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B5-Interview der Woche Theologe Batlogg zum 90. Geburtstag von Joseph Ratzinger

Als Professor, Erzbischof, Kurienkardinal und Papst - Joseph Ratzinger hat sich als Mitarbeiter der Wahrheit verstanden. Dafür könne man ihm dankbar sein, sagt Andreas Batlogg, Chefredakteur der Zeitschrift "Stimmen der Zeit", im Interview der Woche auf B5 aktuell.

Stand: 15.04.2017

Andreas Batlogg, Theologe, Jesuit und Chefredakteur der Zeitschrift "Stimmen der Zeit" | Bild: Pfarrei St.Michael, München

Der 90. Geburtstag des emeritierten Papstes wird laut Batlogg deshalb auch in Bayern ein ganz besonderer Tag sein. Joseph Ratzinger sei ein sehr frommer und intellektueller Mensch und habe die katholische Kirche stets in der Überzeugung "Glaube braucht Vernunft - und Vernunft braucht Glaube" geprägt. Das ist laut dem Theologen, Jesuit und Chefredakteur der Zeitschrift "Stimmen der Zeit", Andreas Batlogg, auch ein wichtiges Vermächtnis.

Benedikt der XVI. war ein großer Papst

Joseph Ratzinger, Benedikt der XVI., ist nach seiner Einschätzung ein großer Papst gewesen; aber vieles sei auch unglücklich verlaufen, er habe manchmal falsche Berater gehabt und Situationen falsch eingeschätzt. Den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. bezeichnet Batlogg als grundehrlichen Schritt, der das Papstamt auch vermenschlicht habe. Dennoch, so Batlogg, sollte das wohl eher die Ausnahme bleiben.


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H.E., Samstag, 15.April, 14:49 Uhr

1. Er wird sicher mal zum Kirchenlehrer ernannt!

Ich mochte auf der einen Seite Benedikt XVI, sah aber manches auch kritisch.
Heute müssen wir ihm besonders dankbar sein für seine REGENSBURGER REDE bei seinem zweiten Besuch als Papst in Deutschland, wo er viel Häme und Kritik einstecken mußte. Nicht umsonst wird gerade diese Rede von ihm in der heutigen Zeit immer wieder zitiert. Er hatte Recht!

  • Antwort von Friedrich Neumann, Bochum, Sonntag, 16.April, 13:50 Uhr

    Natürlich hatte er recht - wie in fast allem, was er geschrieben, gewirkt und durch sein Leben bekräftigt hat. Leider war er kein Politiker (oder sollte man sagen: Gott sei Dank). Ein Oberhaupt der katholischen Kirche, das zugleich Chef eines souveränen Staates ist und daraus wesentliche Elemente auch seiner theologisch-kirchlich-pastoralen Aktivitäten herleitet, muss aber beides sein - daher die Tragik des Rücktritts und der überfällige Richtungswechsel, der mit Franziskus erfolgt ist - einem sehr spirituellen Menschen, dem aber auch das Politische im besten Sinne des Wortes nicht fremd ist.