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Gaffer auf der Autobahn Handyvideos statt Rettungsgasse

Wieder haben Gaffer die Rettung nach einem Unfall auf der Autobahn behindert. Nach einem Crash auf der A3 bei Limburg kamen die Einsatzkräfte nur mühsam zu den Verletzten durch. Es gab keine Rettungsgasse. Dafür aber viele Handyvideos.

Stand: 23.07.2017

Ein Stau auf der Autobahn. Eine Rettungsgasse wurde von den Verkehrsteilnehmern nur unzureichend gebildet. | Bild: picture-alliance/dpa/Patrick Pleul

Erst am Freitag verwarnte die Polizei in Mittelfranken 20 Gaffer und verpasste ihnen Geldstrafen und Punkte in Flensburg, weil sie auf der A3 bei Altdorf nach einem Unfall die Bergungsarbeiten behinderten. Statt eine Rettungsgasse zu bilden und zügig an der Unfallstelle vorbeizufahren, machten sie lieber Fotos und Videos von der Unfallstelle.

Gestern dann das gleiche Bild weiter nördlich in Hessen bei Limburg. Drei Autos waren aufeinander gefahren. Es gab zwei Verletzte. Laut Polizei mussten sich Retter und Feuerwehr mühsam durch den Stau kämpfen, weil zunächst keine Rettungsgasse gebildet wurde. "Das ist innerhalb von zwei, drei Tagen der nächste Unfall, bei dem Autofahrer aussteigen", sagte ein Sprecher der Freiwilligen Feuerwehr Limburg. Mehrere Lkw-Fahrer hätten den Unfall gefilmt. Ein Verkehrsteilnehmer sei eine Polizistin angegangen und habe einen Platzverweis erhalten.

Neugier und Sensationslust

Immer wieder kommt es aus Neugier und Sensationslust zu chaotischen Zuständen nach Unfällen. Seit Ende Mai gilt es als Straftat, bei Unglücksfällen vorsätzlich Einsatzkräfte zu behindern. Bisher drohen Autofahrern 20 Euro Strafe, wenn sie nach einem Unfall die Notgasse für Rettungskräfte blockieren.

"Das hat nicht abgenommen mit der neuen Gesetzgebung", sagt der Sprecher aus Limburg. Nach dem Busunglück auf der A9 in Nordbayern, bei dem 18 Menschen starben, sollen die Bußgelder für blockierte Rettungsgassen nun angehoben werden: Das Bundesverkehrsministerium plant Strafen zwischen 200 und 320 Euro.


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