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Drohnen-APP Mehr Sicherheit im Luftraum

Viele Hobby-Drohnen-Piloten wissen nicht, wo sie die Geräte fliegen lassen dürfen und wo nicht. Und damit wächst die Gefahr für den Flugverkehr wie die Beinahe-Kollision mit einem Airbus beim Landeanflug auf den Flughafen München. Eine App soll Abhilfe schaffen.

Von: Birgit Schmeitzner

Stand: 26.07.2017

Auf den ersten Blick ist ganz Deutschland rot. Erst wenn man in die Landkarte hineinzoomt, werden die weißen Bereiche größer, in denen ein Hobbypilot potentiell seine Drohne fliegen lassen kann. In einem zweiten Schritt zeigt die kostenlose App der Deutschen Flugsicherung zusätzliche Einschränkungen an: etwa den vorgeschriebenen Abstand zu Autobahnen und Wasserstraßen, zu Industrieanlagen, Atomkraftwerken und Gefängnissen.

Drohnen-Verkauf boomt

Der Chef der Deutschen Flugsicherung Klaus-Dieter Scheurle geht davon aus, dass bald rund eine Million privat genutzte Drohnen über Deutschland unterwegs sind. Die Zahl der Zwischenfälle, die von Piloten gemeldet werden, steigt.

"Wir haben das Phänomen seit 2015. Damals gab es 17 Behinderungen der zivilen Luftfahrt, zum Beispiel beim Landeanflug. Letztes Jahr waren es 64 und wir haben im ersten Halbjahr schon 41 gemeldet bekommen."

Klaus-Dieter Scheurle, Deutsche Flugsicherung

„Wer außer den Fachleuten kennt die Drohnenverordnung?“

Scheurle betont, man wolle Drohnen nicht verhindern aber ihnen einen geordneten Weg in den Luftraum ebnen. Denn wer könne schon genau sagen, wo er sich gerade befindet und ob er sich regelkonform verhält. Ralf Heidger, der die App entwickelt hat, will niemanden unterstellen, dass er bewusst an verbotenen Stellen fliegt.

"Wenn er gar nicht weiß, ob er gegen Gesetze verstößt, wird er natürlich irgendwann frustriert, hört entweder auf, zu fliegen oder fliegt, wo er gerade will."

Ralf Heidger, Deutsche Flugsicherung

Transponderpflicht würde mehr Sicherheit schaffen

Drohnen sind zu klein, um vom Radar erfasst zu werden. DFS-Chef Scheurle sagt, sie seien einfach "komplett unsichtbar, solange sie keinen Transponder tragen“. Die Deutsche Flugsicherung erprobt deshalb gerade ein Modul, das man in die Drohnen einbauen kann und das stets Informationen über den Standort funken würde. Zusätzlich fordern die Experten eine Registrierungspflicht. Die Umsetzung allerdings wäre erst ein Fall für die nächste Bundesregierung.


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Peter, Freitag, 28.Juli, 00:29 Uhr

1. Drohnensoftware von der DFS

Meine anfängliche Begeisterung hat sich in abgrundtiefe Enttäuschung gewandelt: Registrierung vor dem Download ist Pflicht! Was soll das? Wird damit ein Verzeichnis von Copter-Piloten aufgebaut? Ich finde jedenfalls keinen vernünftigen Grund hierfür. Als professioneller Datenschutzbeauftragter kann ich so etwas natürlich keinesfalls mitmachen. George Orwell würde mich sicherlich verstehen...
Und was ist nun die Konsequenz daraus? Weiter fliegen wie bisher und wieder ein Stückchen Glauben an die guten Absichten der Politik in unserem Land verloren gegangen. Schade!!!