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Vom Dauerregen überrascht Männer tagelang auf Isar-Insel gefangen

Mitten in München sind zwei Menschen über mehrere Tage auf einer Insel festgesessen. Die Männer waren dort von heftigen Regenfällen überrascht worden. Wegen des Hochwassers in der Isar saßen sie plötzlich fest - bis ein BR-Reporter des Weges kam.

Von: David Friedman

Stand: 27.07.2017

Die Männer waren wohl am Montag auf die Weideninsel gelangt, die zwischen der Wittelsbacher- und der Reichenbachbrücke im Stadtteil Au-Haidhausen liegt. Mit dem Dauerregen der vergangenen Tage hatten sie dabei nicht gerechnet. Plötzlich saßen sie fest. David Friedman sah sie, alarmierte die Feuerwehr. Keine einfache Rettung für die Einsatzkräfte, denn die Strömung war stark.

Klettern vor Münchner Wahrzeichen: Die Feuerwehr rettete beide Männer mit Leitern.

"Also, das Problem ist halt jetzt wirklich die große Strömung und die großen Wassermengen, die wir aufgrund der starken Regenfälle haben. Dadurch ist der Isarfluß natürlich anders als normal. So kann man ja zu Fuß rübergehen und wieder zurückgehen. Jetzt probieren wir es halt, dass wir die betroffenen Personen mit der Drehleiter rüberholen. Boot wäre die zweite Möglichkeit. Also unsere Wasserrettungstruppe, die ist auch unterwegs und wir können das mit dem Boot auch machen, aber bei der Strömung ist Boot fahren auch nicht so gut, deshalb versuchen wir es jetzt mit der Leiter."

Thomas Redler, Berufsfeuerwehr München

Niemand hörte die Hilferufe

Ersten Angaben zufolge versuchten die Männer tagelang vergeblich, Hilfe zu holen. Doch niemand hörte oder entdeckte sie. Und ihre Handys wurden in der Nacht vom Fluß mitgerissen. Am Montag sind die Wanderer auf die Insel übergesetzt. Da war noch alles in Ordnung. Dann kam Starkregen und die Hoffnung, dass am nächsten Tag alles vorbei sei, doch das war es mitnichten.

"Wir wollten eigentlich eine Nacht bleiben und am nächsten Tag war das Wasser schon so hoch, dass wir nicht mehr rübergekommen sind. Wir haben so oft rübergerufen und die Leute haben gesagt, ja, wir holen Hilfe, aber keiner hat dann wirklich Hilfe gerufen. Wir wollten ja am Dienstag gleich wieder rüber, aber da hat uns einfach das Hochwasser erwischt."

Die geretteten Männer

Zufällig wurde dann heute ein Reporter des Bayerischen Rundfunks auf die beiden aufmerksam. Die beiden Männer mussten seit Montag aus der Insel verharren. Zum Glück hatten sie als Proviant fünf Liter Wasser und Brot dabei. Zu guter Letzt brach auch noch aufgrund des Sturmes und des Regens ihr Zelt zusammen. Übernachten mussten sie in einem Schlafsack, der fünf Zentimeter im Wasser lag. Die beiden kamen heute völlig durchnässt und durchfroren wieder auf der anderen Seite an.

Feuerwehr rettet die Männer

Die Rettungskräfte brachten die unterkühlten Männer ans Ufer. Wer sie sind und wie genau sie auf die Insel kamen, wird derzeit geklärt. Für die Rettung müssen die beiden nicht aufkommen, denn das Unwetter konnten sie nicht voraussehen.


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Der blank Entsetzte, Donnerstag, 27.Juli, 19:16 Uhr

12. Bin ich der einzige, der von DIESER Aussage entsetzt ist?

Jetzt wird über Leichtsinn und die Kosten der Rettung (die vermutlich, da es mit Drehleiter gereicht hat und kein Hubschrauber nötig war, sogar recht kostengünstug sein dürfte) diskutiert.

Jener Satz aus der Schilderung der Männer hat aber MICH entsetzt:
"Wir haben so oft rübergerufen und die Leute haben gesagt, ja, wir holen Hilfe, aber keiner hat dann wirklich Hilfe gerufen."

