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#HomoDigitalis Wie die Digitalisierung Freizeit verändert

Schon jetzt können wir uns kleine Auszeiten in der Virtuellen Realität nehmen. In einigen Jahren könnten virtuelle Reisen in ferne Länder oder auch ins Weltall möglich sein, so realistisch, als wäre man tatsächlich dort gewesen.

Stand: 15.11.2017

Mit Freunden in einem Raum zusammensitzen, ohne am selben Ort zu sein; …auf einen Plausch, oder gleich um eine gemeinsame Party zu feiern - in der Virtuellen Realität: Was für Viele nach Spinnerei oder zumindest Science Fiction klingen mag, ist für manchen Technik-Enthusiasten längst Wirklichkeit.

"Face to Face" im Cyberspace

Web-Serie Homo Digitalis

Werden wir irgendwann virtuelle Freunde und Freundinnen haben, Sex mit Robotern besser finden als echten, unseren eigenen Körper hacken? Was macht die digitale Revolution mit unserem Leben? Und: Wie lange sind wir eigentlich noch Mensch? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Webserie "Homo Digitalis", die unter homodigitalis.tv zu sehen ist. Auf der Website und über einen Chatbot im Facebook-Messenger kann der Zuschauer selbst testen, welchen Einfluss digitale Gewohnheiten mittlerweile auf sein Leben nehmen.

Die Online-Plattform AltspaceVR ist eine Art Treffpunkt für Menschen in der Virtuellen Realität, kurz: VR. Man setzt eine VR-Brille auf und betritt einen Chatroom im Cyberspace. Die Grafik ist zwar noch weit davon entfernt, fotorealistisch zu sein, doch der Ansatz wird klar: "Du kannst Kontakt zu Leuten haben, zu denen du sonst keinen haben könntest. Du kannst Leute erreichen, die du sonst nicht erreichen würdest. Es ist ein Ort, wo Leute zusammen abhängen, miteinander reden und auch was zusammen unternehmen können", sagt der kalifornische AltspaceVR-Gründer Bruce Wooden.

Sportereignisse aus Spieler-Perspektive verfolgen

Für das Experiment wurden am Kopf eines Basketballers eine Kamera und Bewegungssensoren angebracht.

Mit der VR-Technik kann man auch einen Dinosaurierpark besuchen oder mehr oder weniger eindrucksvolle, virtuelle Urlaubsreisen unternehmen - in ferne Länder, oder gleich ins Weltall. Werden die Bilder in Zukunft noch realistischer, ergeben sich automatisch jede Menge weiterer Einsatz- und auch Geschäfts-Möglichkeiten. Zum Beispiel für Sportübertragungen: So könnten Fußball- oder Basketball-Fans die Matches ihrer Lieblings-Vereine bald aus der Ich-Perspektive von Spielern verfolgen.

Jun Rekimoto experimentiert an der Universität in Tokio mit einer entsprechenden Technologie. Der Japaner hat zwei Profi-Basketballer mit Sensoren und Kameras am Kopf ausgestattet. Jede Bewegung, jeder Blick, alles wird aufgezeichnet und live auf das Auge einer anderen Person projiziert. Sportfans sollen so quasi in den Körper ihrer Stars schlüpfen.

"Wir schauen uns Superstars im Fernsehen an. Aber in Zukunft können wir per Knopfdruck diese Person werden. Jetzt geht es bei VR vor allem um das Sehen und Hören. In naher Zukunft wird auch der Tastsinn angesprochen und vielleicht auch der Geruchssinn - Sinne, die bislang außen vor geblieben sind."

Jun Rekimoto, Universität Tokio

Kontaktlinse statt Brille

Der Futurologe Ian Pearson ist von einem weiterhin rasanten technischen Fortschritt überzeugt.

Mit Ballkontakten und echtem Schweißgeruch könnte Virtual Reality so also noch viel realistischer werden. Was an der VR-Technologie heute aus Benutzersicht auch noch nervt, ist das eher klobige Format, in dem gängige Brillen wie die HTC Vive, die Oculus Rift, die Samsung Gear VR oder die Google Daydream View daherkommen. Aber auch das soll sich bald ändern. Zukunftsforscher Ian Pearson erwartet, dass wir schon in weniger als zehn Jahren Kontaktlinsen haben werden, die uns Bilder direkt ins Auge projizieren. Die Auflösung soll dann so gut sein, dass die Eindrücke nicht mehr von der echten, der physischen Umwelt zu unterscheiden sind.

"Um 2025 werden wir wahrscheinlich die erste Generation aktiver Kontaktlinsen haben, mit unbegrenzter Auflösung. Das heißt, wir haben lebensechte Bilder, die nicht von der Realität zu unterscheiden sind. Wenn ich hier eine Raumstation haben will, sage ich einfach ‚Raumstation‘ und zack, sitze ich auf der Enterprise."

Ian Pearson, Zukunftsforscher


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