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Zwischenfazit des Gerichts Haderthauer droht Verurteilung

Hubert Haderthauer, dem Mann der früheren Staatskanzleichefin Christine Haderthauer, droht im Strafprozess vor dem Münchner Landgericht eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung. Das legt eine vorläufige Einschätzung des Vorsitzenden Richters nahe.

Von: Hans Häuser

Stand: 20.01.2016

Der wegen Betrugs und Steuerhinterziehung angeklagte Hubert Haderthauer legt am 07.01.2016 bei seiner Ankunft im Gerichtssaal im Landgericht in München (Bayern) seine Tasche ab. | Bild: dpa-Bildfunk

Richter Rupert Heindl hat das zu Beginn des Verhandlungstages mitgeteilt. Nach derzeitigem Stand könnte Haderthauer damit wegen Steuerhinterziehung von rund 40.000 Euro verurteilt werden. Für ihn wäre das ein Rückschlag, weil er bisher nur einen Teil der HInterziehungsvorwürfe eingeräumt hat. Andererseits regte der Richter auch an, den Vorwurf des Betrugs fallenzulassen. Sollte es dazu kommen, wäre wohl ein großes Ziel Haderthauers erreicht.

Im Verlauf des Prozesstages tauchten einige Ungereimtheiten auf. So erhielt der frühere Mitgesellschafter der Modellbaufirma Sapor über den Verkauf 2008 wohl andere Unterlagen als Haderthauers Steuerberater. Zudem wurden mit dem Käufer Heinrich Sandner erst zwei Jahre später konkrete Summen vereinbart, dies wurde dann aber zwei Jahre rückdatiert.

Referentin von Christine Haderthauer als Zeugin

Hubert Haderthauer | Bild: picture-alliance/dpa zum Artikel Sapor-Prozess Haderthauers Helfer im Zeugenstand

Im Prozess gegen Hubert Haderthauer, den Mann von Ex-Staatskanzleichefin Christine Haderthauer, sagen heute wichtige Zeugen aus: Der frühere Sapor-Mitgesellschafter Sager und eine Mitarbeiterin aus Christine Haderthauers Abgeordnetenbüro in Ingolstadt. Von Hans Häuser. [mehr]

Außerdem sagte die Referentin von Christine Haderthauer aus. Sie wurde zwischenzeitlich über die Modellbaufirma bezahlt, obwohl sie laut ihrer Aussage lediglich 10 Prozent für Sapor gearbeitet hat. Das sei ein Fehler gewesen. Es sei ihr aber damals, mitten im Trubel um die Ernennung Haderthauers zur CSU-Generalsekretärin,nicht so bewusst geworden.

Bemerkenswert auch einige Handy-Nachrichten, die vor Gericht verlesen wurden:Die Durchsuchung im Zusammenhang mit der Modellbauaffäre verglich die Referentin darin mit Zuständen wie im KZ, hinterher habe sie sich wie nach einer Vergewaltigung gefühlt, irgendwie beschmutzt

Sapor-Mitgründer fühlte sich erpresst

Zuvor hatte Sapor-Mitbegründer Friedrich Sager ausgesagt. Er fühlte sich erpresst. Haderthauer habe ihn Anfang der 1990er-Jahre vor die Wahl gestellt: 80.000 D-Mark einzahlen oder aus der Firma aussteigen. Jahre später soll Sager von 130 Modellautos gesprochen haben, die die psychsich kranken Stratäter produziert hätten. Doch nur 80 Stück seien offiziell verkauft worden. An genaue Zahlen kann er sich nun aber nicht erinnern.


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