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Wolfgang Ischinger Über deutsche Sicherheit entscheidet nicht Washington

Der US-Verteidigungsminister hat daran erinnert: Grundsätzlich sollen die NATO-Mitglieder zwei Prozent ihrer Wirtschaftsleistung fürs Militär ausgeben. Wolfgang Ischinger, Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, plädiert aber für ein anderes Modell.

Stand: 16.02.2017

Kurz vor dem Beginn der Münchner Sicherheitskonferenz hat deren Leiter mehr Eigenständigkeit in der deutschen Sicherheitspolitik angemahnt.

"Es kann nicht so sein, dass über das, was Deutschland sicherheitspolitisch braucht, um sich und seine Bevölkerung zu schützen, in Washington entschieden wird."

Wolfgang Ischinger

Deutschland müsse "schon selber im Stande sein, darüber zu Entscheiden, wie viel Geld wir ausgeben wollen und müssen, um Sicherheit zu gewährleisten", so Wolfgang Ischinger im Interview mit der radioWelt auf Bayern 2.

Statt zwei Prozent fürs Militär drei Prozent für Militär plus x

Die Diskussion darüber, ob Deutschland seine Militärausgaben auf zwei Prozent des Bruttosozialprodukts erhöhen sollte, greift nach Ischingers Ansicht zu kurz

"Wir reden seit Jahren über einen umfassenderen Sicherheitsbegriff. Wir wissen seit Afghanistan, dass es mit Militär allein nicht getan ist. Dazu gehört auch Entwicklungshilfe, politische Stabilisierung und humanitäre Aktionen für Flüchtlinge. Es wäre viel sinnvoller, wir würden statt zwei Prozent für Militär sagen: Geben wir doch drei Prozent für unser internationales Engagement aus: also für Militär, Diplomatie, Entwicklungshilfe und humanitäre Leistungen."

Wolfgang Ischinger

Ein Modell, mit dem sich Linke leichter tun?

Eine solche Umwidmung des Sicherheitsbegriffes würde es dann auch linkeren politischen Kräften leichter machen, einer Erhöhung dieser Mittel zuzustimmen, so Wolfgang Ischinger in der radioWelt auf Bayern 2.


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