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G7-Protest Das Camp wächst weiter

Das Protestcamp von G7-Gegnern an der Loisach in Garmisch-Partenkirchen ist inzwischen gut gefüllt. Bisher bleibt alles friedlich, weitere Flächen will die Marktgemeinde den Demonstranten aber trotzdem nicht zur Verfügung stellen.

Stand: 04.06.2015

Bisher seien zwischen 250 und 300 Personen angekommen und hätten Zelte errichtet, sagte ein Sprecher der Organisatoren am Donnerstagvormittag. Die Stimmung beschrieb er als friedlich, auch die Polizei sprach von einer ruhigen Lage. "Alles entspannt, tolles Alpenpanorama", sagte Benjamin Ruß vom Aktionsbündnis Stop G7 Elmau. Die Verantwortlichen beklagten jedoch starke Polizeikontrollen, die die Anreise erschwerten.

Garmisch-Partenkirchen hatte den Aufbau des Camps für bis zu 1.000 Teilnehmer zunächst untersagt, das Verwaltungsgericht München hob das Verbot jedoch auf. Die Öffentlichkeit wird von den Organisatoren aus dem Camp weitgehend ausgeschlossen. Einen Sichtschutz rund um die Wiese durften sie auf Anweisung von Polizei und Gemeinde jedoch nicht errichten, wie der Sprecher des Aktionsbündnisses, Benjamin Ruß, am Mittwoch sagte.

"Wir sind auf diese Forderung eingegangen, stehen somit allerdings, ganz im Gegensatz zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des G7-Gipfels, zu jeder Zeit auf dem Präsentierteller."

Benjamin Ruß.

Für Samstag planen die Gipfelgegner eine Großdemo und für Sonntag einen Sternmarsch. Befürchtungen, von den Camp-Teilnehmern könnte Gewalt ausgehen, wies Mitorganisator York Runte zurück

"Das stimmt nicht. Falls hier jemand mit Benzinkanistern ankäme, dann dürfte der in das Camp gar nicht rein."

York Runte

Kilometerlange Staus auf der A95

Überhitztes Auto auf der A95

Auf der A95 zwischen München und Garmisch-Partenkirchen kommt es vor der ersten Kontrollstelle bei Sindelsdorf zu langen Rückstaus. Bei brütender Hitze werden die Autofahrer auf eine harte Geduldsprobe gestellt, viele Fahrzeuge sind mit überhitzten Motoren auf dem Pannenstreifen liegen geblieben. ADAC und die Pannendienste sind im Dauereinsatz. An der Kontrollstelle bei Sindelsdorf wird der Verkehr auf eine Fahrspur verengt, die Polizei kontrolliert stichprobenartig Fahrzeuge.

Entscheidung über Sternmarsch steht noch aus

G7-Gegner Benjamin Ruß

Das Bündnis "Stop G7 Elmau" reichte mittlerweile noch eine weitere Klage beim Verwaltungsgericht in München ein. Sie richtet sich gegen die Beschränkungen für einen Sternmarsch am Sonntag, dem Tag des Gipfelbeginns. Der Sternmarsch sollte die wichtigste Protestaktion für die Gipfelgegner werden und in Sicht- und Hörweite von Schloss Elmau enden. Das Landratsamt Garmisch-Partenkirchen ließ ihn aber nur begrenzt zu. Mit der Begründung: die Strecken des Sternmarsches müssten als Zufahrts- oder Rettungswege freigehalten werden.

In den Augen der Organisatoren sind die Auflagen ein Quasi-Verbot. Sie sprechen von einer "Sauerei" und einer massiven Einschränkung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit. Gerichtlich wollen sie nun durchsetzen, dass eine Delegation von 50 Teilnehmern Richtung Elmau vorgelassen wird.

Innenminister Hermann warnt vor Gewalt

Er gehe von "2.000 bis 3.000 gewaltbereiten Leuten" aus, sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann in der Bayern2-radioWelt. Deshalb werde man auf den Straßen auch verstärkt kontrollieren. Reisenden rät Herrmann, die Umgebung von Garmisch-Partenkirchen weiträumig zu umfahren. "Jedem, dem das irgendwie möglich ist, empfehle ich einen großen Bogen um das Gebiet zu machen. Es wäre entspannter, über Salzburg oder Passau wieder einzureisen", sagte Herrmann dem Bayerischen Rundfunk.

