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Hebammen-Streit Endlich eine Lösung in Sicht

Ein Schiedsgericht in Berlin will den langen Streit zwischen Hebammen und Spitzenverband der Krankenkassen entscheiden. Bei der Auseinandersetzung geht es um die Vergütung von freiberuflichen Beleghebammen an Kliniken. Vor allem der bayerische Hebammenverband hat Alarm geschlagen.

Von: Regina Kirschner

Stand: 19.05.2017

Ein Finger der Hebamme wird von der Hand eine Säuglings gehalten.  | Bild: picture-alliance/dpa

Der bayerische Hebammenverband warnt: Sollte die Schiedsstelle im Sinne des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenkassen entscheiden, sei die Versorgung auf den Geburtsstationen in Gefahr. Die Krankenkassen fordern, dass Beleghebammen in der Klinik künftig nur noch zwei Schwangere gleichzeitig behandeln dürfen. Jede weitere Frau, müsste dann ehrenamtlich betreut werden, kritisiert der Hebammenverband. Für die freiberuflichen Beleghebammen bedeute das finanziell ein Desaster, was sich wiederum auf die Kliniken auswirke.

"Das ist vor allem für kleine Häuser existenzbedrohend. Die werden dann sicher schließen. Die Hebammen können nicht mehr existieren. Die kleinen Häuser können es sich aber auch nicht leisten, die Hebammen anzustellen."

Astrid Giesen, Vorsitzende des bayerischen Hebammenverbands

Der Spitzenverband der Krankenkassen sieht in den geplanten Änderungen hingegen sogar einen Vorteil für die Beleghebammen. Sie würden damit sogar mehr verdienen.

Bayern im Fokus

Den Freistaat betrifft die Entscheidung besonders, weil es hierzulande viel mehr freiberufliche Beleghebammen gibt als im Bundesvergleich.

Daher hat sich auch Gesundheitsministerin Melanie Huml in Berlin für die Hebammen stark gemacht.

Endgültig entscheiden muss nun eine Schiedsstelle.

"Ich habe mich brieflich an die Verhandlungspartner gewandt, um auf die besondere Situation in Bayern hinzuweisen."

Melanie Huml, Bayerns Gesundheitsministerin

Sich in ein laufendes Schiedsverfahren einzumischen, gilt als unüblich. Huml, die selbst auch zweifache Mutter ist, verspricht, die Hebammen auch weiterhin zu unterstützen. Sie will die Versorgung in der Geburtshilfe in Bayern genauer unter die Lupe nehmen und hat daher eine Studie in Auftrag gegeben, die eine differenzierte Analyse über die Geburtshilfe in Bayern bieten soll. Die Studie soll allerdings erst im Frühjahr 2018 fertig sein. Die Entscheidung über den Streit zwischen Hebammen und Krankenkassen will die Schiedsstelle heute treffen.


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Harald Jandt, Samstag, 20.Mai, 09:56 Uhr

1. Entscheidung des Schiedsgerichts

Gibt es eine Entschiedung des Schiedsgerichts und wenn ja, wie ist sie ausgefallen? Im Netz ist leider dazu nichts zu finden.