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Illegale Beschäftigung Die meisten Haushaltshilfen arbeiten schwarz

Schwarzarbeit verstößt gegen Steuer- und Sozialversicherungsrecht - und trotzdem nimmt sie mit rund 10 Prozent in Deutschland einen großen Anteil ein. Noch viel gravierender sieht es bei Haushaltshilfen aus, das hat jetzt eine Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln ergeben.

Von: Raimund Bacher

Stand: 30.03.2017

Frau mit Putzeimer nimmt Geldschein | Bild: picture-alliance/dpa / Christin Klose

Zwischen 75 und 83 Prozent der im Haushalt beschäftigten Helfer sind nicht angemeldet - und somit schwarz beschäftigt. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) sprich von einer Art Doppelmoral: Zum einen kritisierten viele Bürger, die Politiker würden zu wenig tun, oder die Unternehmen würden prekäre Beschäftigungsverhältnisse schaffen. Zugleich aber fänden sie es selbstverständlich, der Haushaltshilfe keinen bezahlten Urlaub oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall zu gewähren.

Kein Kavaliersdelikt

Durch illegale Beschäftigung - sprich Schwarzarbeit - verliert der Staat im laufenden Jahr rund 50 Milliarden Euro an Steuern und Sozialabgaben. Die Haushaltshilfen machen rund 15 bis 20 Prozent davon aus. Wenig, angesichts des Wertschöpfungsanteils etwa im Bau, so das IW.

Doch um Schwarzarbeit langfristig zu bekämpfen, dürfe sie nicht mehr als "Kavaliersdelikt" angesehen werden. Vielmehr könnten bei erfolgreicher Bekämpfung der Schwarzarbeit zwischen 420.000 und 1,1 Millionen zusätzliche reguläre Vollzeitstellen geschaffen werden. Allerdings geht aus der Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft auch hervor: die hohen Abgaben und vor allem die heftige Regulierung für haushaltsnahe Dienstleistungen machten es gerade attraktiv diese oftmals unter der Hand zu vergeben.


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