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Schwerer Wildunfall Hirsch durchbricht Windschutzscheibe und verletzt Insassen schwer

Bei Kössen in Tirol ist ein Hirsch von einem Auto erfasst worden und hat die Windschutzscheibe durchbrochen. Vater und Sohn sind schwer verletzt.

Stand: 14.11.2017

Hirsch liegt tot auf Fahrersitz | Bild: picture-alliance/dpa

Ein Hirsch ist einem Mann in Tirol plötzlich vor das Auto gesprungen, durchschlug die Windschutzscheibe und landete auf dem Fahrersitz. Der Vater und sein Sohn aus Bayern waren mit ihrem Wagen auf dem Weg zu einer Skipiste, als das Unglück bei Kössen nahe der deutsch-österreichischen Grenze am Dienstag passierte.

Viele Wildunfälle auf der Strecke

Das völlig demolierte Auto.

"Es gibt auf der Strecke in Kössen viele Wildunfälle, aber so etwas haben wir noch nie gesehen", sagte ein Polizeisprecher. Bilder zeigen den Hirsch auf dem Fahrer- und Beifahrersitz, das Geweih zum Teil eingekeilt im Lenkrad. Das Tier verendete im Wageninneren.

Vater und Sohn im Krankenhaus

Der 47 Jahre alte Fahrer und sein 15-jähriger Sohn wurden verletzt. Ein Hubschrauber flog den Vater ins Krankenhaus nach Traunstein, der Schüler wurde in ein Tiroler Spital gefahren. "Es ist großes Glück, dass nicht noch mehr passiert ist", so der Polizeisprecher.

Was tun, wenn ein Wildtier am Straßenrand entdeckt wird?

Als Faustregel gilt: Wenn ein Tier die Straße überquert hat, ist mit weiteren zu rechnen. Steht ein Wildtier bereits neben oder auf der Straße, sollte man bremsen, abblenden und möglichst hupen. Wichtig ist es dabei natürlich, den nachfolgenden Verkehr im Auge zu behalten. Zur eigenen Sicherheit sollte der Autofahren kein Ausweichmanöver probieren. Die Gefahr durch hektische Lenkradbewegungen in den Gegenverkehr zu geraten oder am nächsten Baum zu landen, ist groß. Der so verursachte Schaden kann wesentlich höher sein als nach einer Kollision mit dem Tier.

  • Runter vom Gas! Verringern Sie Ihre Geschwindigkeit im Bereich der Warnschilder für Wildwechsel.
  • Augen auf! Beobachten Sie die Fahrbahnränder aufmerksam, insbesondere bei Dämmerung und nachts.
  • Vorsicht Nachzügler! Wo ein Tier ist, ist auch mit weiteren Tieren zu rechnen.
  • Licht abblenden! Steht Wild an oder auf der Fahrbahn, blenden Sie ab, bremsen Sie kontrolliert ab und hupen Sie. Wild ist im grellen Scheinwerferlicht schnell orientierungslos und reagiert panisch.
  • Auf den Hintermann achten! Bei Kleinwild wie Hase und Fuchs wird oft geraten, nur zu bremsen, wenn kein Auffahrunfall droht.
  • Kontrolle über den Wagen behalten! Damit eine unvermeidbare Kollision nicht tödlich endet: Weichen Sie nicht unkontrolliert aus! Halten Sie das Lenkrad fest, fahren Sie weiter geradeaus und bremsen Sie. Baumunfälle oder Zusammenstöße mit dem Gegenverkehr sind für gewöhnlich auch nicht versichert.

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