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Geschlossene Balkanroute Weniger Flüchtlinge, leere Notaufnahmelager

Die Zahl der in Deutschland neuankommenden Flüchtlinge hat sich im Vergleich zu den Vormonaten deutlich verringert. Seit die Länder auf der Balkanroute anfang März ihre Grenzen geschlossen haben, sind es nur noch 135 Flüchtlinge am Tag.

Von: Fabian Herrmann

Stand: 26.03.2016

Rückgang der Flüchtlinge | Bild: picture-alliance/dpa

Zum Jahresbeginn zählte die Bundespolizei noch täglich rund zweieinhalb Tausend Migranten. Der aktuelle Rückgang wirkt sich auch auf den generellen Zustrom deutlich aus: 110.000 Migranten sind bislang in diesem Jahr nach Deutschland gekommen. Hochgerechnet auf das ganze Jahr läge die Zahl damit bei rund einer halben Million. Das wären nur noch etwa halb so viele Neuankömmlinge wie 2015.

Entspannte Lage in vielen Gemeinden

Turnhalle wird für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt. | Bild: picture-alliance/dpa/Daniel Naupold zum Artikel Weniger Flüchtlinge in Bayern Notquartiere werden wieder zu Turnhallen

Wochenlang war die Balkanroute kaum mehr passierbar, seit einigen Tagen ist sie faktisch dicht. Für Bayern bedeutet das: Es kommen immer weniger Flüchtlinge an. Und es braucht weniger Unterkünfte zur Erstaufnahme - vorerst. Von Eva Böck [mehr]

Der Rückgang der Flüchtlinge an den Grenzen bedeuten auch mehr freie Kapazitäten bei der Bundespolizei. Die Beamten, die bisher vor allem mit der Registrierung neuer Asylbewerber beschäftigt waren, werden jetzt stärker zu Grenzkontrollen eingesetzt - also etwa an Landstraßen und Binnengrenzen, um dort vor allem gegen Schleuser vorzugehen.

Auch in vielen Gemeinden entspannt sich die Lage. Viele Sport- und Mehrzweckhallen werden nicht mehr als Notunterkünfte benötigt und können an Schulen und Sportvereine zurückgegeben werden. In Oberbayern gibt es zum Beispiel mittlerweile nur noch vier statt zuvor 20 Notaufnahmeeinrichtungen. Das gilt etwa für die Stadt Penzberg. Seit dem 23. Juni 2015 diente eine Sporthalle am Josef-Boos-Platz als Not-Erstaufnahmestelle. Dort wurden Asylbewerber erfasst und untersucht, bevor sie in reguläre Unterkünfte wechseln konnten. Als Außenstelle der Münchner Bayernkaserne sollte die Erstaufnahme-Einrichtung eigentlich bis Ende des Schuljahres bestehen bleiben, also bis Ende Juli. Weil seit Wochen aber weniger Menschen kommen als erwartet, wird das Lager jetzt geschlossen - und mit ihm noch etliche andere im Freistaat.

Aufregung wegen Gerüchten über Öffnung der Grenze in Idomeni

Unbekannte haben am Samstag Gerüchte unter Flüchtlingen in Idomeni verbreitet, Deutschland werde Tausende Schutzsuchende aus diesem Elendslager an der griechisch-mazedonischen Grenze aufnehmen. Deshalb solle der mazedonische Grenzzaun am Sonntag geöffnet werden, hieß es. Daraufhin sah sich Sokratis Famelos, ein Abgeordneter der regierenden Linkspartei Syriza, zu einer Klarstellung genötigt: "Es wird keine Öffnung des Zauns geben. Einzige Lösung ist, in die gut organisierten Lager im Landesinneren zu gehen", sagte Famelos im griechischen Fernsehen.


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