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Unfall ICE kracht mit Wildschweinen zusammen

Der ICE 596 von München-Stuttgart-Berlin ist gestern westlich von Berlin mit Wildschweinen zusammengestoßen. Etwa 400 Reisende mussten in einen anderen Zug unsteigen. Verletzt wurde niemand.

Stand: 15.11.2017

Wildschwein | Bild: picture-alliance/dpa

Ein ICE der Deutschen Bahn ist in Rathenow westlich von Berlin mit Wildschweinen zusammengestoßen. «Der ICE ist leider nicht mehr fahrbereit», berichtete die Bundespolizei auf Twitter. Etwa 400 Reisende im ICE 596 (München-Stuttgart-Berlin) mussten am Dienstagabend auf freier Strecke in einen anderen Zug wechseln, der von Basel kam und an der Unfallstelle vorbeifuhr. Die Fahrgäste haben ihr Fahrtziel Berlin mit fast vier Stunden Verspätung erreicht. Die Reisenden hätten die Hauptstadt um 20.29 Uhr erreichen sollen - der Zug aus Basel kam am Hauptbahnhof gegen Mitternacht an.

Verletzte gab es bei dem Vorfall nicht, wie die Bundespolizei mitteilte. Die Strecke zwischen Rathenow und Schönhausen in Sachsen-Anhalt konnte bis Mitternacht nicht befahren werden. Danach wurde ein Gleis des gesperrten Abschnitts wieder freigegeben. «Da das Verkehrsaufkommen am Abend geringer ist, konnten wir alle Züge umleiten», erklärte eine Bahnsprecherin.

Das Gleis, auf dem der Unfallzug stand, war bis etwa 4.30 Uhr gesperrt, weil ein Kabel beschädigt wurde. Bis zum frühen Vormittag sollte der Verkehr den Angaben zufolge wieder ohne Störungen rollen. Wie viele Wildschweine von dem ICE erfasst wurden, war am Morgen noch unklar. Die Strecke zwischen Berlin und Wolfsburg ist eine wichtige Trasse für Verbindungen etwa in Richtung Nordrhein-Westfalen und Frankfurt am Main und Stuttgart.

Verhalten bei einer Begegnung mit einem Wildschwein

Wildschweine können auf unterschiedliche Arten eine Menge Schaden anrichten. Zum Beispiel auf Straßen, die durch Wälder führen. Immer häufiger kommt es zu Zusammenstößen zwischen Tieren und auch Autofahrern - ein Blechschaden ist dabei garantiert. Im schlimmsten Fall werden aber auch Menschen verletzt, denn die Kollision mit einem zentnerschweren Wildschwein hat eine Wucht vergleichbar der mit einem Nashorn.

Achtung Wildunfall: So verhalten Sie sich richtig!

  • Unfallstelle absichern, Warnblinkanlage einschalten und Warndreieck in ausreichender Entfernung aufstellen.
  • Wenn gefahrlos möglich, tote Tiere mit Handschuhen von der Straße ziehen. Verletzte Tiere auf keinen Fall anfassen: Verletzungs- und Tollwutgefahr!
  • Den Unfall unverzüglich der Polizei melden – auch wenn das Tier geflüchtet ist. Die verständigt den Jagdpächter.
  • Polizei oder Jagdpächter stellen eine Wildunfall-Bescheinigung zur Schadenregulierung bei der Versicherung aus.
  • Unfallfolgen für die Versicherung durch Fotos dokumentieren. Fahrzeugschäden durch Haarwild sind in der Regel durch die Teilkasko abgedeckt.
  • Auf keinen Fall das tote Wild in den Kofferraum legen und wegfahren. Das ist Wilderei und somit strafbar.

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