Diese Kaltschnäuzigkeit der betreffenden Leute sogar "ja ja" zu sagen und DANN nix zu tun, macht mich völlig fassungslos, und daß sich hier bei den Kommentatoren darüber auch noch niemand Gedanken gemacht hat, finde ich verstörend.

  • Antwort von Selim, Donnerstag, 27.Juli, 19:28 Uhr

    blanke Zustimmung!

  • Antwort von Michael S., Donnerstag, 27.Juli, 20:29 Uhr

    100 % Zustimmung, allen die hier jetzt über Dummheit sprechen möchte ich nur 2 Dinge sagen:

    1. hinterher ist man immer schlauer
    2. seien sie froh dass ihnen das noch nicht passiert ist

    Zu den Kosten würde ich sagen der Treibstoff für die Einsatzfahrzeuge alles andere sind bei einer Berufsfeuerwehr "eh da Kosten", also alles in allem nicht der Rede wert. Sind wir froh das es so glimpflich ausgegangen ist !!!

  • Antwort von Schauer, Donnerstag, 27.Juli, 21:10 Uhr

    Wie herzlos muss man sein, hier keine Hilfe zu leisten!!
    Hat da was mit der oberflächlichen Großstadtmentalität zu tun??

  • Antwort von Max, Donnerstag, 27.Juli, 21:51 Uhr

    Wenn es so war - wenn.

  • Antwort von Alsta, Donnerstag, 27.Juli, 22:44 Uhr

    Absolut richtig erkannt, Entsetzer. Sehr gut kommentiert!

    Diese Leute sollten sich ganz klein machen. Eine glatte menschliche Fehlleistung dieser "hilfsbereiten" Mitbürger. In meinen Augen so richtige Anti-Zivilcouragierte.
    Zumindest ein Anruf hätte gereicht.

    An die Buchhalterkommentatoren: Menschen machen viel Blödsinn. Wenn jeder Blödsinn, den Menschen machen bezahlt werden müsste, wären Polizei und Feuerwehren wohl reicher als Ölproduzenten.

    Verschulden hängt schon auch von Kenntnis und Vorhersehbarkeit von Gefahren ab.
    Also steckt den verbalen Colt wieder ins Holster ;-)

Wolfgang, Donnerstag, 27.Juli, 19:02 Uhr

11. Regen voraussehen, die ncht, aber der Wetterdienst mit den Warnmeldungen.

Und auf eine Flußinsel ohne Rückzugsmöglichkeit einen Hang aufwärts nur 50cm bis 1m über aktuellen Wasserstand in einem Zelt schlafen, das ist schon äusserst massive Dummheit.

Dazu keine Wetterinformation einhnolen! Schon der sonntag hatte in ganz Bayern teilweise Schauertätigkeit, der heisse sonnabend hatte für den alpenraum potentielle Gewitterlage, woher kommt die Isar?

Wann war die Meldung über die Gruppenrettung am Sylvensteinsee?

Bezahlen lassen, dummheit darf fianzeill wehtun.

  • Antwort von Andreas, Donnerstag, 27.Juli, 20:13 Uhr

    Dann sind Sie mal froh, dass Sie zu den

    (Anm. d. Redaktion: Sätze gestrichen. Wir wünschen uns hier respektvolle Diskussionen. Bleiben Sie bitte sachlich. Respektieren Sie andere Meinungen!) Dieser Kommentar wurde von der BR-Redaktion entsprechend unseren
    Kommentar-Richtlinien bearbeitet.

  • Antwort von highwayfloh, Samstag, 29.Juli, 23:53 Uhr

    @Wolfgang: Ich finde Ihren Kommentar anmaßend und überheblich, nichts Für ungut. Sind Sie denn jederzeit bezüglich jeder (auch unbekannten Örtlichkeit) informiert, wie sich die Wetterlage dort entwickelt und auswirkt? Nein? ....

