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Lufthansa im Aufwind Bleibt der Verbraucher auf der Strecke?

Der Münchner Airport feiert sein 25 Jähriges Bestehen. Mit der Lufthansa als seinem Hauptkunden ist er in den letzten Jahren stetig gewachsen. 42 Millionen Passagiere sind im letzten Jahr vom Münchner Drehkreuz aus geflogen. Davon knapp zwei Drittel mit der Lufthansa und ihren Partnern. Und der Lufthansa-Konzern könnte noch mächtiger werden. Auf lange Sicht könnten Flugtickets dadurch teurer werden.

Von: Barbara Fuss

Stand: 19.05.2017

Der Billigflieger (Low Cost Carrier) Transavia schließt Ende Oktober nach gerade mal einem Jahr wieder seine Basis in München. Dafür konnte Lufthansa ihre Tochter Eurowings am Münchner Airport mit vier Flugzeugen stationieren.

Und Lufthansas innerdeutsche Konkurrent Air Berlin ist ins Trudeln gekommen. 38 seiner Flugzeuge hat die Lufthansa für ihre Töchter geleast und damit ein Drittel der Flotte übernommen. Experten gehen sogar davon aus, dass auch der Rest der Air Berlin-Flotte in absehbarer Zukunft an die Lufthansa geht.

Höhere Ticketpreise für Geschäftsreisende

Fluggäste könnten das auf einzelnen Strecken preislich zu spüren bekommen. Etwa auf der Strecke München- Wien, die von Lufthansa, Austrian und Air Berlin angeflogen wird. Fällt dort der Konkurrent und damit der Preiskampf weg, könnte das zu höheren Ticketpreisen führen. Das betrifft vor allem Geschäftsreisende.

Urlauber werden die mächtiger werdende Lufthansa preislich kaum zu spüren bekommen:

"Meine Erwartungshaltung ist, dass das nicht automatisch, nur weil eine Marke wie die Air Berlin ein Stück weit verschwindet, es zu höheren Preisen führen wird, denn die Kapazitäten bleiben erhalten."

Ralph Schiller, FT1 Touristik

Auf den wenigsten Strecken hat die Lufthansa eine echte Monopolstellung.

Der Münchner Flughafen selbst versucht, auch die Konkurrenz der Lufthansa zu stärken. Denn ein übermächtiger Kunde birgt auch Gefahr durch Abhängigkeit. Flughafen-Chef Dr. Michael Kerkloh baut dabei zum einen auf den Ausbau des Low Cost Carrier Bereiches:

"Die Low Cost Verkehre werden sicherlich steigen. Von sieben auf vielleicht 15 Prozent in den nächsten Jahren. Da sind wir immer noch deutlich unterhalb des Durchschnitt in Europa. Denn in den anderen großen Flughäfen, auch in den mittelgroßen Flughäfen, hat Low Cost einen viel, viel größeren Anteil."

Flughafen Chef Dr. Michael Kerkloh

Doch viele Low Cost Carrier können sich die Start- und Landegebühren des Münchener  Airports nicht leisten oder bekommen nicht genügend Slots, um rentabel von München aus zu fliegen.

Umbau von Terminal 1

Modell

Als zweite Strategie, um der mächtigen Lufthansa etwas entgegenzusetzen, baut der Flughafen das alte Terminal 1 um.

Damit sich die großen internationalen Fluggesellschaften wie zum Beispiel die für München wichtigen Golfairlines Emirates und Qatar, nicht von der Lufthansa abgehängt fühlen.

Denn auch die Fluggäste der Konkurrenz sollen sich am Münchner Airport willkommen fühlen. Mit reichhaltigen Einkaufsmöglichkeiten, Lounges, Gebetsräumen, Erlebnisgastronomiebereichen und sogar mit medizinischen Angeboten wie Zahnkorrekturen und orthopädischen Operationen - quasi direkt neben der Landebahn.


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Franz, Donnerstag, 25.Mai, 00:48 Uhr

5. MUC

Der Preiswettbewerb funktioniert in Deutschland nirgends so richtig, außer im Lebensmittel-Einzelhandel. Echtes Billigfliegen wie mit easyjet gibt es hierzulande doch kaum. MUC ist ein besonders trauriges Beispiel. Im Touristikbereich wie den Mittelmeerzielen im Sommerflugplan liegen die Angebote der Marktteilnehmer immer verdächtig nahe beieinander. Bei anderen Verbindungen wie MUC FRA nimmt der Monopolist DLH absolute Wucherpreise. Eurowings ist kein echter Billigflieger, sondern nur der Versuch der Lufthansa, ihren Flugbtetrieb auf kostengünstigere Plattformen auszulagern, auf Kosten des Personals, ohne dass der Verbraucher davon profitiert. MUC sollte es FRA gleichtun und endlich die echten Low Cost Carrier wie easyjet mehr hereinlassen. So dass ein Flug nach Kreta nicht mehr so viel teurer ist als aus SXF. Das würde dann auch die 3. Startbahn rechtfertigen. Und bitte bringt endlich die Flughafen-S-Bahnen zum Laufen!