Laut Herrmann konzentriert sich die Polizei besonders auf die Zufahrtsstraßen in Richtung Garmisch-Partenkirchen. Aber es gebe auch Kontrollen im Ausland und an der deutschen Grenze, um "ausländische Chaoten" frühzeitig stoppen zu können.

G7 in Elmau - wovor haben die Behörden Angst?

Unter anderem vor einer potenziellen Gefahr aus dem Süden, dem sogenannten "black bloc". So nennen die italienischen Medien die gewalttätigen Autonomen, die zuletzt am 1. Mai Teile von Mailand verwüstet haben. Für die Polizei dürfte es eine große Herausforderung sein, zwischen friedlichen und gewaltbereiten Demonstranten zu unterscheiden. Nicht sehr beruhigend sind Aufrufe im Internet wie auf der linksradikalen Webseite "g7-mobi.org". Dort sind sogenannte "Mobivideos" zu sehen mit zweideutigen Sprüchen wie "G7-Gipfel 2015 auf Elmau? Interessiert uns brennend!".


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BriderchenIwanowitsch, Sonntag, 07.Juni, 01:55 Uhr

67. Greifen russ. Internet Trolle die Kanzlerin an?

Bericht in DW spricht davon, dass der Instagram Account massiv mit kyrillischen Statements bombardiert wurde?
Also bestätigt sich der Verdacht, dass professionelle Agitatoren am Werk sind?

Auch hier in dem BR Foren?

as, Freitag, 05.Juni, 11:27 Uhr

66. Rechtfertigung der Kosten?

Wie rechtfertigt Herrmann denn die immensen Millionen, die dieser G7-Zirkus verschlingt? Wenn man selbst für solche sinnlosen Events nicht aufkommen muß, kann man freilich so großspurig tun. Warum trifft sich denn die "Bundes-Mutti" nicht in Berlin? Klar, die Bürger müssen eh zahlen!
Spricht man als Innenminister generell von "ausländischen Chaoten"? Spricht man als Innenminister so nicht über EU-Bürger?
Die Italiener stehen sehr gelangweilt an ihrer Grenze am Brenner, in Österreich war gestern keine Staatsmacht zu sehen. Auf dt. Seite werden große Grenzkontrollen per Anzeige angekündigt, aber die Polizisten sind mit sich beschäftigt, und zeigt sich sehr desintressiert. Hier zeigt sich ganz gut die inzenierte Show, von der Herrmann spricht.
Seine Aussagen und sein Gebahren zeigt sehr schön, seinen wahren Carakter. Er tut alles, um die Stimmung anzuheizen und jeden Demonstranten als "Chaoten" hinzustellen. Die immensen sinnlosen Millionen werden so schön gerede

  • Antwort von Sinnfrei, Freitag, 05.Juni, 17:24 Uhr

    Aha, Sie haben also den Sinn erkannt?
    Sind Sie etwa der neue Messias?
    Mal ehrlich, glauben Sie den Quatsch den Sie hier schreiben?

    Chaoten sind Chaoten, egal welcher Nation.
    Friedliche Demonstranten sind friedlich.

    Weniger Chaoten oder gar keine gleich Preisreduktion.
    Billigung von Krawall gleich stinketeurer Schutz.

    It's your choice!

    Aaaaah, fast hätte ich es vergessen. Den Polizisten ist am Wochende langweilig, kein Krawallfussball, die wollen ausgelastet sein, weil sie sonst nichts besseres mit Familie und Freunden anstellen könnten. Also sind die Schuld?

