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Guttenberg vor Comeback? Der Schattenmann - fünf Jahre nach dem Rücktritt

Karl Theodor zu Guttenberg meidet das Rampenlicht. Der ehemalige Verteidigungsminister wirkt exakt fünf Jahre nach seinem Rücktritt im Zuge der Plagiatsaffäre wie eine Schattengestalt. Mal wurde er auf der Münchner Sicherheitskonferenz gesehen. Mal gibt es Gerüchte, er steige in das Wahlkampfteam um Seehofer ein. Ein Comeback? Selbst bei der CSU-Basis in Guttenbergs Heimat ist der Hoffnungsfunke offenbar erloschen.

Von: Carlo Schindhelm

Stand: 01.03.2016

"'Also folks, was liegt an?' 'Also grundsätzlich mal das Flüchtlingsproblem.' 'Darüber habe ich als global Player mit vielen sehr wichtigen Menschen gesprochen. I analysed Analysen und Diagramme. I am a Master in googleing, doodleing, twittering and tindering und ich kann definitily sagen, yes we have ein solches Problem.'"

Aus dem Nockherberg-Singspiel 2016

Stefan Murr als Guttenberg im Nockherberg Singspiel 2016: "Brain-Sturm"

Auf dem Nockherberg steht Karl Theodor zu Guttenberg wieder im Rampenlicht – als der Mann aus der Neuen Welt, der den Menschen in "Good old Bavaria" beratend zu Hilfe eilt. Allerdings nicht in Person, sondern nur als Ulkgestalt – dargestellt von Stefan Murr.

Und dabei wird es wohl auch bleiben - teilt der echte Karl Theodor zu Guttenberg mit. Es wird keine schnelle Rückkehr ins Rampenlicht der Politik geben - lediglich beratend will er der CSU in Sachen Außenpolitik und Digitalisierung zur Verfügung stehen, sagte CSU-Chef Horst Seehofer.

Radio-Tipp

Guttenberg ist auch Thema in der radioWelt: Dienstag, 1. März 2016, 6.05 Uhr, Bayern 2

"Comeback eher unwahrscheinlich"

Auch die CSU-Basis in Guttenbergs Heimat glaubt inzwischen nicht mehr an eine Rückkehr in politische Ämter.

"Eine Chance hätte er bestimmt verdient. Was er daraus macht, ist seine Sache und man kann nur abwarten, was die Zeit mit sich bringt, würde ich sagen."

Heike Köhler, CSU in Ludwigschorgast

"Er will nicht höchstwahrscheinlich – man hat's ihm zu madig gemacht. Bin ich der Meinung, das hat er nicht verdient."

Fred Bub, CSU in Ludwigschorgast

Nur noch selten in der Heimat

Seit seinem Rücktritt haben auch sie zu Guttenberg kaum noch gesehen. Schon seit ein paar Jahren sei er ihr nicht mehr über den Weg gelaufen, sagt Heike Köhler von der CSU in Ludwigschorgast.

"Er ist alle Kirchweih Sonntag in Guttenberg. Wenn Kirchweih ist in Guttenberg, war er immer da. Läuft auch durch die Reihen und unterhält sich mit den Leuten."

Fred Bub, CSU in Ludwigschorgast

Auch wenn sich zu Guttenberg nur noch selten in seiner Heimat blicken lässt. Die Menschen lassen nach wie vor kein schlechtes Wort auf ihn kommen.

"Das mit der Plagiatsaffäre ist die eine Seite. Aber die andere Seite war einfach, dass er so eine neue Begeisterung geschaffen hat. Man hat gemerkt, das geht vorwärts und er konnte die Leute mitreißen. Und ich denke mir, in der Politik ist es ganz wichtig, dass sich auch junge Leute dafür öffnen."

Doris Leithner Bisani, Bürgermeisterin

"Auch die, die nicht politisch interessiert waren, konnte er mitreißen. Das muss man wirklich sagen, dass man sagt, Politik kann Spaß machen. Man hat daran auch Spaß gehabt. Man hat ihm gerne zugehört. Das war wirklich eine schöne Zeit, muss man wirklich sagen. Man braucht keinen Doktor unbedingt, glaube ich, um ein guter Politiker zu sein, um in der Welt etwas voran zu bringen."

