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Prozessor-Bug Gefährliche Updates

Wer die Meltdown und Spectre genannten Angriffe auf seinen Rechner verhindern will, muss meist neuen Microcode, verpackt in ein BIOS-Update, installieren. Das ist riskant. Die IT-Branche hat geschlampt. Die Anwender müssen jetzt basteln.

Von: Achim Killer

Stand: 12.01.2018

Bug inside | Bild: picture-alliance/dpa

Es soll bereits Schad-Schad-Software geben, die die letzte Woche bekannt gewordenen Prozessor-Bugs ausnutzt. Wer seinen Rechner immunisieren will, muss Betriebssystem und Prozessor aktualisieren. Das Update von Betriebssystemen ist kein Problem. Darin haben sicherheitsbewusste Anwender mittlerweile nun wahrlich Übung.

Firmware-Update

Anders sieht es bei Updates von Microcode aus. Zwar können IT-Unternehmen auch die im Rahmen von Betriebssystem-Aktualisierungen ausliefern. Aber nur Microsoft bietet das für seine Surface-Tablets an. Die anderen Anwender müssen auf diversen Hersteller-Sites nach neuem Microcode in Form eines BIOS-Updates suchen.

Manchmal klappt‘s

Wenn ein Power-User oder ein Bastler fündig wird, dann haben die eventuell sogar Freude an der Fieselei, die ein Firmware-Update darstellt, erledigen es problemlos und können stolz auf Rechner auf dem aktuellen Sicherheitsstand sein. – Das ist gut.

Häufig geht’s schief

Es kann aber auch einiges schief gehen: Der Prozessor gehört nicht zu denen, für die Intel oder AMD neuen Microcode schreiben. Der Hersteller interessiert sich nicht für Updates, sondern will nur neue Gadgets verticken. Die Firma wurde liquidiert. - Das ist dann schlecht.

Fehlgeschlagenes Update wird teuer

Es kann aber auch passieren, dass ein beflissener Anwender ein neues BIOS findet, es aufgeregt auf seinem Laptop installiert, und dabei gibt der schwache Akku seinen Geist auf. - Das ist dann ganz schlecht. Denn dann ist der Rechner kaputt, und es geht es bestenfalls noch mit teurer professioneller Hilfe weiter.

Sicherer Strom ist wichtig

Eine sichere Stromversorgung ist das wichtigste, was bei einem Firmware-Update gewährleistet sein muss. Auch sollte die Installationsanleitung genau befolgt werden. Denn es gibt mehrere Methoden ein BIOS zu aktualisieren. Experimente sollte man unterlassen. Das alles muss jemand sicherstellen. Und das ist der Anwender, weil: Der ist immer der Gelackmeierte, wenn die Anbieter schlampen. Und das tun sie in letzter Zeit systematisch.


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Kommentare

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max, Montag, 15.Januar, 07:37 Uhr

4. Das Leben und Computer

Sehr geehrter Herr Killer,
wie viele BIOS-Updates haben Sie selber schon durchgeführt?
Null?

BIOS-Update ist heute keine Problem mehr, wenn (!) man eines beim Hersteller findet und sich ganz einfach an die Vorgaben hält.

Wer sich ein BIOS-Update nicht zutraut, der soll halt zum Fachhandel. Niemand zwingt einen oder käme eigentlich auch nur auf die Idee, bei einem tiefgreifenden Motorproblem beim Auto, dass jeder Autobesitzer selber zum Werkzeug greift. Nur bei Computern wird erwartet, das auch der letzte Bierdimpfl es können und machen müsste.

"Es soll bereits Schad-Schad-Software geben, die die letzte Woche bekannt gewordenen Prozessor-Bugs ausnutzt."
Bitte einmal "Schad-" entfernen.

  • Antwort von Achim Killer, Montag, 15.Januar, 10:08 Uhr

    Sehr geehrter "max",

    zu Ihren Fragen, Feststellungen, Irrtümern:

    1. wie viele BIOS-Updates: etliche
    2. "BIOS-Update ist heute kein Problem mehr", schreiben Sie, um dann einzuschränken: "wenn..." Noch gefälliger hat diese Logik weiland Johann Gottfried Herder formuliert: "Wenn ich ein Vöglein wär und auch zwei Flügel hätt'..."
    3. Richtig: Personal Computing ist nichts für Dimpfl, sondern etwas für interessierte, selbstbewusste, freiheitsliebende Menschen, die sich weder von Klitschen, noch von Konzernen zum Dimpfl machen lassen.

    Achim

HinterTürkisch, Samstag, 13.Januar, 19:06 Uhr

3. Immer an der falschen Stelle...

...kommt das "Richtige(re)" zum Einsatz: Wie der Artikel "Wikipedia-Macher kritisieren geplante Upload-Filter" hier auf <<br.de>> berichtet, soll ja Unerwünschtes in Quasi-Zensur schon im Stadium des Uploads verhindert werden. Wieso gibt es das dann nicht für noch viel komplexere Probleme erzeugende "BIOS-Updates"?

Hubert W., Samstag, 13.Januar, 16:42 Uhr

2. Die CPU heisst eben nicht...

...AfD ;-)

Dann würden sich die Kommentatoren vielleicht um wirklich wichtige Dinge kümmern. Aber das ist halt vielleicht a bisserl zu kompliziert.
Gibt es auch was einfacheres zum Updaten? Neue Firmware für die politische Sicherheitslücke im Kopf? Nicht? - Schade.

Patience, Samstag, 13.Januar, 08:24 Uhr

1. Wichtige Hinweise - Danke!

Dazu empfehle ich immer noch eine gute Portion Geduld, wenn für den Nutzer auf dem Monitor gerade nichts ersichtlich ist.
Zu frühes abstecken von Kabeln oder wildes Tastatur drücken kann ärgerlich werden.