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Browser sollen Pop-ups aussortieren Nervige Internet-Werbung bald passé?

Wer kennt das nicht: Man surft durchs Netz und plötzlich poppt ein Anzeigen-Fenster auf oder ein Werbe-Video startet unvermittelt. Doch das könnte womöglich bald aufhören. Ein Zusammenschluss von Werbe- und Internetkonzernen plant einschneidende Änderungen für die Werbewirtschaft.

Von: Christian Sachsinger

Stand: 21.04.2017

"Coalition for better Ads" zu Deutsch Allianz für bessere Werbung heißt der Zusammenschluss, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Online-Werbung zu verbessern. Nun soll ein neuer sogenannter Adblocker besonders nervige Dinge unterbinden. Browser wie Googles Chrome oder Microsofts Edge würden viele Pop-ups einfach aussortieren. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, könnte Google einen solchen Filter für Desktop-PCs und Smartphones schon in den kommenden Wochen präsentieren. Der Nutzer kann das Programm dann angeblich wahlweise aktivieren oder deaktivieren.

Was Werbung nicht mehr erlaubt sein soll

Werbeanzeigen füllen oft den ganzen Bildschirm

Das "Wall Street Journal" gehört selbst zur "Coalition for better Ads", gemeinsam mit Google, Facebook, Microsoft und vielen anderen US-Konzernen aber auch deutschen Unternehmen. Die Allianz hatte nach einer breit angelegten Nutzer-Umfrage Kriterien für gute Internetwerbung formuliert, bzw. festgelegt, was nicht erwünscht ist. Demnach sollten beispielsweise Pop-ups von alleine startenden Videos mit Ton, Anzeigen mit Countdown, sowie große Werbungen, die nicht mitscrollen, verhindert werden. Auf Smartphones stören zudem z.B. blinkende Anzeigen. Generell sollte Werbung nicht mehr als 30 Prozent des Handy-Bildschirms bedecken.

Google in der Zwickmühle

Bei Chrome wird der Filter eventuell besonders rigoros agieren. Den Berichten zufolge könnten alle Anzeigen auf einer Internet-Seite blockiert werden, wenn sich darunter nur einige befinden, die die Kriterien nicht erfüllen. Gleichzeitig sorgt sich Google natürlich ums eigene Werbegeschäft. Man würde gerne die bereits jetzt immer mehr um sich greifenden Konkurrenz-Adblocker überflüssig machen, die ja auch Google-Anzeigen ausbremsen. Und so befindet sich der US-Konzern im Zwiespalt: als Suchmaschinenbetreiber will er das Surferlebnis der Nutzer unbedingt verbessern. Als Werbetreibender würde er sich mit dem Blocker auch selbst Beschränkungen auferlegen, die dann vielleicht besonders großzügig ausfallen. Klar ist auch: falls fremde Inhalte geblockt werden, die eigenen Anzeigen aber nicht, droht Google mit Sicherheit neuer juristischer Ärger.


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