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Vergleichsportale Versteckte Provisionen offenlegen

Internetportale, auf denen man Finanzprodukte und Versicherungen vergleichen kann, sollen künftig ihre versteckten Provisionen offenlegen, die sie für Vermittlungen kassieren. Der Bundesrat fordert dafür eine entsprechende Gesetzesänderung auf Initiative von Hessen. Die Landesregierung bestätigte das Vorhaben, das sich gegen Vergleichsportale wie Verivox oder Check24 richtet.

Von: Felix Lincke

Stand: 18.02.2016

Eine junge Frau sitzt an einem Laptop und hat zahlreiche Werbeprospekte und Broschüren auf dem Tisch zu liegen | Bild: picture-alliance/dpa

Verbraucher wissen in der Regel nicht, dass Internetportale, die mit ihrer Unabhängigkeit werben, versteckte Provisionen kassieren. Das gilt für viele Finanzprodukte und für Versicherungen, die auf Vergleichsportalen gelistet sind. Zumindest bei diesen Produkten sollen die Portale künftig nach dem Gesetzentwurf des Bundesrats gezwungen sein, offen zu legen, wenn sie für eine Vermittlung Geld kassieren.

Keine objektiven Vergleiche

Viele Vergleiche sind dadurch nicht mehr objektiv, oder es werden entscheidende Fakten verschwiegen. So war bei einem viel beworbenen Null-Prozent-Ratenkredit zunächst nicht erkennbar, dass er auf eintausend Euro beschränkt ist. In diesem Rahmen gibt es bei Banken bereits kostenlose Überziehungskredite.

Täuschung der Verbraucher

Gegen das Online-Portal Check24 beginnt nächste Woche ein Prozess vor dem Landgericht München. Versicherungsvertreter werfen Check24 Täuschung der Verbraucher vor, weil nicht erkennbar sei, dass es zum Teil wie ein Versicherungsmakler arbeite und Provisionen kassiere. Die Verbraucher sollten dagegen glauben, dass die Portale sich durch Werbung finanzierten.


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