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Interview mit ABBA-Gründer Björn Ulvaeus "Wir Schweden haben weniger Angst zu scheitern"

ABBA-Gründer Björn Ulvaeus ist für die DLD-Konferenz nach München gekommen. Mit uns sprach er über seinen Lieblingsort in der Stadt, virtuelle und analoge Projekte und warum aus Schweden so viele erfolgreiche Unternehmen kommen.

Von: Veronika Beer

Stand: 16.01.2017

BR24: Willkommen in München, Björn Ulvaeus. Haben Sie einen Lieblingsort in der Stadt?

Björn Ulvaeus: Ich liebe den Viktualienmarkt. Der ist spektakulär und unglaublich. Ich habe noch nie etwas Ähnliches auf der ganzen Welt gesehen. Er ist absolut phantastisch.

Schweden ist auch wunderschön - und bringt vor allem auffällig viele erfolgreiche Unternehmen hervor. Sind Ihre Landsleute besonders kreativ und experimentierfreudig?

Das liegt schon auch an der schwedischen Gesellschaft. Bei uns gibt es weniger Einkommensunterschiede. Wir hatten keinen Krieg. Das hat uns sicher einen Vorteil und Sicherheiten verschafft bei Unternehmensgründungen. Gleichzeitig sind wir Schweden von Haus aus Neuem aufgeschlossen, mögen Risiken und haben vielleicht weniger Angst zu scheitern.

Sie arbeiten aktuell an einem "virtuellen ABBA". Was dürfen wir uns darunter vorstellen?

Ich bringe gemeinsam mit dem Unterhaltungsproduzenten Simon Füller, dem Manager der Beckhams oder früher auch der Spice Girls, ein Projekt voran. Es trägt den Arbeitstitel "Virtuelles ABBA". Dafür benutzen wir alle Technologien, die in der Unterhaltungsindustrie enorm up to date sind: virtuelle Realität (VR), digitale Menschen und künstliche Intelligenz (Artificial Intelligence, AI), aber auch Augmented Reality (AR), also die visuelle Darstellung von Zusatzinfos für Bilder oder Videos - wie, wenn bei Freistößen im Fußball Entfernungen durch Kreise oder Linien eingeblendet werden. So soll am Ende eine spektakuläre Show entstehen. Sie wird die erste ihrer Art sein.

Aktuell haben Sie in Ihrer Heimat Stockholm riesigen Erfolg mit einem Live-Event namens "Mamma Mia - the Party". Was ist das?

Das ist irgendwie das genaue Gegenteil von "Virtuelles ABBA", weil es sehr analog gestaltet ist. Aber auch dieses Projekt begann als Experiment, wie so oft in Schweden. Wir probieren gerne Neues aus. In dem Fall wollten wir Essen, Trinken, Live-Musik, Geschichten, Sänger, Schauspieler und Musiker auf eine ganz neue Art zusammenbringen, um eine echte Party daraus zu machen. In Stockholm ist es ausverkauft. Als nächstes wollen wir das Live-Event nach London und Köln bringen. Vielleicht auch bald nach Bayern.


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