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Cyberkriminalität und Krankenhäuser Erpressung mit Computerviren

Sie erpressen Firmen, stellen Menschen im Netz an den Pranger und legen ganze Systeme lahm. Dass kriminelle Hacker für Unruhe in der virtuellen Welt sorgen, ist nichts Neues. Mittlerweile machen ihre Straftaten aber nicht einmal vor Krankenhäusern halt.

Von: Vanessa Valkovic

Stand: 22.02.2016

Dass es Hacker immer häufiger auf Krankenhäuser abgesehen haben, ist besonders fatal. Denn diese sind in höchstem Maße abhängig von der IT.

Die Bayerische Krankenhausgesellschaft warnte bereits vergangene Woche vor Attacken aus dem Netz. Wenige Tage später haben Hacker in einer Klinik in Aichach zugeschlagen. Durch das schnelle Handeln der Mitarbeiter konnte ein größerer Schaden verhindet werden.

"Eine absolute Katastrophe, Sie müssen sich vorstellen, ein Krankenhaus ist höchst abhängig von der IT, jede Anwendung läuft über IT über PCS, über Systeme. Wenn diese Systeme nicht mehr laufen, ist ein Krankenhaus de facto nicht mehr funktionsfähig."

Bernd Burkhart, IT-Leiter im Krankenhaus Aichach

Bundesweit müssen Krankenhäuser täglich mehrere hundert Angriffe aus dem Netz abwehren - meist kommen diese über den Mail-Account. Neu ist, dass die Cyber-Attacken immer gezielter werden.

"Der Trojaner hätte sich verbreiten können, immer mehr Dateien wären verschlüsselt worden, das heißt über kurz oder lang wäre natürlich die Gefahr gewesen, unser System lahmzulegen."

Bernd Burkhart, IT-Leiter im Krankenhaus Aichach

Angriffe ohne Ziel

Die Folgen eines solchen Angriffs sind für Krankenhäuser besonders verheerend. Und das, obwohl das Ziel der Hacker-Attacken noch nicht eindeutig geklärt ist. Es geht wohl in erster Linie darum, ein wichtiges System lahmzulegen.

"Wir sind absolut fassungslos, hier gehen unverantwortungsvolle Menschen auf Krankenhäuser los, wir reden hier von Menschenleben."

Bernd Burkhart, IT-Leiter im Krankenhaus Aichach

Dadurch, dass die Klinik so schnell reagiert hat, bestand zu keiner Zeit Gefahr für die Patienten. Die meisten Krankhäuser schützen sich mit teurer Software. Geld, das eigentlich in die medizinische Ausstattung investiert werden könnte, muss jetzt in eine erhöhte Sicherheit fließen. Um weiterhin geschützt zu sein vor Attacken aus dem Netz.


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