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Griechenland Ölpest an Stränden bei Athen

Nach dem Untergang eines Tankers ist ein kilometerlanger Küstenabschnitt in der Nähe von Athen mit Öl verschmutzt. Auch beliebte Badestrände sind betroffen. Das Unglück hat Folgen für die Umwelt und den Tourismus. Von Michael Lehmann

Stand: 17.09.2017

verschmutzter Strand | Bild: picture-alliance/dpa Wassilios Aswestopoulos

Am Stadtstrand von Glyfada, dem eleganten Vorort südlich von Athen, schauen viele Menschen mit betroffenen Gesichtern ins Meer. Es stinkt wie in einer Raffinerie. Kleine ölverschmierte Krabben flüchten aus hin- und herschwappenden pechschwarzen Wellen. Bis zu dem Unglück am vergangenen Sonntag war das hier auch für die junge Athenerin Panaiota einer der Top-Strände ihrer Stadt.

"Die versuchen das jetzt wieder sauber zu bekommen. Ich glaube, das geht gar nicht. Auf jeden Fall wird das ewig dauern. Keine Ahnung, wie lange. Überall liegt der Ölkram rum. Ein paar Leute haben versucht, drin zu schwimmen. Das ist im Moment unmöglich."

Panaiota, Bewohnerin von Athen

Polizei überwacht Badeverbot

Eine ganze Woche lang haben die Athener sehr unterschiedliche Nachrichten über das Tankerunglück gehört. Der Schifffahrtsminister gab sogar Teilentwarnung. Es sei gar nicht ein so großer Ölteppich unterwegs, sagte er nach einer Erkundungstour über das Meer Mitte der vergangenen Woche. Pünktlich zum Wochenende wurden dann knapp 20 Kilometer Küste zwischen Piräus und Glyfada gesperrt. Badeverbot! Polizei bewacht jetzt die Absperrbänder in Glyfada.

Bei einigen, die trotz Verbots ins Wasser gingen, gab es verätzte Augen. „Das ist gefährlich“, sagt Nikos an der Theke einer Taverne in Agia Marina. Bei ihm, ein paar Kilometer südlicher am saronischen Golf, ist kein Öl angeschwemmt worden. „Zum Glück“, sagt Nikos. In Glyfada zucken wartende Ober am stinkenden Strand mit den Achseln und schicken Reporter schnell fort. Der Frust über leere Tische und vermutlich erheblichen Verdienstausfall ist groß.

Fischer fürchten um ihre Existenz

Wie zur Mahnung liegen riesige Plastiksäcke gefüllt mit Ölklumpen und teerigem Schlick zwischen Stränden und Fußgängerpromenaden. Existenzbedrohend ist der gesunkene Öltanker für viele Bewohner der Insel Salamis dicht an der Unglücksstelle. Hier hat es Wasservögel erwischt, Fische und damit auch die Menschen, die vom Fischfang leben müssen. Panaiotis Sorbas aus Salamis fordert schwere Strafen für die Schiffsbesatzung und für alle, die so alte Schiffe noch auf Tour schicken.

"Es ist so eine Katastrophe. Ich weiß nicht, ob dieser Ort jemals wieder leben kann. Ich kann es nicht fassen."

Panaiotis Sorbas, Bewohner von Salamis


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