0

Flugpreise Verbraucherschützer fordern, Kartellamt sollte gegen teure Flugickets bei Lufthansa vorgehen

Die Air-Berlin-Pleite lässt die Preise für Flugtickets ansteigen. Verbraucherschützer fordern jetzt, das Kartellamt sollte gegen die Ticketpreise der Lufthansa einschreiten.

Stand: 15.11.2017

Lufthansa Airbus A340-300 auf dem Kotoka International Airport in der ghanaischen Hauptstadt Accra.  | Bild: picture-alliance/dpa| Joker

Verbraucherschützer fordern angesichts gestiegener Ticketpreise bei der Lufthansa ein Einschreiten des Bundeskartellamts. Der Präsident des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller, sagte dem "Handelsblatt" vom Mittwoch, wenn die Flugpreise "entgegen aller Beteuerungen steigen, war die Übernahme von Air Berlin durch Lufthansa ein schlechter Deal für die Fluggäste".

Daher sei nun das Bundeskartellamt gefragt: Die Behörde müsse ein Verfahren wegen Marktmachtmissbrauchs prüfen.

Chef des Bundeskartellamts: Teure Flugtickets überraschen nicht

Der Chef des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, bezeichnete im "Handelsblatt" einen "Preiseffekt zum Nachteil des Kunden" als "nicht wirklich überraschend". Der Wegfall der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin schade "natürlich" dem Wettbewerb, sagte er. Die Europäische Kommission werde die Übernahme großer Teile des Unternehmens durch die Lufthansa daher sehr genau prüfen."

Fusionskontrollverfahren abwarten

Der Ausgang dieses Verfahrens ist abzuwarten, bevor man darüber nachdenken kann, ob hier ein marktbeherrschendes Unternehmen eventuell missbräuchlich überhöhte Preise nimmt." Der Chef der Monopolkommission, Achim Wambach, sagte der Zeitung, es sei damit zu rechnen, "dass die Preise mindestens so lange hoch bleiben, bis die laufenden Fusionskontrollverfahren abgeschlossen sind und das Angebot von Flügen wieder auf dem vorherigen Niveau angelangt ist".

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet und Ende Oktober den Flugbetrieb eingestellt.


0