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"Zukunftswerkstatt" Google gibt Schülern Internet-Nachhilfe

Ein Roboter bringt den Senf zur Weißwurst: Zum Start des Digital-Schulungszentrums von Google in München ging es futuristisch zu. In der "Zukunftswerkstatt" sollen etwa Schüler Programmieren lernen. Und der US-Konzern hat selbst auch etwas davon.

Von: Florian Regensburger

Stand: 17.07.2017

Roboter transportiert Weißwurst-Senf beim Eröffnungs-Frühstück zur Google-Zukunftswerkstatt | Bild: BR / Florian Regensburger

Google hat in München das erste von bundesweit mehreren geplanten Digital-Schulungszentren eröffnet. Die Eröffnung ist zugleich Startschuss für die Initiative "Zukunftswerkstatt". Das Programm, unterstützt von Partnern wie der Industrie- und Handelskammer oder dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme, soll Wirtschaftsunternehmen, aber auch Schülern digitale Technologien näher bringen.

"I can code"

Gesche Joost, Google-Entwicklungs-Chef Deutschland Wieland Holfelder, Google-Sprecher Ralf Bremer, Schüler mit Caliope-Programmierung (v.l.n.r.);

"Wenn ich hier die Schülerinnen und Schüler in der ersten Reihe sitzen sehe, die das T-Shirt tragen 'I can code' dann finde ich das ganz großartig", sagt Gesche Joost bei der Vorstellung von Googles "Zukunftswerkstatt". Coden, also Programmieren lernen an Schulen, das ist genau, was die Internet-Botschafterin der Bundesregierung Joost fordert. Denn: Bei digitalen Kompetenzen hinken deutsche Schülerinnen und Schüler ihren Altersgenossen in vielen anderen Industrieländern hinterher.

Joosts Interesse ist aber auch nicht ganz uneigennützig: Als Mit-Geschäftsführerin von Calliope vertreibt sie Minicomputer, mit denen Drittklässler Programmieren lernen sollen. Hier setzt die Google-"Zukunftswerkstatt" an: Über eine grafische Benutzeroberfläche namens Open Roberta Lab, die Forscher vom Fraunhofer-Institut entwickelt haben, lässt sich ein Calliope-Computer spielerisch programmieren.

Google kooperiert mit der IHK

Eine grafische Benutzeroberfläche erleichtert die Programmierung des Caliope-Minicomputers.

Neben Schulen richtet sich Googles digitale Bildungsinitiative aber auch an Unternehmen: In Workshops können sich Mitarbeiter zum Beispiel in Online-Marketing und -Kommunikation fortbilden. Google arbeitet dabei mit der IHK für München und Oberbayern zusammen, im Rahmen derer "Pack ma's digital!"-Initiative zur Förderung der Online-Aktivitäten von Unternehmen.

Google tritt als Förderer und Mäzen auf

Nach Kooperationen mit Universitäten und der Förderung bestimmter journalistischer Projekte im Rahmen der "Digital News Initiative" ist die "Zukunftswerkstatt" ein weiterer Baustein in Googles Strategie, sich in immer mehr gesellschaftlichen Bereichen als Förderer und Mäzen einzubringen. Die Kritik, wie jüngst vom Blog netzpolitik.org formuliert, Google weite damit vor allem seine Einflusszone aus, will Unternehmens-Sprecher Ralf Bremer aber nicht gelten lassen.

Natürlich verfolge Google "bei solchen Projekten auch gewisse Eigeninteressen", sagte Bremer BR24. Man brauche etwa in der Zukunft fähige Programmierer "und da ist so ein Programm durchaus wertvoll". In erster Linie aber übernehme man mit der "Zukunftswerkstatt" und dem permanenten Lernzentrum in München Verantwortung, um für die Menschen und den Standort "die Dinge voranzubringen".

Weitere Zentren in Berlin und Hamburg geplant

Neben dem dauerhaften Schulungszentrum in München sind laut Google weitere in Hamburg und Berlin geplant. Die angebotenen Kurse stehen neben Wirtschaftsunternehmen auch Universitäten, Vereinen und gemeinnützigen Organisationen offen - und sie sind kostenlos. Die Frage eines Journalisten, was Google sich das Gratis-Angebot selbst kosten lässt, wollte das Unternehmen bei der Eröffnung der "Zukunftswerkstatt" allerdings nicht beantworten.


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