6

Tarifkonflikt nimmt Fahrt auf IG Metall beginnt mit Warnstreiks bei VW-Tochter Porsche

Im Tarifkonflikt für die bundesweit 3,9 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie erhöhen die Gewerkschaften angesichts "festgefahrener" Verhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber. Morgen soll der Autobauer Porsche in Stuttgart bestreikt werden - doch die Arbeitgeber wehren sich mit jursitischen Mitteln.

Von: Karsten Böhne

Stand: 03.01.2018

Demonstrationsteilnehmer stehen am 06.12.2017 vor dem Haus der Wirtschaft in München | Bild: picture-alliance/dpa

Für morgen ruft die IG Metall in Stuttgart zu einem größeren Warnstreik auf. Bei einer Kundgebung bei der Volkswagen-Tochter Porsche werden mehr als 1.000 Teilnehmer erwartet. Damit soll der Druck auf die Arbeitgeber erhöht werden.

Bereits gestern Streiks in Norddeutschland

Schon am Dienstag hatte es erste Warnstreiks in Hannover und Salzgitter gegeben. Rund 100 Teilnehmer zogen bei den beiden Kabelherstellern RFS und Nexans in der niedersächsischen Landeshauptstadt am Vormittag vor das Werkstor. In Salzgitter legten bei Bosch rund 250 Beschäftigte die Arbeit nieder.

Arbeitgeber und Gewerkschaft weit auseinander

Bisher ohne Ergebnis: Metall-Tarifgespräche in Bayern

Bisher wurden zwei Verhandlungsrunden in allen Regionen absolviert. In der zweiten Runde der regional geführten Gespräche hatten die Arbeitgeber ein Lohnplus von zwei Prozent im April angeboten, außerdem eine Einmalzahlung von 200 Euro für die Monate Januar bis März. Die IG Metall fordert bundesweit sechs Prozent mehr Geld und das Recht auf eine vorübergehende Senkung der Wochenarbeitszeit auf 28 Stunden. Dabei sollen bestimmte Gruppen - etwa Schichtarbeiter, Eltern junger Kinder und Angehörige von Pflegebedürftigen - einen Teillohnausgleich erhalten.

Metallarbeitgeber untermauern ihre Position mit Rechtsgutachten

Der Tarifkonflikt könnte auch vor Gericht ausgetragen werden. Die Arbeitgeber untermauern ihre Position mit einem Rechtsgutachten, das die Forderungen der IG Metall zu Teilzeitarbeit mit Lohnausgleich als rechtswidrig einstuft. Die Arbeitgeber haben sich bislang nicht festgelegt, ob und wie sie rechtlich gegen die von der IG Metall angekündigten Warnstreiks vorgehen. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass ihre Forderung rechtmäßig ist.


6