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Verzicht auf Glyphosat und Co.? Grüne im Kampf gegen Pestizide nur Außenseiter

Die Grünen sind im Landtag die einzige Partei, die sich für einen völligen Verzicht von Giften in der konventionellen Landwirtschaft aussprechen. Das wurde heute bei einer Diskussion deutlich.

Von: Peter Kveton und Joseph Röhmel

Stand: 14.11.2017

Die Verpackung eines Unkrautvernichtungsmittel, das den Wirkstoff Glyphosat enthält, ist am 17.05.2016 auf einer Wiese in einem Garten in Briesen (Brandenburg) zu sehen. | Bild: picture-alliance/dpa/Patrick Bleul

Die Grünen sind im bayerischen Landtag mit ihrem entschiedenen Kampf gegen Glyphosat und Co. allein. Die Staatsregierung wolle nicht die Folgen eines großzügigen Einsatzes von Giften in der Landwirtschaft zur Kenntnis nehmen, sagt die Grünen-Abgeordnete Gisela Sengl.  

"Das Artensterben wird nicht aufhören, wenn wir nicht die Art der Landwirtschaft verändern. Wir brauchen eine Ökologisierung der gesamten Landwirtschaft. Wir müssen es der konventionellen Landwirtschaft ermöglichen, umwelt- und tierfreundlicher zu arbeiten."

Gisela Sengl, Grünen-Abgeordnete

CSU: Landwirte beschwirtschaften Äcker nachhaltig

Dass es geht, davon ist Sengl überzeugt. Ziel sei auf lange Sicht eine giftfreie Landwirtschaft: "Damit sind wir im Übrigen im Einklang mit 80 Prozent der Verbraucherschaft." Das sehen die Vertreter der CSU freilich etwas anders. Laut dem CSU-Abgeordneten Martin Schöffel verteilt kein Bauer ohne Sinn und Verstand Mittel über das Feld:

"Jede Überfahrt über den Acker kostet Geld. Das macht der Landwirt nur, wenn es unbedingt sein muss. Denn sonst würde er sich selber am meisten schaden. Und unsere Landwirte bewirtschaften ihre Äcker nachhaltig, nach bestem Wissen und Gewissen, und sie denken auch an das Bodenleben, an Rückstände und an ihre Gesundheit."

Martin Schöffel, CSU

Überhaupt sei im Freistaat alles ganz toll. Bayern habe die kleinste und vielfältigste Agrarstruktur. Außerdem: die meisten landwirtschaftlichen Betriebe, die höchste Bio-Förderung, die meisten Bio-Betriebe und das beste Agrarumweltprogramm. So viel Eigenlob will dann auch der SPD Agrarpolitiker Horst Arnold der CSU nicht durchgehen lassen. Gesundbeten helfe nichts.

"Klar ist, dass ein Artenrückgang verzeichnet ist. Klar ist auch, dass das in den ländlichen Gebieten auch mit ein Erfolg der Landwirtschaft ist und der Art und Weise wie sie praktiziert wird."

Horst Arnold, SPD

Brunner: Landwirtschaft auf dem richtigen Weg

Arnold verweist darauf, dass selbst im Ökolandbau fragliche Mittel eingesetzt werden. Als Beispiel nennt er Kupfer. Nikolaus Kraus von den Freien Wählern verteidigt den zurückhaltenden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln im Ackerbau. Das letzte Wort in der Aktuellen Stunde hat Landwirtschaftsminister Helmut Brunner. Er sieht die bayerische Landwirtschaft auf dem richtigen Weg – nicht zuletzt dank seines Engagements:

"Sie sprechen Tierwohl und artgerechte Haltung an. Ich habe 2017 extra ein bayerisches Förderprogramm aufgelegt, wo man die kleineren Betriebe mit 20 oder 25 Kühen auch fördern und unterstützen kann  - und nicht zwangsläufig eine Produktionserhöhung damit verbunden sein muss."

Helmut Brunner, Landwirtschaftsminister

Brunner setzt auf die Digitalisierung, auch in der Landwirtschaft. Damit könnte der Einsatz fragwürdiger Mittel optimiert werden. In Bayern werde nicht mehr mit Ochsen und Pferden gewirtschaftet, sondern mit modernen Maschinen. Deshalb seien entsprechende Flurstücke nötig, um noch konkurrenz- und wettbewerbsfähig zu sein.


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Hrdlicka, Dienstag, 14.November, 20:58 Uhr

3. Realsatire

Dass im bayerischen Landtag öfter realsatirische Momente zu bestaunen sind, wird jedem regelmäßigeren Besucher und Zuhörer bewusst sein. Das oben genannte Zitat des Herr MdL Martin Schöffel, ist jedoch solch eine Überhöhung, dass ich ihn zum Orden wider den tierischen Ernst vorschlage !
Scheinbar bangt der Herr um einen guten Listenplatz im nächsten Jahr....

Josef, Dienstag, 14.November, 19:36 Uhr

2. Warum sind nur Landwirte die schwarzen Schafe!

Fakt ist:
- In Deutschland werden z.Zt. jährlich über 5.000 Tonnen dieses Wirkstoffs verspritzt.
- Davon verteilen 500 Tonnen der Amateurbereich von Haus- und Kleingärtner eifrig mit der Giftspritze in ihren privaten Gärten.
- In Deutschland besitzen 75 glyphosathaltige Mittel eine Zulassung, 44 davon auch für den Haus- und Kleingarten.

Also sollte man die Haus- und Kleingärtner und andere Grundstücksbesitzer auch in die Umweltsünder mit aufnehmen!

  • Antwort von Gerlinde, Dienstag, 14.November, 20:15 Uhr

    ... und nicht vergessen der Straßenbau!
    Vor d.h. unter der Asphaltierung wird ein Totalherbizid flächig aufgebracht - ist das wirklich erforderlich?
    Eigentlich ist für diesen Einsatz eine Genehmigung erforderlich, aber wer kontrolliert die Dosierung, den Umgang und die Reinigung der Geräte?

thorie, Dienstag, 14.November, 19:29 Uhr

1. ....Grüne im Kampf gegen Pestizide nur Außenseiter

was auch sonst ?

der fdp und ihrem mövenpick isses egal

der cdu isses egal weil das klientel ihrer hörigen tochter csu das verwendet

also WER hat die gewählt?