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Mehrkosten in Milliardenhöhe Wirtschaft warnt vor Grenzkontrollen

Staus, lange Wartezeiten, mehr Bürokratie. Die deutsche Wirtschaft fürchtet die Folgen von Grenzkontrollen. Allein bis zu zehn Milliarden Euro Mehrkosten würden auf den deutschen Handel zukommen.

Von: Achim Wendler

Stand: 21.01.2016

Stau an der österreichisch-deutschen Grenze | Bild: picture-alliance/dpa/Armin Weigel

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt, viele Unternehmen müssten ihre Belieferung umstellen, von Just-in-Time auf "deutlich teurere Lagerhaltung", so Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des DIHK, in der Rheinischen Post.

Zehn Milliarden Mehrkosten

Die Kosten für all das summieren sich ihm zufolge auf bis zu 10 Milliarden Euro pro Jahr. Laut Zentralverband des Deutschen Handwerks wären die Folgen "nicht auszudenken", wenn es "Behinderungen" an den Grenzen gäbe oder diese sogar geschlossen würden. Der Deutsche Gewerkschaftsbund nennt die offenen Grenzen die "Lebensadern der europäischen Wirtschaft". Fakt ist: Deutsche Unternehmen wickeln fast den gesamten Handel mit anderen EU-Ländern über die Straße ab, nämlich 80 Prozent des Volumens.

Grenzregelungen als "Jobsvernichtungsmachine"

Deshalb werden die Warnungen aufgegriffen von SPD-Vizechef Ralf Stegner. Nationale Grenzregelungen wären eine "gigantische Jobvernichtungsmaschine", sagt Stegner im Morgenmagazin von ARD und ZDF. Trotzdem: Deutschland müsse an den Grenzen "zumindest vorübergehend" handeln, fordert Christian von Stetten im Bayerischen Rundfunk. Der CDU-Politiker hat den Brief entworfen, mit dem knapp 50 Unions-Bundestagsabgeordnete die Kanzlerin zum Kurswechsel in der Flüchtlingspolitik drängen.

Von Stetten verweist auf die Österreicher: Wenn auch sie jetzt "zum Selbstschutz"Maßnahmen ergriffen, sei es "höchste Zeit" für Deutschland.


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