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Deutsches Internet-Institut wird gegründet Kampf dem "Neuland"?

In der Bundeshauptstadt wird es von kommendem Herbst an einen neuen Akteur in der Forschungslandschaft geben: Das "Internet-Institut für die vernetzte Gesellschaft" soll interdisziplinär die Folgen der Digitalisierung und des digitalen Wandels erforschen.

Von: Janina Lückoff

Stand: 23.05.2017

Berlin wird der Standort des neuen Deutschen Internet-Instituts | Bild: BR/Janina Lückoff

2013 noch hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel das Internet als "Neuland" bezeichnet, aber sie hat wohl geahnt, dass die Herausforderungen durch dieses "neue Internet" noch vielfältiger werden: Im Koalitionsvertrag hat die Bundesregierung vereinbart, ein Deutsches Internet-Institut einzurichten, das die Folgen der Digitalisierung und des digitalen Wandels untersuchen soll.

Niederlage für bayerischen Bewerber

2015 gab Forschungsministerin Johanna Wanka den Startschuss; in einem zweijährigen Wettbewerbsverfahren hat sich nun ein Konsortium aus Berlin und Brandenburg durchgesetzt. Es hat damit die zuletzt vier Mitbewerber hinter sich gelassen, darunter auch die Bayerische Akademie der Wissenschaften.

Der Verbund umfasst die vier Berliner Universitäten - also die Freie Universität Berlin, die Humboldt-Universität, die Technische Universität und die Universität der Künste, sowie die Universität Potsdam und das Fraunhofer Institut für offene Kommunikationssysteme. Koordiniert wird das Konsortium vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung. Jeanette Hofmann leitet dort die Projektgruppe "Politikfeld Internet"; sie betont, bei der zweijährigen Ausarbeitung des nun ausgewählten Konzepts habe das Team bereits gute Vorarbeit für das neue Institut geleistet:

"Ein Team, das über die Disziplingrenzen von Recht, Technik und Gesellschaftsforschung hinweg ein wirklich gutes Verständnis für die Anliegen und Forschungsfragen der jeweils anderen Disziplinen entwickelt hat. Und diese Zusammenarbeit – davon sind wir überzeugt – wird dem Institut zu gute kommen."

Jeanette Hofmann, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Interdisziplinär und unabhängig soll das neue "Internet-Institut für die vernetzte Gesellschaft" - so der vollständige Name - ethische, rechtliche, wirtschaftliche und gesellschaftliche Aspekte von Internet und Digitalisierung erforschen. Die Fragestellung lautet dabei: Welchen Einfluss hat der digitale Wandel auf die Arbeitswelt? Auf die kritische Infrastruktur? Auf die demokratische Beteiligung der Gesellschaft?

"Die Digitalisierung verändert unser Leben, unser Alltagsleben, verändert die Art und Weise wie geforscht wird, verändert die Arbeitsbedingungen, verändert auch ganz viel im persönlichen Bereich", sagt Bundesforschungsministerin Wanka. Sie hat hohe Erwartungen an den neuen Akteur in der Forschungslandschaft:

"Ich glaube, dass wir mit dieser Entscheidung (…) gute Chancen haben, dass sich wirklich ein Leuchtturm, nicht nur im deutschen Bereich sondern international im Wissenschaftsfeld entwickelt."

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka

Über die Grenzen hinaus soll das Deutsche Internet-Institut ausstrahlen. Deshalb würden die Stellen international ausgeschrieben, "um die Besten in der Welt nach Deutschland zu holen", wie Wanka sagt. Das sei keine Absage an die Wissenschaftler in Deutschland.

"Wir sagen, international ausgeschrieben: Wenn der beste Bewerber aus Deutschland ist, dann kriegt er den Zuschlag. Das ist keine Ausgrenzung, sondern das ist der Versuch, es sehr weit zu fassen und möglichst die besten Köpfe zu gewinnen."

Bundesforschungsministerin Johanna Wanka

Für die ersten fünf Jahre stellt Wankas Ministerium bis zu 50 Millionen Euro bereit; im September will das Institut seine Arbeit aufnehmen.


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Selim, Dienstag, 23.Mai, 22:14 Uhr

1. Neuland

Neuland bräuchten wir in der Tat.
Dann könnte weiter versiegelt und zugebaut werden.
Vielleicht baut uns das Internet eine Brücke zur Venus oder wo können Menschen noch leben? Vielleicht auf dem Mars.
Das wäre dann wirklich "Neuland"
...
Was für ein Gehampel mit der Sprache!