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Landesbischof im Münchner Presseclub Heinrich Bedford-Strohm kritisiert Klimakurs in Sondierungsgesprächen

Keine Abstriche beim Klimaschutz - das forderte Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bei seinem Jahresgespräch im Münchner Presseclub von der Bundespolitik. Das nationale Klimaschutzziel, den Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren, müsse eingehalten werden.

Von: Barbara Schneider

Stand: 12.01.2018

Heinrich Bedford-Strohm im PresseClub München | Bild: BR / Barbara Schneider

Bei den Sondierungsgesprächen hatten sich Union und SPD darauf verständigt, die Klimaziele lediglich bis 2030 sicherzustellen. Ein Abrücken von den Klimaschutzzielen bis 2020 habe dramatische Folgen für die ärmeren Länder, so der Landesbischof, der zugleich Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist.

"Es leiden die Menschen darunter, die am wenigsten dafür können, weil wir hier in unseren Ländern der Meinung sind, wir könnten unseren Lebensstil nicht ändern."

Heinrich Bedford-Strohm, Bayerischer Landesbischof und EKD-Ratsvorsitzender

Zugleich begrüßte Bedford-Strohm, dass sich bei der Regierungsbildung ein Konsens für den Kohleausstieg abzeichne. Der Landesbischof drängte hier zur Eile. Die Sondierer hatten sich darauf verständigt, sich bis Ende 2018 auf einen Zeitplan für den Kohleausstieg festzulegen. Für den Landesbischof ist es wichtig, dass die Kirchen sich weiter grundsätzlich in die Politik einmischen.

Kirche ist für Bedford-Strohm ein Sprachrohr

Kirche versteht sich ihm zufolge auch als Sprachrohr für diejenigen, die selbst keine Stimme haben. Im Presseclub München verteidigte er den Kurs der Kirchen, sich auf sehr grundsätzliche Art und jenseits der Parteipolitik in die Debatten einzumischen. Gerade seitens der CSU war ihm das mit Blick auf die Flüchtlingsfrage wiederholt vorgeworfen worden.


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