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Grüne Katrin Göring-Eckardt "Kohls Politik war rückwärtsgewandt"

Die Grünen-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Katrin Göring-Eckardt, hat den verstorbenen Altkanzler Kohl im B5-"Interview der Woche" als großen Europäer gewürdigt. Sie schlug aber auch kritische Töne an.

Von: Janina Lückoff

Stand: 17.06.2017

Die Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl von Bündnis 90/Die Grünen, Katrin Göring-Eckardt | Bild: dpa/picture-alliance/Rainer Jensen

Nach der Wiedervereinigung distanzierte sich Katrin Göring-Eckardt wegen Helmut Kohl von ihrer politischen Gruppierung "Demokratischer Aufbruch" (DA). Am Rande des Grünen-Parteitags in Berlin sagte Göring-Eckardt im "Interview der Woche" auf B5 aktuell, als sich der DA aufgemacht habe, Helmut Kohl zu unterstützen, habe sie die Bewegung verlassen.

"Da hab ich gesagt: Nein, da hab ich nichts mehr mit zu tun, weil er natürlich eine sehr rückwärtsgewandte und ausschließende Politik gemacht hat."

Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt

Helmut Kohl sei durchaus ein großer Europäer, sagte Göring-Eckardt weiter.

"Wenn ich mir anschaue, wie dieses Europa zu diffundieren scheint, wie junge Leute jetzt wieder anfangen dafür zu kämpfen, dann fällt mir das als erstes bei Helmut Kohl ein."

Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt

Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir | Bild: dpa/picture-alliance/Rainer Jensen zum Artikel Grünen-Parteitag Mut machen für den Wahlkampf

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Die Revolution habe aber nicht Kohl gemacht, betont Göring-Eckardt im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk, die hätten die Ostdeutschen gemacht, das werde manchmal verwechselt.

Persönlich sei sie ihm deshalb nicht dankbar, "aber ich bin ihm dankbar dafür, dass er dran geblieben ist und auch gegen viele Widerstände die Deutsche Einheit durchgedrückt hat."

Angesichts der gesunkenen Umfragewerte ihrer Partei – mehr als die Hälfte der Befragten im jüngsten ARD-Deutschlandtrend gab an, die Grünen seien nicht mehr so wichtig – räumte Göring-Eckardt Schwierigkeiten ein:

"Es wird schon eine Aufgabe sein, den Menschen klar zu machen, es reden zwar alle von Ökologie und Umweltschutz, aber machen tut es eben leider niemand."

Grünen-Spitzenkandidatin Katrin Göring-Eckardt

Die Wahrheit sei, dass die Bundesregierung nichts dafür getan habe, das Klimaschutzabkommen von Paris umzusetzen. „Deswegen sind wir das Original.“


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websaurier, Montag, 19.Juni, 10:34 Uhr

25. Rückwärtsgerichtete Wahlprognose...


...und das ist gut so !!!

Ich freue mich schon auf 5 - x % für die grünen Luschen im September !

Die "Grünen" sind aktuell die überflüssigste Partei in Deutschland...
Wenn ich an die "Kapazitäten" Künast, Peter, Roth, Hofreiter, etc. denke, dann krieg ich einen Lachkrampf

  • Antwort von Barbara, Montag, 19.Juni, 12:37 Uhr

    Die "Grünen" können den Kohl nicht für sich vereinnahmen, weil die "Grünen" unter Kohl etwas anderes verstehen, nämlich "Grün-Kohl", "Rot-Kohl" usw.

Dichter, Montag, 19.Juni, 09:49 Uhr

24. Kohl hätte dem wohl zugestimmt:

Auferstanden zum bedienen,
und dem Kompost zugewandt,
lass uns Dir zum Guten dienen,
Deutschland, einig aller Land,
Jede Not gilt es zu zwingen,
und wir zwingen sie vereint,
denn es muss uns doch gelingen,
dass die Sonne schön wie nie
über Deutschland scheint.
Glück und Friede sei beschieden
Deutschland, unser aller Land.
Alle Welt sehnt sich nach Frieden,
reicht den Brüdern Eure Hand.
Wenn wir brüderlich uns einen,
schlagen wir der Menschen Feind.
Lasst das Licht des Friedens scheinen,

AfDlerin , Montag, 19.Juni, 09:32 Uhr

23. Kohls Politik war idiotisch

und Merkel folgt ihm begeistert. Die Kohlsche Scheckbuchpolitik war desaströs. Uns wurde immer erklärt, Transfersleistungen nach Spanien, Portugal, Italien und Griechenland würden dem Aufbau dieser Volkswirtschaften dienen. Was war der Fall? Das genaue Gegenteil. Die Zukunft unserer Kinder wurde verschenkt. Und dass der Euro ein Fehler war, das geben sogar Kohls Söhne zu!

Dagmar, Montag, 19.Juni, 00:40 Uhr

22. Ich hoffe, dass ...........

Ich hoffe, dass die Grünen nie wieder über die 5 % Hürde kommen!
Sollten die Grünen mitregieren, dann haben wir keine schöne Zukunft vor uns.

  • Antwort von wm, Montag, 19.Juni, 09:01 Uhr

    @Dagmar

    Wer wählt "Grün"?
    Derjenige,der sich deren Wahn finanziell erlauben kann,bzw.derjenige der nichts mehr zu verlieren hat!

Selim, Sonntag, 18.Juni, 20:55 Uhr

21. Schmeicheleien zum Versterben

Ich könnte nicht viel positives über diesen Kanzler des Ehrenwortes sagen.
Aber wenn einer grad frisch gestorben ist, dann braucht man nicht rumkritteln. Das kann man später machen.
Im Zweifelsfall hält man einfach den Mund.