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Tote bei Selbstmord-Anschlag in Istanbul Attentäter laut Regierung IS-Anhänger

Wieder hat eine Terrorattacke die Türkei getroffen. Ein Selbstmordattentäter zündete seine Bombe in einer Einkaufsstraße in Istanbuls Zentrum. Fünf Menschen starben, 36 wurden verletzt.

Stand: 20.03.2016

Bei dem Selbstmordattentäter handelt es nach Regierungsangaben um einen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat. Der türkische Innenminister Efkan Ala teilte in Ankara mit, der Attentäter sei als Mehmet Ö. identifiziert worden und stamme aus dem türkischen Gaziantep. Der IS bekannte sich zunächst nicht zu der Tat.

Nach Angaben unseres Korrespondenten ist die zunächst verhängte Nachrichtensperre in der Türkei mittlerweile gelockert worden. Im Zentrum der türkischen Metropole hatte ein Mann am Samstag eine Bombe gezündet und vier Menschen mit in den Tod gerissen.

Bei den Toten soll es sich um drei Israelis und einen Iraner handeln. 36 weitere Menschen wurden verletzt, sieben von ihnen schwer. Unter den Verletzten seien zwölf Ausländer, teilte der türkische Gesundheitsminister Mehmet Muezzinoglu mit. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte am Abend mit, nach derzeitigen Erkenntnissen sei kein Deutscher verletzt worden. Das Gesundheitsministerium in Ankara hatte zwischenzeitlich auch von einem deutschen Staatsbürger unter den Verletzten gesprochen.

Im Herzen von Istanbul

Die Tat ereignete sich auf der zentralen Einkaufsstraße Istiklal. In der Nähe des Explosionsortes befinden sich ein Einkaufszentrum, zahlreiche Cafés, Restaurants und ausländische Konsulatsgebäude. Der Attentäter soll ein anderes Ziel gehabt haben, sei aber von der Polizei abgeschreckt worden und habe dann in Panik die Bombe gezündet, berichtete ein Regierungsmitarbeiter.

Die Umgebung des Anschlagsortes wurde abgeriegelt. Normalerweise gut besuchte Cafés und Restaurants blieben geschlossen.

Tödliche Anschläge in der Türkei

13. März 2016

Bei einem Anschlag im Zentrum der Hauptstadt Ankara sterben mindestens 37 Menschen. Mehr als 120 weitere werden verletzt. Eine Selbstmordattentäterin hatte sich mit einem Auto nahe einer belebten Bushaltestelle in die Luft gesprengt. Eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die Freiheitsfalken Kurdistans (TAK), bekannte sich zu der Tat.

Februar 2016

Bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi im Regierungsviertel von Ankara sterben 30 Menschen, darunter der Selbstmordattentäter. Später bekennt sich die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene militante Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) zu der Tat. Die türkische Regierung macht die PKK und ihren syrischen Ableger YPG für den Anschlag mitverantwortlich.

Januar 2016

Bei einem Anschlag im historischen Zentrum Istanbuls werden zwölf Deutsche getötet. Der Angreifer sprengt sich mitten in einer deutschen Reisegruppe in der Umgebung der Hagia Sophia und der Blauen Moschee in die Luft. Der Attentäter gehörte nach Angaben der türkische Regierung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) an.

Oktober 2015

Am Rande einer regierungskritischen Demonstration in der Hauptstadt Ankara reißen zwei Sprengsätze mehr als 100 Menschen in den Tod. Die Staatsanwaltschaft macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich.

September 2015

Bei einem Bombenanschlag in Igdir in der Osttürkei werden zwölf Polizeibeamte getötet. Zuvor starben bei einem Angriff der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK und Gefechten im südosttürkischen Daglica in der Provinz Hakkari 16 Soldaten.

