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Todestag 29. August Gedenken an NSU-Opfer in München

Seit dreieinhalb Jahren muss sich Beate Zschäpe nun wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an den Morden der NSU-Terrorgruppe vor Gericht verantworten. Mit einer Gedenkveranstaltung erinnerte der Münchner Türkenrat an die Verbrechen der Neonazis. Anlass: der 16. Todestag eines der Opfer.

Von: Michael Zametzer

Stand: 29.08.2017

Gedenken an NSU-Opfer am 29.08.2017 in München | Bild: BR/Michael Zametzer

Habil Kilic war das vierte Opfer der NSU-Mordserie. Am 29. August 2001 kam er von der Frühschicht im Großmarkt, um noch im Gemüseladen seiner Frau zu arbeiten, die gerade im Urlaub in der Türkei war. An diesem Vormittag töteten ihn zwei Kugeln. Die Mörder - nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft: Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt.

Jährliches Gedenken

Neben Vertretern des Münchner Türkenrates, des Münchner Migrationsbeirates und Vertretern der Münchner SPD mahnte auch die stellvertretende Türkische Generalkonsulin Sebnem Kocoglu, alle Opfer der NSU-Mordserie nicht zu vergessen und ihrer einmal im Jahr zu gedenken. Zwischen 2000 und 2007 waren acht Türken, ein Grieche und eine deutsche Polizistin ermordet worden.

Diffamierung der Opfer

Dass die Polizei zunächst jahrelang im deutsch-türkischen Milieu ermittelte sowie die diffamierende Bezeichnung der Taten als "Dönermorde" in den Medien, sorgte nach Aufdeckung des NSU für Empörung.

Entschlossen gegen Rassismus

Deshalb fordern die Veranstalter, der Münchner Türkenrat und mehrere deutsch-türkische Vereine heute auch ein entschlossenes Handeln von Politik und Behörden - und die Gefahren von Rassismus und Rechtsextremismus ernst zu nehmen.


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