10

Angeschlagenes Kaufhaus Kaufhof will mit Verdi über Einsparungen bei Personal sprechen

Bei Kaufhof laufen die Geschäfte seit einiger Zeit schon nicht so gut. Nun will das Management mit der Gewerkschaft Verdi darüber reden, wie sich beim Personal Kosten sparen lassen. Doch ob die Gewerkschaft sich darauf einlässt, ist alles andere als sicher.

Von: Birgit Harprath

Stand: 12.10.2017

Eingang des Kaufhof-Warenhauses am Marienplatz, München | Bild: picture-alliance/dpa

Die angeschlagene Kette Kaufhof möchte bei den Personalkosten sparen und berät darüber mit der Gewerkschaft. Gespräche habe es bereits gegeben, heißt es von Verdi. Doch konkrete Forderungen lägen bisher nicht auf dem Tisch. Es soll um die Einkommen gehen. Noch zahlt Kaufhof nach dem Flächentarif. Auch beim Urlaubs- oder Weihnachtsgeld könnte man den Rotstift ansetzen.

Oder aber man schließt unrentable Filialen und entlässt Personal. Das alles würde einen Bruch des Vertrages bedeuten, den Hudson Bay Company mit Metro abgeschlossen hat. Die Kandier hatten 2015 das Warenhaus gekauft und eben zugesichert, bis 2020 die Standorte und die Tarifeinkommen zu halten.

Sanierungstarif für 21.000 Beschäftigte

Also braucht Kaufhof jetzt Verdi, um mit der Gewerkschaft einen Sanierungstarif für die 21.000 Beschäftigten abzuschließen. Falls überhaupt, lässt sich die Gewerkschaft nur darauf ein, wenn sie vorher genau prüfen kann, wie schlecht es Kaufhof wirklich geht. Und sie wird noch etwas anderes wissen wollen: Kommt der Beitrag der Mitarbeiter zur Sanierung wirklich dem Warenhauskonzern in Deutschland zu Gute oder wird er durchgereicht zur Mutter?

Die Hudson Bay Company hat nämlich auch Finanzprobleme. Erst einmal werden am Freitag die Mitarbeiter auf Betriebsversammlungen informiert. Kunden von Kaufhof müssen sich darauf einstellen, dass die ein oder andere Filiale an dem Tag einige Stunden nicht geöffnet hat.


10