Selim, Freitag, 19.Mai, 17:53 Uhr

4. Verbraucher

Fluggäste und fliegende Reisende als "VErbraucher" zu bezeichnen, ist endlich mal eine schöne Ehrlichkeit.
Der Verbrauch an Ressourcen ist nämlich größer, als vernünftig ist.

Nürnberger, Freitag, 19.Mai, 14:25 Uhr

3. Marktmacht

Es ist richtig, dass eine zu große Marktmacht die Preise beeinflussen und damit auch die Konkurrenz "vertreiben" kann. Es war schon häufig festzustellen, dass die Lufthansa Tarife gesenkt hat, nachdem ein Mitbewerber eine LH-Strecke bedient hat. Hat dieser aufgegeben, wurde LH auch wieder teuerer.

Es ist auch eine Frage der Kartellbehörden, inwieweit diese durch Übernahmen eine Marktbeherrschung zulassen. Es sei hier anzumerken, dass der LH-Konzern nicht durch eigenes Wachstum die jetzige Größe erreicht hat, sondern durch Übernahme von Swiss, Austrian und Brussels Airlines

Anmerkung für die BR-Redaktion: Wenn Beispiele angeführt werden, sollten die auch richtig sein. Auf der Strecke München-Wien gibt es keine Konkurrenz. Diese Route wird NICHT von Air Berlin beflogen, sondern nur von Lufthansa und Austrian, welche wiederum eine Tochtergesellschaft von Lufthansa ist. Die Strecke ist zu 100% in der Hand des LH-Konzerns

Cosi , Freitag, 19.Mai, 08:44 Uhr

2. Beste Airline

Für mich ist die Lufthansa die beste Airline.
Ich fliege nicht mit Billigfliegern wie die Ryanair.
Da musst du alles extra zahlen Essen.Trinken und Gepäck ist nur bis 15 KG. Das habe ich im Ticket bei Lufthansa mit drin, und das allerbeste der Service ist auch mit drin und der Beste!
Airberlin war am Anfang auch sehr gut hat aber unter Mehrdorn Bahnniveu erreicht. .

Harald, Freitag, 19.Mai, 07:51 Uhr

1. Fliegen ist eh zu billig

Es wird so viel sinnlos herum geflogen, gerade im Geschäftsbereich. Anscheinend ist das Fliegen noch viel zu billig. Mit der modernen Informationstechnik sollte es doch möglich sein, mehr und mehr Konferenzen über Videoübertragung durchzuführen. Es sind doch eh meist nur die sogenannten "Manager" unterwegs, die Zahlen jonglieren und bunte Präsentationen an die Wand werfen. Das können sie auch per IP erledigen. Und wer sich z.B. seine Produktionsstätte per Flugzeug vor Ort anschauen muss, weil er sie in ein Billiglohnland verlagert hat, der kann sich auch ein teureres Ticket leisten. Die Urlaubsreisenden, mei, die müssen dann eben ein wenig länger darauf hin sparen, oder sich ein anderes Ziel aussuchen.

  • Antwort von Kill., Freitag, 19.Mai, 12:56 Uhr

    Bin vollkommen Ihre Meinung. Es müssten endlich die Kurzstreckenflüge abgeschafft werden. Dazu ist jedoch die Mithilfe des Verkehrsminister erforderlich. Die ich sehr bezweifle, da der Verkehrsminster egal welcher Parteizugehörigkeit abhängiger der Wirtschaft ist. Wann kommt endlich die Steuer für den Kraftstoff für gewerblich betriebene Luftfahrzeuge, wie es schon lange für die Privatfliegerei ist? Natürlich müsste dann das Angebot und die Pünktlichkeit der Deutschen Bahn besser werden.

  • Antwort von Cosi , Freitag, 19.Mai, 16:05 Uhr

    @Kill
    kurzstrecke abgeschafft !?

    Dann kollabieren unsere Autobahnen nicht nur in Ferienzeiten sondern täglich.