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Robert-Koch-Institut Immer mehr Krebserkrankungen - Vorsorge wichtiger denn je

Immer mehr Menschen in Deutschland erkranken an Krebs. Das liegt auch daran, dass wir immer älter werden. Die häufigste Krebsart bei Frauen ist nch wie vor Brustkrebs, bei Männern Prostatakrebs. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind wichtiger denn je.

Stand: 07.12.2017

Krebszellen im Model | Bild: picture-alliance/dpa/Sigrid Gombert

In Deutschland erkranken immer mehr Menschen neu an Krebs. Jeder zweite Deutsche erkrankt im Laufe seines Lebens an Krebs. Bedingt durch die Zunahme der Zahl älterer Menschen stiegen die Krebsdiagnosen von 2004 bis 2014 bei Männern um sechs Prozent auf 249.200 und bei Frauen um neun Prozent auf 227.000, wie das Robert-Koch-Institut am Mittwoch in Berlin mitteilte. Etwas mehr als die Hälfte der festgestellten Fälle betrafen Brustdrüse (69.900), Darm (61.000), Prostata (57.400) und Lunge (53.800). Frauen seien nach wie vor am häufigsten von Brustkrebs betroffen, Männer am häufigsten von Prostatakrebs, hieß es.

Das Rauchen ist immer noch schuld

Werden jedoch die unterschiedliche Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt und verzerrende Alterseinflüsse herausgerechnet, ist die Erkrankungsrate bei Männern im Zehn-Jahres-Vergleich um zehn Prozent gesunken, während sie bei Frauen um drei Prozent gestiegen ist. Das liegt den Angaben nach vor allem an der gestiegenen Zahl der durch das Rauchen begünstigten Lungentumoren bei Frauen, während diese Krebsform bei Männern seit Anfang der 1990er Jahre abnimmt.

Überlebenschancen werden immer besser

Die Überlebensaussichten von Betroffenen haben sich den Angaben zufolge in den vergangenen Jahrzehnten aber stetig verbessert. Dabei gebe es große Unterschiede zwischen den verschiedenen Krebsarten.

Langjährige Datenbasis

Die Ergebnisse beruhen auf Daten der epidemiologischen Krebsregistrierung bis zum Jahr 2014. Veröffentlicht wurden sie in der alle zwei Jahre publizierten Broschüre «Krebs in Deutschland» der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland und des Zentrums für Krebsregisterdaten im Robert-Koch-Institut.

Brustkrebs – Häufigste Erkrankung bei Frauen

Brustkrebs betrifft etwa jede achte bis zehnte Frau in Europa. In Deutschland gibt es nach aktuellen Angaben des Robert-Koch-Institutes eine Neuerkrankungsrate von etwa 75.000 Frauen pro Jahr. Jedes Jahr sterben circa 15.000 bis 17.000 Frauen an Brustkrebs. Genaue Zahlen liegen nicht vor, ein bundesweites Krebsregister wird gerade eingeführt. In der Region München und Oberbayern gibt es das Tumorregister des Tumorzentrums München. Fest steht jedoch, dass meist Frauen ab dem 50. Lebensjahr an Brustkrebs leiden, aber auch junge Frauen können erkranken. Wegen der Häufigkeit und der Gefährlichkeit, aber auch dem Bezug zur weiblichen Brust ist diese Krebsart wie wenige andere mit Ängsten befrachtet. Doch die Heilungschancen steigen.

Vorsorgeuntersuchung: Männer müssen auf Prostatakrebs achten

Prostatakrebs, der zu Beginn in der Regel nur wenig Beschwerden macht, ist die dritthäufigste tumorbedingte Todesursache bei Männern. Prostatabeschwerden sind noch immer ein großes Tabu - obwohl es kein Problem sein muss, Prostataleiden rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Und die Vorsorgeuntersuchung ist unkompliziert.

Heilungschancen steigen mit der Früherkennung

Bei der Krebsfrüherkennung ist eine Tastuntersuchung über den Enddarm (sog. "digital rektale Untersuchung") ein wichtiger Bestandteil. Neben der Beurteilung der Prostatagröße kann die Konsistenz der Prostata untersucht werden. Verhärtete Areale sind hierbei als tumorverdächtig zu werten. Wichtig: Je früher ein Krebs entdeckt wird, umso besser sind die Therapiemöglichkeiten. So können mehrere Optionen in Betracht gezogen werden, die das individuelle Risiko und die individuellen Bedürfnisse besser berücksichtigen.

Krebs macht unsicher und hilflos – Bewegung hilft

Um der Hilflosigkeit, die Krebspatienten empfinden, aktiv entgegenzutreten, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Ein simples, aber entscheidendes Mittel: Bewegung. Wichtig ist, dass der Patient selbst aktiv wird. Aber das Aktiv-Sein, die Eigeninitiative tut nicht einfach nur gut. Die Bewegung verbessert tatsächlich auch das Blutbild und wirkt dem Erschöpfungssyndrom (Fatigue) entgegen.

Sport kann die Prognose der Heilung verbessern

Allerdings eignet sich nicht jede Sportart gleichermaßen, um die Prognose eines Krebspatienten zu verbessern, sondern hauptsächlich Ausdauersportarten wie Joggen, Nordic Walking, Fahrradfahren oder Schwimmen, denn solche Ausdauersportarten bringen den Stoffwechsel wieder in Schwung.


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