    Oder ist es das Internet, weil man seine Freunde nur noch von Facebook und WhatsUp kennt und Freundschaften nur noch virtuell pflegt? Ja, so sollten es die Putins, Merkels, Obamas usw. machen. Das bringt die gewohnte Harmonie ;-)

    #÷ax$

mit den G7-Kritikern solidarische Weilheimerin, Freitag, 05.Juni, 09:11 Uhr

65. Polizeiaufgebot keine Visitenkarte eines freien und demokratischen Landes

Berichterstattung ist leider immer wieder der Versuchung unterlegen, sich der Einschätzung des Innenministers anzuschließen, dass die Demonstranten gegen den G7-Gipfel potentielle Gewalttäter seien. Diese Nebeneinanderstellung von Demonstranten und Gewalttätern ist manipulativ und eines fairen Journalismus nicht würdig. Dass sich die Presse dazu hergibt, beschämt mich, die ich Kommunikationswissenschaften studiert habe. Überhaupt präsentiert sich der "Staatsapparat" in dieser Sache so, als ob er Angst vor den Demonstranten habe und einschüchtern wolle. Das kann man auch anders regeln. Es beschämt mich auch, dass keine weiteren Gründstücke für die Campteilnehmer zur Verfügung gestellt werden, die G7-Teilnehmer hingegen einen ganzen Landstrich mit Haus und Hofhund belegen können. Gerecht nenne ich das nicht. Das Recht auf Demonstration ist für eine Demokratie grundlegend. Diese Behinderungsversuche sehe ich als Angriff auf unsere Grundrechte. Gastfreundschaft sollte für alle gelten.

Elouise' Maryana Namea, Freitag, 05.Juni, 00:52 Uhr

64. Für die Zukunft unserer Kinder

Wir wünschen uns ein Leben in Liebe, Licht und Frieden. Daher fordere ich die Politiker auf, den Irrsinn der globalen wirtschaftlichen und finanziellen Verpflechtung zugunsten einer Weltregierung des Profitstrebens zu beenden. Ihr seid vom Volke gewählt, doch die Politik vertritt nicht die Interessen des Volkes. Erhaltet das Klima, stoppt das Rüsten, stoppt den Hunger, baut Kindergärten und schafft Bildungschancen für alle, schützt unsere Umwelt, die Pflanzen und Tiere ..... wenn diese Arbeit geleistet wird, wird das Volk Euch achten und braucht nicht demonstrieren. Worauf begründet sich diese Angst vor den Wählern mit Sicherheitsrichtlinien, Sonderaufgeboten an Polizei, Schutzwällen u.ä.??? Die Menschen wachen auf und sind nicht mehr Sklaven der Moderne. Wir sind freie Menschen und unser Wille ist zu achten. Also nutzt die Millionen zur Schaffung eines glücklichen Lebens in unseren Gesellschaften. Wir nehmen es auch gern selbst in die Hand. Heute noch.

  • Antwort von Traumschiffer, Freitag, 05.Juni, 17:02 Uhr

    Pour Elouise,

    es liest sich wie ein Traum, ja, gar fast wie im Paradies. Sie zeichnen eine schöne, behütete Welt. Leider...

    ...muss ich Sie nun aus dieser wunderschönen Welt aufwecken.

    Warum? Weil es so viele böse, böse Menschen gibt. Das Klima retten? Gut, machen wir. Es gibt aber Erdenbürger, denen ist es sch...egal. Keine Namen, Sie wissen es.
    Das Rüsten stoppen? Ja, ok. Wir bitten einfach die bösen Mächte nicht mehr fremde Territorien zu überfallen oder weil die etwas anderes glauben zu terrorisieren oder weil Rohstoffe winken oder oder oder. Den Hunger stoppen ist total vernünftig. Unterhalten Sie sich mit den Staatsführern oder schicken Sie eine Mail. Oder engagieren Sie sich in der Politik. Kindergärten bauen und Bildungschancen verbessern sind ebenso ehrbare Ziele. Bitte überweisen Sie 10% mehr Steuern und alles wird gut.
    Die Umwelt, Tiere und Pflanzen schützen? Überweisen Sie 20% mehr Steuern? Darf's noch etwas sein? Vielleicht einen nagelneuen Wunschweltpolitiker?

Dr. E. Farrenkopf, Donnerstag, 04.Juni, 23:30 Uhr

63. G7

Früher gab es Könige, Fürsten und Leibeigene. Jetzt haben wir Kanzler, Minister und einfache Bürger. Kein Unterschied, lässt man das frühere "jus primae noctis"
außer Acht! Das zeigt nun wieder der G7-Gipfel, bei dem Merkel Ihren Gästen "ein schönes Stück Deutschland auf Kosten der Steuerzahler zeigt.
Wen wundert noch das miserable Image der Politik?