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Umfrage Grippewelle - zwei Drittel der Arbeitnehmer gehen krank zur Arbeit

Über Deutschland rollt eine Grippewelle hinweg und die Menschen schniefen, schneuzen und niesen. Am allerliebsten: am Arbeitsplatz. Eine Umfrage hat nämlich herausgefunden, dass ein Großteil der Arbeitnehmer hierzulande auch dann in die Arbeit geht, wenn er sich "so richtig krank" fühlt.

Stand: 15.02.2018

ARCHIV - ILLUSTRATION - 08.06.2012, Bayern, Kaufbeuren: Eine Frau putzt sich ihre Nase. (zu dpa «Entwicklung der Grippezahlen in Sachsen-Anhalt» vom 13.02.2018) Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ | Bild: dpa-Bildfunk/Karl-Josef Hildenbrand

Gut zwei Drittel der Arbeitsnehmer gehen einer Umfrage zufolge trotz Krankheit zur Arbeit. 67 Prozent der Befragten erklärten, sie seien in den vergangenen zwölf Monaten mindestens einmal zur Arbeit erschienen, obwohl sie sich "richtig krank gefühlt" hätten, hieß es laut "Die Welt" in einer Erhebung im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB).

"Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause"

29 Prozent gingen sogar zwei Wochen oder noch länger krank zur Arbeit. Das Robert-Koch-Institut warnte vor dem sogenannten Präsentismus, der Anwesenheit am Arbeitsplatz trotz Krankheit. "Wenn man krank ist, bleibt man zu Hause, wenigstens für ein paar Tage, alles andere ist unvernünftig", sagte der Infektionsepidemiologe Udo Buchholz der "Welt". "Denn dann wird man schneller wieder gesund."

Auch zu Hause sind Menschen, die man anstecken kann

Zudem seien Patienten in den ersten beiden Tagen besonders ansteckend.Allerdings helfe das Auskurieren in den eigenen vier Wänden nur begrenzt dabei, die weitere Ausbreitung von Erkältungsviren zu begrenzen, betonte der Robert-Koch-Experte. "Zu Hause gibt es auch Menschen, die man anstecken kann", sagte er. "Und die Kontakte dort sind in der Regel häufiger und enger als am Arbeitsplatz." Im Ergebnis halte sich das epidemiologisch womöglich sogar die Waage, sagte Buchholz. Für die repräsentativen Stichprobe ließ der DGB den Angaben zufolge im vergangenen Jahr rund 4.800 abhängig Beschäftigte befragen.

Grippeimpfung muss jedes Jahr angepasst werden

Eine Grippe, auch Influenza genannt, wird durch Viren ausgelöst. Die Grippeviren sind listig und wandlungsfähig: Sie verändern sich ständig. Jedes Jahr muss daher ein neuer saisonaler Impfstoff entwickelt werden, der gegen die aktuellen Influenzaviren, die gerade im Umlauf sind, wirksam ist. Eine echte Virusgrippe ist weit gefährlicher als eine simple Erkältung.

So können Sie sich schützen – Tipps gegen Ansteckung

Influenza-Viren sind hochansteckend und übertragen sich über Tröpfcheninfektion durch den Atem infizierter Menschen oder Kontaktinfektion über Flächen und Gegenstände. Dort halten sich Erreger mehrere Stunden. Die Erreger werden vom Infizierten bereits 24 Stunden vor dem Auftreten der ersten Symptome übertragen.

Immer wieder Hände waschen

Hände waschen hilft, die Zahl der Viren und Bakterien klein zu halten. Das belegen Versuchsreihen. Influenzaviren können sich auf Oberflächen wie Türklinken, Lichtschaltern oder Telefonhörern halten, auch auf Computer-Tastaturen tummeln sich viele Erreger. Wer kann, sollte diese im Büro regelmäßig desinfizieren.

Nicht ins Gesicht fassen

Vermeiden Sie, sich selbst an Nase, Mund oder in die Augen zu fassen - nur da können die Erreger in den Körper eindringen. Benutzen Sie zum Händewaschen heißes Wasser und Seife. Vermeiden Sie feuchte, von vielen benutzte Handtücher zum Abtrocknen - dann besser ein Taschentuch nehmen. Büros und Wohnräume sollten regelmäßig gut gelüftet werden, denn in überheizten Räumen halten sich die Viren besonders gut.

Grippeviren können in trockener Luft besser überleben

In kalter Luft kann sich Feuchtigkeit nicht so gut halten. Leider begünstigt genau das die Lebensdauer von Viren: Eine Studie hat gezeigt, dass Grippeviren in trockener Luft viel besser überleben können als in Räumen mit höherer Luftfeuchtigkeit. Die trockene Luft führt außerdem zu trockenen Schleimhäuten, die nicht so abwehrbereit gegen eingeatmete Viren und Bakterien sind. Also: Nasse Tücher über die Heizung hängen, Schüsseln mit Wasser aufstellen, häufig lüften. Das hilft zumindest etwas.


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