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Teurer wohnen in Bayern Mieten steigen schneller als Inflation

Die Mieten für Wohnungen in Bayern sind 2015 im Vergleich zum Vorjahr im Schnitt um 3,4 Prozent gestiegen, das hat der Immobilienverband Deutschland (IVD) ermittelt. Damit lag der Zuwachs deutlich über der Inflationsrate von 0,2 Prozent.

Stand: 19.02.2016

Verschiedenfarbige Wohnhäuser im Stadtteil "Altstadt Lehel" in München | Bild: picture-alliance/dpa/ Matthias Balk

Das Mietpreisniveau ist bayernweit weiterhin hoch. Vor allem in den bayerischen Groß- und Universitätsstädten sei 2016 "mit keiner signifikanten Entspannung auf den Mietwohnungsmärkten zu rechnen", sagte der Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, Stephan Kippes. Grund seien die steigenden Einwohner- und Haushaltszahlen, die sich durch die enorm zugenommene Zuwanderung noch verstärken.

Mietsteigerung um 40 Prozent innerhalb von zehn Jahren

Konkret heißt das: Der Mietpreis für eine Mietwohnung mit Baujahr ab 1950 lag im Jahr 2005 noch bei 6,60 Euro pro Quadratmeter. Das hat der Immobilienverband ermittelt. Bis 2015 sei der Mietpreis um fast 40 Prozent auf 9,20 Euro pro Quadratmeter geklettert. Damit hätten die durchschnittlichen Preisanstiege über den Teuerungsraten gelegen. Ausnahmen habe es hier nur in den Jahren 2005 und 2008 gegeben.

Wohnen und Mieten ist deutschlandweit ein leidiges Thema. "In Ballungsräumen wird es zukünftig nicht mehr möglich sein, die Mieten in die Höhe zu treiben", verkündete noch im letzten Jahr Justizminister Heiko Maas.

Mietpreisbremse seit 1. Juni 2015

Seit dem 1. Juni gilt in Deutschland die Mietpreisbremse, in Bayern trat sie am 1. August in Kraft. Denn zuletzt hatte es in einigen Städten riesige Sprünge gegeben, wenn eine Wohnung in begehrter Lage neu vermietet wurde.

Die Kritiker melden sich bis heute zu Wort. Denn: Die Mietpreisbremse greift nicht grundsätzlich. Die Regelung gilt nur in Städten und Gemeinden, in denen der Wohnungsmarkt angespannt ist. Wo genau, das legen die Länder fest. Außerdem gibt es Ausnahmen, zum Beispiel bei neu gebauten und bei umfassend sanieren Wohnungen. Und: Bloß weil die Mieten gedeckelt werden, gibt es auch nicht mehr Wohnungen auf dem Markt.


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Oliver S., Freitag, 19.Februar, 14:50 Uhr

1. Vorschlag:

Wir beenden diese Preistreiberei für Grundstücke, Immobilien und Mieten endlich mal. Es gibt nämlich kein Naturgesetzt, nach welchem diese Preise ständig steigen dürften. Energetische Anforderungen machen bauen sicherlich teurer, diese Preistreiberei auf dem Immobiliensektor ist jedoch unserem wachstumsbesessenen Kapitalismus geschuldet.

Irgendwie spinnt unser Kapitalismus schon gewaltig. Trotz der damit verbundenen Probleme dürfen diese Kosten weiter steigen. Und weil sich dann bestimmte Gruppen diese Kosten nicht mehr leisten können - Geringverdiener und künftig wohl zunehmend auch anerkannte Asylbewerber - schreien wir nach sozialem Wohnungsbau und belasten die Allgemeinheit. Rentner wohnen zudem in München zuweilen in großen Wohnungen, die sie nicht mehr brauchen und wollen und blockieren damit Wohnraum für Familien. Problem: kleinere Wohnungen sind teurer, als die große mit Mietpreisbindung. Geht es eigentlich noch dümmer und shizophrener?