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Modellbau-U-Ausschuss Ratschläge von der Chefin

Im Untersuchungsausschuss Modellbau des Bayerischen Landtags musste sich die Ingolstädter CSU-Stadträtin Dorothea Soffner, zugleich auch Stimmkreismitarbeiterin von Ex-Staatskanzleiministerin Christine Haderthauer, den Fragen der Abgeordneten stellen. Sie war in den Jahren 2007 und 2008 für die Firma Sapor tätig, wurde dafür aber vom Privatkonto des Ehepaars Haderthauer bezahlt. Unklar blieb bis zuletzt, welche Gegenleistung dafür erbracht wurde.

Von: Rudolf Erhard

Stand: 18.02.2016

Soffner arbeitet seit Herbst 2005 für Christine Haderthauer in unterschiedlicher Intensität. Seit 2009 ist sie festangestellte Stimmkreisbüroreferentin der Landtagsabgeordneten Haderthauer. In den Jahren 2007 und 2008, also zu einer Zeit als Christine Haderthauer CSU-Generalsekretärin war, hatte Frau Soffner zusätzlich einen nur mündlich vereinbarten Werkvertrag mit der Modellbaufirma Sapor. Die dafür monatlich vereinbarten 500 Euro wurden vom Privatkonto der Eheleute Haderthauer bezahlt - dies weniger für konkrete Tätigkeiten in der Modellbaufirma, sondern mehr im Familienmanagement der Haderthauers. Geltend gemacht wurden diese Zahlungen aber in der Steuererklärung der Firma Sapor. Das ist Teil zweier seit Sommer 2014 laufender Steuerbetrugsverfahren gegen Hubert und Christine Haderthauer.

Einmischung in Ermittlungen

Christine Haderthauer

Soffner musste nun vor dem Landtags-Untersuchungsausschuss zugeben, dass sich Ex-Staatskanzleiministerin Haderthauer in die seit August 2014 laufenden staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen eingemischt habe. Per Mail versuchte sie ihrer Mitarbeiterin Soffner Ratschläge zu geben, wie sie sich zu verhalten habe. Dies ist deshalb pikant, weil Christine Haderthauer bis heute behauptet, sie habe seit 2003 nichts mehr mit der Modellbaufirma Sapor zu tun gehabt.


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