August 2015

Bei einem Bombenanschlag und einem anschließenden Angriff auf eine Polizeiwache in der Millionenmetropole Istanbul werden mindestens vier Menschen getötet. Zwei Frauen greifen zudem das US-Konsulat an, eine wird festgenommen. Sie soll Mitglied der linksextremen Terrororganisation DHKP-C sein.

Juli 2015

Im südtürkischen Grenzort Suruc reißt ein Selbstmordattentäter 33 pro-kurdische Aktivisten mit in den Tod. Die Behörden machen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) verantwortlich, die sich allerdings nie zu der Tat bekennt.

Juni 2015

Zwei Tage vor der türkischen Parlamentswahl verüben Unbekannte in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir einen Sprengstoffanschlag auf eine Veranstaltung der pro-kurdischen Oppositionspartei HDP. Mindestens vier Menschen sterben.

Mai 2013

Bei der Explosion zweier Autobomben in der Grenzstadt Reyhanli werden mehr als 50 Menschen getötet. Die Regierung beschuldigt türkische Linksextremisten mit Kontakten zum Regime im benachbarten Syrien.

September 2011

Drei Menschen sterben in der türkischen Hauptstadt Ankara, als im Regierungsviertel eine Bombe explodiert. Eine Splittergruppe der PKK bekennt sich zur Tat.

Auswärtiges Amt mahnt zur Vorsicht

Das Auswärtige Amt rät zu erhöhter Vorsicht in Istanbul, Ankara und anderen Großstädten der Türkei. Reisende in Istanbul werden aufgefordert, vorerst in ihren Hotels zu bleiben und sich über die laufenden Ereignisse informiert zu halten.

Terror in der Türkei

Erst ein Wochenende vorher hatte es einen Anschlag in der Hauptstadt Ankara gegeben. Dabei waren 37 Menschen ums Leben gekommen.

Eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK bekannte sich zu der Tat. Sie sei eine Vergeltung für die "Massaker in Kurdistan", hatte die Gruppe in ihrem Bekennerschreiben mitgeteilt und zugleich neue Anschläge angekündigt. Die türkische Armee geht seit Monaten in einer Militäroffensive gegen die PKK im Südosten der Türkei vor.

Die TAK war 2004 aus der PKK hervorgegangen und hatte Anschläge in Städten verübt. Die Gruppe hatte sich schon im Februar zu einem Anschlag auf einen Militärkonvoi in Ankara mit 20 Toten bekannt.

In der Türkei kommt es immer wieder zu Anschlägen. In Istanbul hatte im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen mit in den Tod gerissen. Die Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugerechnet.


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Hans, Samstag, 19.März, 22:14 Uhr

3. Anschlag in Istanbul

Mit dieser türkischen Regierung machen wir "Geschäfte"..... Ich kenne die Türkei seit 1967 von vielen Reisen, geschäftlichen und privaten, her. Keine 10 Pferde kriegen mich da heute noch hin - nicht aus Angst sondern aus Widerwillen gegen die dort herrschende - defakto - Diktatur. Viel Geld ist aus Saudi Arabien in diese Reislamisierung geflossen.

Seppl, Samstag, 19.März, 21:05 Uhr

2. Ruheraum Deutschland?

Bleiben wir in Deutschland vielleicht bisher nur desshalb von Anschlägen verschont, weil die Terroristen das Land als Rückzugsgebiet nutzen?

Gretchen, Samstag, 19.März, 19:44 Uhr

1. Der Fisch im Wasser

Kommt mit den Flüchtlingen der Terror? Ob Abdesalam oder IS Terroristen in der Türkei: der Terror nutzt den Flüchtlingsstrom offenbar, um die Täter einzuschleusen. Der Flüchtlingsstrom und der damit verbundene Kontrollverlust des Staates hat ideale Voraussetzungen für die Terroristen geschaffen. Wie viele Schläfer gibt es wohl noch? Niemand weiß es um niemand wird Anschläge verhindern können, ob in der Türkei oder bei uns.