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Ausländische Pfarrer in Bayern Gottes Gastarbeiter und ihre Sorgen

Die katholische Kirche hat ein Nachwuchsproblem: Weil es nicht mehr genügend Pfarrer gibt, werden Geistliche aus dem Ausland nach Bayern geholt – häufig aus Afrika, Indien oder Polen. Doch ganz so einfach ist das nicht.

Von: DokThema

Stand: 14.02.2018

Händeringend werden in Bayern Pfarrer gesucht. Viele Pfarreien müssen lange Zeit ohne eigenen Geistlichen auskommen. So wundert es vielleicht nicht, dass die Einstellung vieler bayerischer Katholiken mittlerweile eher pragmatisch scheint: Deutsch müsse er halt können, damit man ihn versteht– so lautet häufig der Kommentar der Gläubigen, wenn in ihrer Kirche ein ausländischer Pfarrer angekündigt wird. Hauptsache, man habe einen Pfarrer. Doch das ist nicht die ganze Wahrheit. Denn mangelnde Sprachkenntnis ist nur eine der Hürden, mit denen die „Importpriester“ zu kämpfen haben.

"Es ist nicht einfach, die eigene Heimat zu verlieren und irgendwo hinzugehen, wo es total unbekannt ist."

Pater George aus Kerala/Indien, seit 9 Jahren Kaplan in Peißenberg

Von Alltagsrassismus bis Morddrohungen

Der nigerianische Pfarrer Paul Igbo ist seit zwei Jahren in der Pfarreiengemeinschaft Karlshuld-Weichering-Lichtenau

Reicht der gemeinsame Glaube an Gott, um die verschiedenen Kulturen, die unterschiedlichen Lebensweisen und Mentalitäten zu vereinen? Es ist keine leichte Aufgabe, als „Gastarbeiter Gottes“ unterwegs zu sein. Besonders in Zeiten, in denen das Misstrauen und der Unmut gegenüber fremden Kulturen im eigenen Land ganz offen kommuniziert werden. Vor allem die afrikanischen Pfarrer bekommen das zu spüren. Witze über die Hautfarbe oder den Akzent sind an der Tagesordnung.

Manchmal gehen die Bemerkungen aber auch noch einen Schritt weiter. Wie im Herbst 2015 in Zorneding nahe München: Alltagsrassismus kannte der kongolesische Pfarrer schon immer. Doch nachdem er einen Artikel im lokalen CSU-Parteiblatt kritisiert hat, bekam er übelste Beschimpfungen und sogar Morddrohungen. Er quittierte schließlich seinen Dienst. Ein krasser Einzelfall? Oder doch ein größeres gesellschaftliches Problem?

"Den stärksten Rassismus habe ich innerhalb der Pfarrgemeinde erlebt. Da hat zunächst einmal ein Mitarbeiter gesagt: Unter einem Neger arbeite ich nicht. Eine junge Familie wollte ihr Kind nicht bei mir taufen lassen, weil ich schwarz bin. Das ist schon brutal."

Olivier Ndjimbi-Tshiende, ehemaliger Pfarrer in Zorneding

Studie mit erschreckendem Ergebnis

Karl Gabriel, emeritierter Professor der Universität Münster, hat sich im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz 2011 intensiv mit der Situation ausländischer Priester in einer Studie auseinandergesetzt. Sein Ergebnis zum Thema Rassismus ist erschreckend, denn jeder sechste hat bereits starke Erfahrungen mit Fremdenfeindlichkeit gemacht – besonders die Afrikaner sind betroffen. Aufgrund dieser Ergebnisse sollte die Studie laut Bischofskonferenz nicht erscheinen. Erst als Karl Gabriel einige besonders heikle Zitate von Personalbeauftragten gestrichen hatte, wurde sie öffentlich gemacht.

"Es gab zunächst eine Entscheidung, sie sollte in der Schublade bleiben, es sei doch so heiß. Man wisse nicht, wie die ausländischen Priester darauf reagieren, wie die andere Seite darauf reagiert, man solle sie in der Schublade lassen, damit waren wir natürlich gar nicht einverstanden."

Karl Gabriel, Professor für Theologie

Nicht ganz freiwillig hier

Dabei kommen viele der ausländischen Pfarrer nur deswegen nach Deutschland, weil sie geschickt werden. Die Orden zum Beispiel entsenden sie auf Anfrage der deutschen Diözesen. Dafür bekommt der Orden Geld und Deutschland Personal. Eine Art Tauschgeschäft, bei dem die Priester nicht ohne Weiteres Nein sagen können. Und gerade die Laien in der Kirchengemeinde sehen den Einsatz ausländischer Geistlicher oft kritisch. Eine „Kirche von unten“, das sähen sie lieber – mit mehr Mitwirkung der ehrenamtlichen und hauptamtlichen Laien. Aber für solche Reformen ist die katholische Kirche nicht bereit.