Thorsten Schwieder, CSU-Ortsvorstand

Froh über die Nachfolgerin

Emmi Zeulner, Bundestagsabgeordnete

Der Rücktritt von zu Guttenberg vor fünf Jahren war für alle ein schwerer Schlag, gestehen sie. Inzwischen sei man jedoch froh, mit Emmi Zeulner eine neue junge Bundestagsabgeordnete gefunden zu haben.

"Die ist also wirklich eine exzellente Bundestagsabgeordnete. Für uns auch. Die soll da schon bleiben, wo sie jetzt ist, und wir sind alle froh, dass wir sie gefunden haben, weil es war wirklich für uns alle ein Schlag ins Gesicht, als der Karl Theodor zurückgetreten ist."

Heike Köhler, CSU in Ludwigschorgast

Und so will man auch in Ludwigschorgast die Uhren nicht zurückdrehen. Doch ein bisschen Wehmut bleibt.


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Falsche Doktorpartei, Dienstag, 01.März, 16:47 Uhr

17. Markus von Berlichingen

Soeder sollte sich schnellstens einen Adelstitel besorgen. Dann hätte er das, was Seehofer wünscht: Adel, fränkische Herkunft und Doktortitel.
Dann kommt Seehofer nicht mehr an ihm vorbei.

Modelleisenbahner, Dienstag, 01.März, 16:29 Uhr

16. Zwei Schaumschlaeger aus Franken

Def Baron ohne Doktortitel und Berufsabschluss wird doch wohl nicht soooo blöd sein, sich als Seehofers Hampelmann gegen den ECHTEN fränkischen Doktor positionieren zu lassen.
Irgendwas wird er bei den Amis doch wohl gelernt haben. Seehofer wird schon selbst der Partei sagen müssen, wen ef al Nachfolger n i c h t wünscht und warum.

Kistler Otto, Dienstag, 01.März, 12:59 Uhr

15. Guttenberg

Bitte ersparen sie uns diesen hpchstapler

Gerald, Dienstag, 01.März, 08:41 Uhr

14. Dann gute Nacht!!!

Guttenberg? Dann gute Nacht! Selbstdarsteller! Provinzpartei eben! Diese Partei kann man wirklich nicht mehr ernst nehmen! Ein Blender erstes Grades! Er ist einfach nicht tragbar! Aber bei dieser Partei wundert mich wirklich nichts mehr! Kann man nur noch mit dem Kopf schütteln! Er hat immerhin das ganze Volk mit seinem angeblichen Doktortitel getäuscht! Und das als Minister! Geht gar nicht! Einfach nur lächerlich, diese Person! ......!!!

Artus, Dienstag, 01.März, 05:50 Uhr

13. Authentische Politiker statt Blender

Söder und Guttenberg haben eines gemeinsam. Es sind Blender und Selbstdarsteller. Ein Typ von Mensch den wir in der Politik nun gar nicht brauchen können. Schauen wir nach Baden Württemberg. Dorrt ist ein ehrlicher Schwabe in der Politik unterwegs. W. Kretschmann. Eine ehrliche authentische Haut. Zustimmungsquote im Land 62%. Unaufgeregt, realistisch arbeitet er das in der Politik ab was die Menschen im Land brauchen. Einen W. Kretschmann wünsche ich mir auch für Bayern. Dampfplauderer wie Seehofer, Söder oder Guttenberg dagegen gehören in die politische Resteverwertung.

  • Antwort von Franz, Dienstag, 01.März, 12:05 Uhr

    Das sehe ich auch so, schade das nichts besseres nachkommt.
    Es wurde wohl auch nichts in vernünftigen Nachwuchs investiert.
    Wieso auch, läuft doch alles wie geschmiert, doch egal wie es dem Bürger geht, unsere Dampfplauderer haben ihre Schäfchen schon im Trockenem.
    leere Wahlversprechen und dann wieder zur Tagesordnung übergehen.