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Gesundheitsreport Warten bis der Arzt kommt

Langes Warten auf Arzttermine, zu wenig Personal in den Krankenhäusern und Reformbedarf bei der Kranken- und Pflegeversicherung - das sind die Hauptthemen im neuesten Gesundheitsreport des Instituts für Demoskopie Allensbach.

Stand: 23.01.2013

Zwar sind 82 Prozent der Bundesbürger zufrieden mit dem deutschen Gesundheitswesen. Doch bestehende Probleme wie der Mangel an Ärzten und Krankenhauspersonal haben sich laut des von einem Finanzdienstleister in Auftrag gegebenen Reports verschärft. Vor allem die hohe Arbeitsbelastung machen Medizinern und Pflegekräften zu schaffen.

Die Mängel im Einzelnen

Wartezeiten

Volles Wartezimmer in Arztpraxis | Bild: picture-alliance/dpa

55 Prozent der gesetzlich Versicherten hatten schon einmal Schwierigkeiten, rasch einen Arzttermin zu bekommen. Bei den privat Versicherten waren es 35 Prozent. Das geht aus dem Gesundheitsreport des Instituts für Demoskopie Allensbach hervor. Demnach mussten 67 Prozent der gesetzlich Versicherten trotz eines Termins auch noch lange Zeit im Wartezimmer verbringen. Bei den privat Versicherten waren es immerhin 48 Prozent.

Ärztemangel

Geschlossene Arztpraxis | Bild: picture-alliance/dpa

Immer weniger Ärzte kümmern sich um immer mehr Patienten. Die Besorgnis darüber hat bei den Ärzten bundesweit zugenommen. 56 Prozent sehen schon jetzt einen Ärztemangel in Deutschland. Deutlich mehr als noch vor zwei Jahren, damals waren es noch 46 Prozent. Dabei ist das Problem in den neuen Bundesländern offenbar größer als in den alten. Im Osten berichten 54 Prozent der Mediziner von einem Ärztemangel, im Westen sind es nur 35 Prozent.

Krankenhäuser

Gang einer Kllinik mit Pflegern | Bild: picture-alliance/dpa

Grundsätzlich sind Patienten zwar zufrieden mit der Versorgung in deutschen Krankenhäusern. Besonders Ausstattung und Pflegepersonal werden gelobt. Doch 57 Prozent der Patienten klagten darüber, dass Krankenhausärzte zu wenig Zeit für sie hatten. Damit hat sich der Wert seit Mitte der 90er Jahre fast verdoppelt. Einen Mangel an Krankenhauspersonal beklagten 46 Prozent der Patienten. Mitte der 90er Jahre waren es noch 29 Prozent.

Pflegeversicherung

Pflegebedürftiger mit Betreuung | Bild: picture-alliance/dpa

Eine private Pflegevorsorge hielten 69 Prozent der Befragten für wichtig. Staatliche Zuschüsse zu einer solchen Versicherung befürworteten 47 Prozent. Den sogenannten "Pflege-Bahr" in Höhe von 5 Euro hielten 39 Prozent für einen Anlass, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Die bisherigen Reformschritte in Sachen Pflege kritisierten 71 Prozent der Befragten als nicht ausreichend.

Perspektiven

Forderung nach höheren Arzthonoraren | Bild: picture-alliance/dpa

Die künftige Entwicklung wird von der gesamten Ärzteschaft überaus pessimistisch eingeschätzt. Drei Viertel der Mediziner befürchten, dass sich die Situation bundesweit verschlechtern wird. Als Ursache für einen zunehmenden Mangel an Ärzten und Pflegepesonal nennen die Befragten vor allem die hohe Arbeitsbelastung. Auch der zunehmende Kostendruck und die restriktive Ausgabenpolitik der Krankenkassen wird als Problem gesehen.

Kostendruck steigt

Der Sparzwang, dem Ärzte und Krankenhäuser unterliegen, wirkt sich auch auf das Wohl der Patienten aus. Mehr als jeder dritte Arzt hat schon medizinisch notwendige Behandlungen verschoben und ganz darauf verzichtet, um Kosten zu sparen. 39 Prozent der gesetzlich Versicherten mussten mindestens einmal eine Therapie selbst bezahlen. Der Gesundheitsreport ist eine repräsentative Umfrage unter rund 2.100 Bundesbürgern und mehr als 500 Ärzten. Ausgewählte Kernfragen des Reports wurden auch nach Bundesländern erhoben.


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