"Es würde in manchen Fällen einfach die Leute mehr ansprechen als wenn jemand käme, der einfach als Pfarrer zwar da ist, aber den die Leute nicht verstehen. Oder mit dem sie nicht zurechtkommen, mit dem sie nicht warm werden."

Gemeindereferent in Peißenberg

Schwierige Situation für ausländische Pfarrer

Die Situation in Deutschland ist also schwierig für die ausländischen Pfarrer. Viele sind nicht freiwillig hier und wurden zudem nicht genug vorbereitet. In ihren Heimatländern waren sie meist hochangesehene Menschen, Autoritäten. Hier spüren sie Anfeindungen - selbst aus der eigenen Kirchengemeinde oder der Politik. Sie nehmen Nachhilfeunterricht in Deutsch, lernen Sitten und Gebräuche. Und viele kommen trotz intensiver Bemühungen nicht in der Gemeinschaft an.

"Die Kirche ist universal, die Welt ist globalisiert. Aber das Herz sollte auch globalisiert, universal sein. Gegenseitige Toleranz, Akzeptanz - dann können wir vielleicht diese schwierige Situation meistern."

Pater George aus Kerala in Indien, Kaplan in Peißenberg-Forst in Oberbayern


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QuoVadis, Mittwoch, 14.Februar, 18:06 Uhr

14. Sprache ist der Schlüssel zur "Integration"

Die Berufung eines Pfarrers liegt nun darin die "frohe Botschaft " zu verkündigen. Das kann nur gelingen wenn ihn die Gläubigen auch gut verstehen können. Es ist niemandem dabei geholfen, wenn der Pfarrer nur die rituellen Handlungen vollführt und der Gemeinde sonst nichts "sagen" kann. Hier wären Laien wohl die besseren "Evangelisten".
Ein weiterer Kritikpunkt wäre folgende Feststellung: Dafür bekommt der Orden Geld und Deutschland Personal.Hier geht es unter Umständen nicht mehr um die Menschen sondern ums Geld. Das kann so nicht richtig sein!
Übrigens kann man bei ausländischen Prietern oftmals eine besondere Spritualität erfahren, die ich bei amtsmüden deutschen Priestern vermisse.
Schlussendlich sollte die katholische Kirche endlich mal das Zölibat und das Frauenpriestertum überdenken. Schließlich war sich Gott nicht zu schade, um von einer Frau geboren zu werden, Warum eine Frau dann nicht geheiligt sein soll, Priester zu sein, geht mir nicht in den Kopf.

Bela Reith, Mittwoch, 14.Februar, 16:05 Uhr

13. Farbige Priester

als Kirchenmusiker (zwar extern, da ausgetreten....!) komme ich viel rum und habe guten Einblick. Es gibt viele afrikanische und asiatische Priester die ihr Amt sehr sehr ernst nehmen, auf Leute zugehen, das Gespräch suchen. Seit mehr als 15 Jahren stelle ich aber bei den deutschen (!) kath. Priestern immer mehr fest, dass diese von Desinteresse oder Dogmatismus geleitet sind. Die lassen ganz klar spüren; ich bin hier der Pfarrer und du nur der Kirchgänger. Auch bei der Gestaltung der Messe: Ausländische sind zugänglicher nicht nur in der dieser Frage. Bei den "dt." Priestern geht es manchmal zurück ins Mittelalter. Ganz zu schweigen von anderen Themen wie Sexualität usw. Die deutschen, wirklich keine Ahnung aber fleißig mitreden wollen in Familienfragen.... Da sind die Afrikaner und Asiaten - was viele deutsche negieren - dem deutschen Klerus weit voraus. Aber der definiert sich ja ohnehin nur nach Kohle und Reichtum. Genauso wie der Vatikan. Das sind außerdem keine Behautungen.....

Oliver M., Mittwoch, 14.Februar, 15:00 Uhr

12.

Im Raum Mittenwald war vor drei Jahren ein afrikanischer Priester. Meine Meinung dazu: mehr von der Sorte. Das war ein wirklich lebendiger, ansprechender und religiöser Gottesdienst. Und ich fand es schade, dass wir nicht zu seiner Pfarrei gehören. Schon seine lebhafte Art zu singen, war einmalig und mitreißend. Damit könnten auch wieder junge Menschen für das Thema Kirche begeistert werden!