Stefan, Donnerstag, 27.Juli, 19:01 Uhr

10. Unvorhersehbar?

Das Unwetter war unvorhersehbar? Wirklich? Hatte es nicht Tage zuvor schon Warnungen vor Dauerregen am Alpenrand über 40 Liter pro Quadratmeter binnen 24 Stunden gegeben? Ja, die gab es. Und was passiert ein paar Stunden nach Beginn des Regens? Ja, die Isar färbt sich braun und wird zum reißenden Fluß. Bei einem Gewitter würde ich nichts sagen, das fällt hin, wo es hinfällt. Aber hier wundert es mich, dass man diese Ausrede gelten lässt.

Atze, Donnerstag, 27.Juli, 18:43 Uhr

9. Hilfe

Erschütternd, dass die Leute dehnen 3 Tage nicht halfen...
Es gibt nun mal Leute, die so etwas noch nicht erlebt haben und da ist man vielleicht etwas unbedarft.

Matthias, Donnerstag, 27.Juli, 18:20 Uhr

8. Vielen Dank und ein Wunsch

Vielen Dank dem aufmerksamen BR-Reporter!

Etliche Passanten bemerkten die Beiden, holten jedoch
Keine Hilfe!?

DAS beunruhigt mich.

Haben auch sie die Gefahr nicht erkannt
oder sich etwa darauf verlassen, dass andere aktiv werden?

Wie einfach ist es,
(hier) über andere herzuziehen.

Es braucht keine Insel im Fluss und keinen Dauerregen, ein Sturz vom Rad genügt.
Und schon kann jeder von uns ebenso in einer Notsituation und auf Hilfe angewiesen sein.

HOffentlich kommt dann auch jemand rechtzeitig vorbei,
der unsre Lage wahrnimmt und tatsächlich Hilfe holt.

DAS wünsche ich allen, die sich hier äußern.

  • Antwort von Barbara, Donnerstag, 27.Juli, 19:30 Uhr

    Matthias, wenn jemand bei Dauerregen auf eine gefährliche Insel in der Isar geht, dann ist dies Leichtsinn und nicht zu vergleichen mit dem Radfahren. Denn mit dem Rad fährt man nicht aus "Abenteuerlust", sondern weil man eine Fortbewegungsmöglichkeit braucht! Während sich ein "Insulaner" aus Abenteuer auf die Insel begibt, begibt sich der Radfahrer nicht leichtsinnig in Gefahr, zumindest ein vernünftiger Radfahrer! Das Insel-Abenteuer ist Leichtsinn und Unvernunft! Ihr Vergleich ist also nicht sinnvoll!

  • Antwort von Matthias, Freitag, 28.Juli, 14:51 Uhr

    @Barbara

    Stimme Ihnen zu, dass es Leichtsinn war,
    bei der (angesagten) Wetterentwicklung gefährlicher(...!) Leichtsinn.

    Mein Kommentar bezog sich
    auf den hilfreichen(!) BR-Reporter -
    ohne ihn hätte die Meldung wohl höhere Wellen geschlagen,
    sowie
    den Umstand, dass wir alle manchmal auf HIlfe angewiesen sind.

    Ihre Unterscheidung zwischen abenteuerlustig und vernünftig
    ist auch mir wichtig.

    Und doch:
    nicht immer bin ich so vernünftig unterwegs wie ich es selbst für richtig halte,
    und manch "Unvernünftigem" begegnete ich bereits auf dem Rad,
    hatte Glück, einen Schutzengel oder wie auch immer man es bezeichnen mag.

    In diesem Sinn Ihnen auch weiterhin ein gutes Unterwegssein und Ankommen.

  • Antwort von Barbara, Montag, 31.Juli, 14:25 Uhr

    Matthias, Sie reden von "Schutzengeln"! Wer sich über die reale Existenz von "Schutzengeln" informieren will, der sollte die vielen Erfahrungs-Berichte des Hl. Pater Pio lesen, geb. am 25.5.1887, gest. am 6. September 1969, in Süditalien, bei Foggia. Millionen Menschen haben den Hl. Pater Pio aufgesucht und von seinen unzähligen Wundertaten berichtet! Pater Pio war einer der größten Wundertäter im 20. Jahrhundert! Er hat die reale Existenz der Engel geschaut!