marx in seiner Kritik nicht aus. Die Gläubigen seien darauf angewiesen, dass Priester und Bischöfe "wirklich den Glauben verkünden und nicht ihre persönlichen Interessen in den Mittelpunkt stellen".

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Alois Fuchs, Dienstag, 01.Januar, 10:42 Uhr
1. Ihr Bericht über Silvsterpredigt
Letzter Punkt:
Wrum nur die Priester?