Dennoch sollten wir darüber nachdenken, wie zeitgemäß Zölibat noch ist!

Rassismus innerhalb der Pfarrgemeinde dem Pfarrer gegenüber? Leute, Ihr habt habt grundlegend etwas nicht verstanden! In diesem Fall empfehle ich den Austritt aus der Kirche!!!
Ich verstehe ja, dass Zuwanderung Unbehagen bereiten kann, weil man die Gesinnung der Menschen nicht kennt (nicht ganz unbegründet). Aber die Gesinnung eines Priesters sollte nun wirklich unabhängig der Herkunft eindeutig sein!

Einzig die Sprache kann ein Problem sein, weil sie das Medium ist, über welches die Botschaft verkündet wird.

KSLL, Mittwoch, 14.Februar, 14:58 Uhr

11. RE keine Taufe durch schwarze Priester

Wer als Katholik seine Kinder nicht von einem schwarzen Priester taufen lassen möchte, hat ein ernsthaftes Problem. Hätten sich unsere Vorfahren nicht von Engländern und Iren taufen lassen, säßen wir wohl immer noch im dichtesten Urwald.

  • Antwort von Andrea, Mittwoch, 14.Februar, 15:19 Uhr

    Eine frühere Kollegin hat sich, als die Taufe ihrer Kinder anstand, fürchterlich darüber aufgeregt, dass es sich bei der Kirche um einen (denkmalgeschützten) Bau aus den 1920er Jahren handelt. Diese Kirche gefiel ihr "optisch" nicht, und sie wetterte fürchterlich darüber, "was für schreckliche Bilder im Fotoalbum" das werden würden, ohne bairischen Rokkoko-Kirchen-Hintergrund. Na klar haben so manche Leute nichts verstanden, und selbstverständlich ist es inakzeptabel, die Taufe aus dem Grund abzulehnen, weil entweder der Priester oder die Umgebung des Taufbeckens nicht so ausschaut, wie man sich das einbildet.

  • Antwort von Lily, Mittwoch, 14.Februar, 15:29 Uhr

    KSll, darum gehts doch in den meisten Fällen gar nicht.
    Hier wurde aber schon ein paarmal ein anderer Gesichtspunkt angesprochen: Sprachprobleme. Während sich sonntags während der Predigt nahezu die gesamte Pfarrgemeinde geistig verabschiedet, weil sie die abgelesenen oder auswendig gelernten Sätze kaum versteht, dies aber meist hinnimmt, möchten viele bei besonderen Anlässen, die einfach ein paar deutliche, persönliche Worte erfordern, diese auch verstehen können. Das sind eben nun mal Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen.
    Wenn Sie schon einmal bei einer entsprechenden Feier dabei waren, bei der der Text des Pfarrers außerhalb des festgelegten Ritus, bei dem jeder im Wesentlichen weiß, was jetzt kommt und zu tun ist, nicht mehr zu verstehen war, werden Sie wissen, wovon die Rede ist.
    Auch Lektoren, die sich mit dem Lesen etwas schwertun, werden meist baldigst hinauskomplimentiert. Das hat mit Herkunft und Hautfarbe auch nichts zu tun.

  • Antwort von Squareman, Mittwoch, 14.Februar, 15:31 Uhr

    Wieso sollte ein Katholik ein Problem damit haben seine Kinder von einem schwarzen Priester taufen zu lassen? Das widerspricht doch elementaren Grundsätzen der katholischen Kirche.

  • Antwort von Oliver M., Mittwoch, 14.Februar, 15:38 Uhr

    Solche Menschen möchten bitteschön austreten aus der Kirche und nicht jeden Sonntag heucheln! Wobei diese Menschen eine Kirche vermutlich eh nur zu Ereignissen wie Weihnachten, Ostern, Geburt, Taufe, etc. betreten ...

Barbara, Mittwoch, 14.Februar, 14:37 Uhr

10. Zwei Pfarrer verursachen einen Verkehrsunfall, stoßen auf der Kreuzung zusammen.

Der eine ist katholisch, der andere ist evangelisch. Der kath. Pfarrer sagt, ich habe Meßwein im Auto und bietet dem evang. pfarrer die Flasche Wein zu trinken an. Als dieser fast die ganze Flasche ausgetrunken hat, frägt er den kath. Pfarrer, ob er auch etwas Wein trinken will. Darauf der kath. Pfarrer: "Ich warte lieber bis die Polizei den Unfall aufnimmt!"