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Anschlag in Jakarta Deutscher unter den Verletzten

Bei dem Terroranschlag in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ist nach Angaben des Auswärtigen Amtes ein Deutscher verletzt worden. Die Polizei teilte mit, es habe sich um Angriffe nach dem Muster der Attentatsserie in Paris mit 130 Toten gehandelt.

Stand: 14.01.2016

Im Zentrum der indonesischen Hauptstadt Jakarta hat es heute Morgen mehrere heftige Explosionen gegeben. Der Einsatz ist mittlerweile beendet. Die Polizei berichtet von sieben Toten, darunter vier Angreifer. Die Detonationen haben ein belebtes Viertel mit vielen Läden und Restaurants westlicher Marken erschüttert. Bei den mehr als zwei Stunden langen Schusswechseln sollen mindestens ein Polizist und ein Ausländer getötet worden sein. Auch vier Attentäter kamen dabei ums Leben. Zwei von ihnen seien erschossen worden, die anderen beiden hätten sich selbst in die Luft gesprengt. Zu dem Anschlag bekannte sich die radikalislamische IS-Miliz. Ziel des Angriffs seien "Ausländer und Sicherheitskräfte, die sie beschützen sollten", gewesen, meldete die Nachrichtenagentur Aamaak, die dem sogenannten Islamischen Staat (IS) nahesteht. Die Polizei teilte mit, es habe sich um Angriffe nach dem Muster der Attentatsserie in Paris mit 130 Toten gehandelt. Der IS hatte nach Polizeiangaben der überwiegned muslimischen Bevölkerung vorab gedroht.

"Wir haben vorher eine Drohung des 'Islamischen Staates' erhalten, dass er Indonesien ins Visier nimmt"

Polizeisprecher in Jakarta

Ein deutsches Opfer

Die Polizei sichert in Jakarta Spuren nach dem Anschlag

Ein niederländischer UN-Mitarbeiter sei schwer verletzt worde, bestätigte ein Sprecher des Außenministeriums in Den Haag. Touristen sollten den Innenstadtbereich Jakartas vorerst meiden, hieß es. Augenzeugen berichteten, dass sich drei Selbstmordattentäter in einem Café in die Luft gesprengt hätten. Diese Angaben wurden bislang nicht bestätigt. In der Gegend befinden sich auch viele Luxushotels, Bürogebäude und Botschaften.

Indonesiens Präsident ruft zur Jagd der Täter auf

Indonesiens Präsident Joko Widodo besucht den Anschlagsort

Nach den schweren Explosionen in Jakarta hat Indonesiens Präsident Joko Widodo die Sicherheitskräfte zur Jagd auf die Täter aufgerufen. Er habe den nationalen Polizeichef und den Sicherheitsminister seines Landes angewiesen, die für die mutmaßliche Anschlagsserie Verantwortlichen zu verfolgen und festzunehmen. Indonesien hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Monaten mehrere Anschläge verhindert, die ebenfalls Bezug zum IS gehabt haben sollen. Erst vor wenigen Wochen waren in Indonesien nach einer Drohung gegen den Flughafen von Jakarta die Sicherheitsvorkehrungen erhöht worden.

In der Vergangenheit hat die Dschihadisten-Gruppe Jemaah Islamiyah immer wieder Anschläge in Indonesien verübt. Seitdem die Behörden die Vereitelung einer geplanten extremistischen Attacke auf Regierungsvertreter, Ausländer und andere Personen meldete, herrscht in dem südostasiatischen Land erhöhte Alarmbereitschaft. Am jüngsten Silvesterabend wurden rund 150.000 Polizisten und Soldaten entsandt, um Kirchen, Flughäfen und andere öffentliche Orte zu sichern. Mehr als 9.000 Polizisten wurden zudem auf Bali aufgeboten, wo sich 2002 die bislang folgenschwerste Terrorattacke in dem Land mit 202 Toten ereignete.


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